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Reviews: Nintendo Wii

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Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros

Adventure

26.01.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

Wer die fortwährenden Minispielsammlungen sowie ideenlose Portierungen von PlayStation 2 Spielen für Wii satt hat, der sollte sich ernsthafter mit Capcoms Point & Click Abenteuer Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros befassen. Erste Gelegenheit dazu soll der nun folgende Test bieten.

 

 

Die Geschichte

 

Die Protagonisten des Cel-Shading Abenteuers sind die Freibeuter Zack und sein fliegender, goldener Affe namens Wiki. Sie gehören zu den Seehasen und machen sich auf die Suche nach einem legendären Schatz. Gleich in der ersten Schatztruhe, die sie auf ihrer gemeinsamen Reise entdecken, finden sie den sprechenden Schädel eines verfluchten, berüchtigten und in seine Einzelteile zerlegten Piratenkönig namens Barbaros. Dieser bietet Zack einen Deal an: Wenn Zack all seine restlichen Körperteile findet, verrät Barbaros ihm dafür am Ende, wo der legendäre Schatz versteckt ist. Wird er sein Versprechen halten? Aber das sind nicht die einzigen Gefahren, die sich den Helden in den Weg stellen. Da wären nämlich noch die Piraten von Kapitän Rose, die ebenfalls hinter dem Schatz her sind.

 

Die Geschichte wird in netten comicartigen und humorvollen Sequenzen erzählt, leider ohne Sprachausgabe. Aber auch so wirkt das Spiel sehr atmosphärisch.

 

 

Das Gameplay

 

Wie bereits erwähnt, ist Zack & Wiki ein Point & Click Adventure, d.h. ihr könnt Zack nicht direkt via Analogstick steuern, sondern klickt einfach mit dem Cursor irgendwo hin und der Protagonist wird selbstständig zu der definierten Stelle gehen. Durch die simplifizierte Art der Bewegung braucht ihr natürlich auch gar keinen Nunchuk, sondern erledigt das gesamte Spiel nur mit der Wiimote.

 

Das Abenteuer teilt sich in vier Welten plus drei weitere Areale auf. Jede Welt besteht aus mehreren Levels und einem Endgegner. Die einzelnen Levels sind relativ klein und wenn man die Lösung weiß, auch meistens binnen weniger Minuten zu meistern. Aber die Betonung liegt hierbei auf „wenn man die Lösung weiß“. Sind die ersten Aufgaben noch sofort zu lösen, werdet ihr an späteren Levels manchmal locker bis zu einer Stunde dran knobeln.

 

Die meisten Levels bestehen aus mehreren Aufgaben, die in logischer Abfolge zu erledigen sind. Dafür stehen euch verschiedene Objekte zur Verfügung, die ihr gezielt einsetzen müsst. Zunächst einmal ist es immer sinnvoll das Areal zu überschauen. Dafür könnt ihr entweder die B Taste gedrückt halten und dann den Kamera-Ausschnitt in alle Richtungen erweitern, oder ihr klickt mit dem Pointer auf das Kamerasymbol rechts oben am Bildschirm, so dass die Sicht in eine Totale wechselt. Da es in jedem Level das primäre Ziel ist, eine große Schatztruhe, in der sich ein weiterer Körperteil von Barbaros befindet, zu erreichen, solltet ihr euch die Position der Truhe merken und dann versuchen dorthin zu gelangen.

 

Wichtig ist dabei die Erkundung der Umgebung. Ihr könnt den Cursor über sämtliche Objekte in dem Level bewegen. Leuchtet dieser rot auf, dann wisst ihr, dass ihr das Objekt nutzen oder näher untersuchen könnt. Manchmal handelt es sich dabei einfach nur um Steine oder Tontöpfe, die ihr mit einem Klick auf diese, hochnehmen und wegwerfen könnt, was meistens Münzen preisgibt. Andere Objekte nehmt ihr aber auch auf und müsst diese an anderer Stelle verwenden. Dabei könnt ihr immer nur ein Item mit euch herumtragen und müsst dieses wieder ablegen, falls ihr ein anderes mitnehmen wollt.

 

Eine besondere Rolle spielt Wiki. Der kleine, süße, goldene, fliegende Knuddelaffe sorgt dafür, dass Zack eine Glocke bimmeln kann, sobald der Spieler mit der Wiimote schüttelt. Auf die Weise lassen sich versteckte Gegenstände finden, aber noch wichtiger ist, dass sich durch die Glocke bestimmte Tiere und auch Gegner in wichtige Utensilien verwandeln lassen. Bimmelt ihr zum Beispiel in der Nähe eines Ohrenkneifer ähnlichen Insektes, dann wird daraus eine Säge. Diese könnt ihr dann aufnehmen, um danach mit einer entsprechenden Bewegung der Wiimote Holzpfähle oder Bäume abzusägen. Aus Fledermäusen werden Regenschirme, die gleich mehrere Funktionen haben: Aufgespannt schützen sie vor giftigen Flüssigkeiten von oben oder vor einem zu schnellen Fall bei einem Sturz aus großer Höhe. Dreht man den Schirm um, kann man den abgerundeten Stil am Griff auch als Haken benutzen, um zum Beispiel an einer Kette zu ziehen. Ihr werdet im Laufe des Spiels auf einige dieser Möglichkeiten treffen, wobei die meisten in mehreren Levels zum Einsatz kommen.

 

Jede dieser Aktionen wird via Bewegungen der Wiimote ausgeführt. Die Entwickler haben sich dabei sehr viele unterschiedliche Arten des Wiimote-Einsatzes ausgedacht. Auf diese Weise wirkt das Spiel bei weitem nicht so statisch wie die meisten anderen Point & Click Adventures. Bei manchen Bosskämpfen fühlt es sich schon fast eher an wie ein Action Adventure. Durch den bewegungsintensiven Itemeinsatz wäre der Titel so auf keinem anderen System möglich, wobei Zack & Wiki vorbildlich zeigt, was möglich ist, wenn ein Entwickler ein Spiel von Grund auf für Wii konzipiert.

 

Besonders überzeugend ist die hohe Variationsfülle an Rätseln und Aufgaben, die sich vor allem durch Nachdenken und Logik lösen lassen. Neben den festen Items, die euch immer wieder begegnen, wie die angesprochenen Sägen und Regenschirme und weitere Tierverwandlungen, gibt es aber in jedem Level auch speziell für das Areal entworfene Elemente. Mal müsst ihr an Gegnern vorbei schleichen, dann Chemikalien mixen, Licht über Spiegel weiterlenken, euch durch die Luft katapultieren, einen dicken Fisch angeln, einen Baby Drachen zur Mithilfe zwingen und und und. Das Spiel wird zu keiner Zeit langweilig und trotz teilweise wiederkehrender Items erscheint einem jedes Rätsel irgendwie frisch und motivierend.

 

Um den Ansporn weiter zu steigen, bekommt man für jede richtige Aktion Punkte. Braucht man mehrere Versuche pro Rätsel etc., dann wird die erreichbare Punktzahl sukzessive geringer. Am Ende jedes Levels wird die Leistung mit einem Rang bewertet. Schafft man jede Aktion im ersten Versuch, dann werden Zack & Wiki als „Superhelden“ gefeiert. Zusätzlich könnt ihr in den Levels kleine Icons von Capcom Spieleklassikern wie zum Beispiel Megaman finden, die dann in einem Sammelalbum abgebildet werden. Und ihr findet geheime Schatzkarten, die meistens erst durch das Schaffen eines witzigen Musikspiels, bei dem ihr die Wiimote im Takt zu Melodien aus Capcom Klassikern wie Ghost & Ghouls schwingen müsst, erhaltet. Somit ist auch der Widerspielwert pro Level extrem hoch, weil man einmal Ränge zugeteilt bekommt und zusätzlich noch die Icons und Schatzkarten finden kann.

 

Da das Spiel will, dass ihr euren Grips gezielt einsetzt, werden Fehler dementsprechend hart bestraft. Viele fehlerhafte Aktionen führen direkt zum Tod und ihr dürft den Level von vorne spielen. Macht ihr ein bestimmtes Rätsel in der falschen Reihenfolge, dann bricht das Spiel nicht zwangsläufig von alleine ab, sondern lässt euch in dem Glauben, es könnte doch noch funktionieren. Diese Methoden mögen manche als frustrierend empfinden, meiner Meinung nach macht aber gerade die Tatsache, dass man als Spieler recht wenig an die Hand genommen wird, den besonderen Reiz des Spiels aus. Außerdem haben die Entwickler zwei Hilfestellungen eingebaut, die ihr jeweils bis zu dreimal pro Level benutzen könnt. So habt ihr bis zu drei Tickets dabei, die ihr nach eurem Ableben wählen und somit den Level kurz vor dem Fehler weiterspielen könnt. Darüber hinaus könnt ihr bis zu dreimal pro Level das Orakel befragen, was euch einen sehr präzisen Tipp zum am nächsten anstehenden Rätsel gibt. Allerdings muss man die drei Tickets, die man für beide Möglichkeiten am Anfang hat, nachkaufen, nachdem man sie benutzt hat. Der Preis steigt im Laufe des Spiels sukzessive an, so dass man sich immer nach Münzen umsehen sollte. Aber das Orakel verrät glücklicherweise auch, wenn man sich aus Versehen in eine unumkehrbare Sackgasse manövriert hat und somit neu starten sollte. Diese Infos sind sogar umsonst. Alles in allem ist das Spiel sehr fair, denn wer mit Geduld, Grips und Logik herangeht und gegebenenfalls mal die Hilfestellungen nutzt, der wird das Gameplay als extrem motivierend empfinden.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Technisch bringt Zack & Wiki die Wii sicherlich nicht ins Schwitzen bietet aber dennoch eine liebevolle audiovisuelle Darstellung wie aus einem Guss. Die Cel-Shading Grafik ist sehr schön gezeichnet. Die Welten sind von den Thematiken her sehr abwechselungsreich und bieten neben Schneelandschaften auch Dschungel, Geisterhäuser, Lavaschluchten und vieles mehr. Besonders toll sind die Animationen und Mimiken der Charaktere gelungen, die alleine schon ausreichen, um einen zum Schmunzeln zu bringen und somit die den Humor des Spiels sehr gut untermalen. Zwei Framerate-Eindrüche, einmal in einem Level der Geisterwelt und einmal beim finalen Bosskampf trüben ein wenig das positive Gesamtbild.

 

Beim Sound gibt es auch fast nichts zu meckern. Die Melodien sind schön und die Soundgeräusche sind passend. Schade ist nur, dass es keine Sprachausgabe gibt. Allerdings werden die Dialoge gut mit einigen japanischen Sprachsamples und Geräuschen zur Hervorhebung verschiedener Emotionen verfeinert.

 

 

Die Meckerecke

 

Zack & Wiki macht so gut wie alles richtig. Dennoch gibt es zwei Kleinigkeiten, die man negativ erwähnen sollte. Zum einen kann es Probleme mit der Steuerung geben. Während zum Beispiel Mario, der im Anschluss an meinen Test noch seinen Kommentar abgeben wird, kaum Probleme mit der Bewegungserkennung hatte, machte das Spiel bei mir und meinen Mitspielern einige Male echte Probleme. Allerdings ist dies meistens auf eigenes Verschulden zurückzuführen. Hält man nämlich die Wiimote nicht exakt in der vom Spiel geforderten Position, dann kommt es schnell zu einer ungenauen Erkennung. Manchmal hingegen, scheint selbst das nicht perfekt zu funktionieren. Auch wenn das nicht allzu störend ist, und kaum negativ ins Gewicht fällt, weil der variable Einsatz der Wiimote an sich vorbildlich und sehr spaßig ist, hätte ich mir dennoch mehr Toleranz bei der Bewegungserkennung gewünscht.

 

Ferner finde ich es negativ, dass bei absolvierten Levels nicht dabei steht, was man gefunden bzw. nicht gefunden hat. Eine Statistik, die offenbart, was man in den jeweiligen Levels verpasst hat, wäre sehr hilfreich. Man kann zwar anhand der Sammelalben, in denen die gefundenen Objekte etc. dokumentiert werden, erahnen, in welchen Arealen mal noch mal suchen sollte, dennoch wäre eine direkte Anzeige viel sinnvoller gewesen. Etwas besser wird die Situation nach dem ersten Durchspielen, denn bekommt man pro Level angezeigt, wie viele Schatztruhen man finden kann. Ein Hinweis zu den Icons etc. bieten diese aber auch dann nicht.

 

 

Die zweite Meinung von Mario:

 

Mich hat das Spiel auch völlig kalt erwischt. Ich hatte zwar viele positive Dinge im Voraus gelesen und auf der Games Convention selber Hand angelegt, aber der Funke ist bei mir erst nach den ersten beiden am Stück gespielten Rätseln übergesprungen. Die einzelnen Missionen sind in sich immer extrem logisch, aber manchmal zum Haare ausraufen schwer. Genau das macht den Reiz des Spiels aus. Ist man einmal gefangen, dann hört man so schnell nicht mehr auf. Gepaart mit der grandiosen Bewegungssteuerung und extrem stilvoller Grafik, ist das Spiel eines der besten, was es auf der Wii bisher gibt.

 

Ich empfand jedoch die ständigen Rücksetzungen ganz zum Anfang des Levels an manchen Stellen sehr nervig. So gibt es einige Aufgaben, in denen Gegner herum laufen und man sich nicht erwischen lassen darf. An manchen Stellen ist man dann jedoch gefordert, Dinge auszuprobieren, auch wenn man nicht so genau weiß, ob das wirklich zum Ziel führt. Wenn man dann erwischt wird, muss man von vorne anfangen. Hat man die Rätsel einmal begriffen, ist man zwar nach kurzer Zeit wieder am selben Punkt angelangt, aber gerade das finde ich seltsam. Warum muss man jedes Mal, wenn man stirbt, die Aufgaben noch mal lösen, die man schon geschnallt hat. Man kann das durch die Tickets zwar unterbinden, allerdings sind die nicht gerade günstig.

 

Abgesehen von diesem kleinen Mangel (der auch nur in einigen Aufgaben zum Tragen kommt) und einem dicken Steuerungsproblem in einer Phase des letzten Endgegners, sind es nur Kleinigkeiten, die man bemängeln könnte, was Gunnar ja auch schon getan hat. Auch von mir also ein klares: „Kaufen! Sofort!“

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Zack & Wiki ist für jeden Knobelfan und Abenteuerlustigen ein absolutes Muss. Capcom ist ein sehr motivierendes und teilweise forderndes Spiel gelungen, was vom Anfang bis zum Ende begeistert. Die tollen Rätsel, die sich allesamt durch Logik erschließen lassen, die liebevolle Cel-Shading Grafik und die nette Geschichte über den Seehasen-Piraten Zack und seinem fliegenden Affenfreund Wiki ist für mich eine der positivsten Überraschungen der noch jungen Wii Geschichte und zeigt eindrucksvoll, wie man die Fähigkeiten der Hardware angehen muss, um was Einzigartiges zu kreieren. Außerdem positiv zu erwähnen ist die Spieldauer, die beim ersten Durchspielen zwischen 15 und 25 Stunden liegen sollte, je nachdem wie clever ihr euch anstellt. Aber auch nach dem Abspann motiviert das Spiel zum Weiterzocken, da auch die letzten Schätze gefunden werden wollen.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

91%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

18.01.2008

Developer

Capcom

Publisher

Capcom

USK Freigabe

6+


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