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Reviews: Nintendo Wii

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Endless Ocean

Simulation

07.02.2008

Autor: Gunnar Schreiber

 

Dass alternative Software nicht gleich was Schlechtes bedeuten muss, beweisen Akira und Nintendo mit der Tauchsimulation Endless Ocean. Auch wenn eine Tauchsimulation für viele im ersten Moment sehr langweilig klingen mag, will ich euch gerne mit diesem Test zeigen, warum ihr dem Spiel unbedingt eine Chance geben solltet.

 

 

Tauchen im Paradies

 

Bevor ihr ins kühle Nass springen dürft, müsst ihr erstmal euren eigenen Charakter entwerfen. Ihr könnt dabei das Aussehen verändern, indem ihr Frisur, Haarfarbe, Geschlecht und Kleidung modifiziert. Sobald ihr dies getan habt, findet ihr euch auf einem Schiff wieder, das zu einer Forschungsgruppe gehört. Eure Partnerin ist ebenfalls an Bord. Sie ist zwar Meeresbiologin, kann aber unglücklicherweise gar nicht schwimmen, so dass die gesamte Arbeit an euch hängen bleibt.

 

Euer erster Tauchgang führt euch in eine kleine, abgeschottete Lagune, wo ihr erstmal mit der grundlegenden Steuerung vertraut gemacht werdet. Diese ist auch denkbar simpel und komfortabel gelöst und geht gleich super von der Hand. Ihr braucht für Endless Ocean nur die Wiimote, mit der ihr einen Pointer bewegt. Haltet ihr „B“ gedrückt, dann taucht euer Charakter in Richtung des Pointer. Wenn ihr längere Strecken zurücklegen wollt, braucht ihr nicht „B“ die ganze Zeit gedrückt zu halten, sondern dafür reicht es einmal die Minustaste zu betätigen und ihr taucht solange voran, bis ihr den Befehl widerruft. „A“ dient mal wieder als Aktionstaste. Hiermit könnt ihr diverse Gegenstände einsetzen oder mit der Umgebung interagieren.

 

Da ihr euch in tropischen Gewässern befindet, ist die Flora und Fauna dementsprechend üppig und farbenfroh. Bereits in der Lagune findet ihr eine Vielzahl kleinerer Fische und sogar einen Rochen vor. Nähert ihr euch einem Tier, dann könnt ihr dieses mit dem Cursor anwählen. Haltet ihr dann die „A“ Taste gedrückt, erscheint eine Hand. Mittels Schütteln der Wiimote streichelt ihr mit der Hand solange über den Fisch, bis dieser klassifiziert ist, d.h. bis der Name samt den wichtigsten Informationen zur Spezies auf dem Bildschirm erscheint. Außerdem wird das Exemplar auf dem Schiff automatisch in einem Buch verewigt, so dass sich sehr schnell ein gewisser Sammeltrieb einstellt. Da das Spiel dutzende unterschiedliche Tierarten bietet, die alle entdeckt und klassifiziert werden wollen, motiviert dies zusätzlich auch wirklich jeden Winkel des Meeres abzutauchen.

 

Dies ist allerdings schwieriger als man denkt. Denn manche befinden sich nur an bestimmten Stellen des Mauranischen Meeres oder sind nur zu bestimmten Tageszeiten anzutreffen. Deshalb kann man auch jederzeit an Bord des Schiffes die Tageszeit vorstellen. Darüber hinaus sind manche Fische und Krebstiere so klein, dass man sie auf den ersten Blick gar nicht erkennen kann. Zur Hilfe blinken an bestimmten Stellen kleine Lichter auf. Fährt man mit dem Cursor drüber und drückt dann die Plustaste zur Vergrößerung, sieht man die Tiere genauer und kann diese klassifizieren. Übrigens findet man auf diese Weise auch versteckte Gegenstände und Schätze.

 

Drückt ihr auf dem Steuerkreuz nach unten, wird ein sehr praktisches Ringmenü aufgerufen, in dem ihr verschiedene Optionen zur Auswahl habt. Auf diese Weise lassen sich unter Wasser eine Kamera aktivieren, Futter ausstreuen, mit einem Stift Stellen markieren oder eine Pfeife benutzen. All diese Utensilien werden hauptsächlich genutzt, um mit der Umgebung und vor allem mit den Lebewesen zu interagieren. Delfine reagieren zum Beispiel auf die Pfeife. Schon relativ am Anfang des Spiels freundet ihr euch mit einem der Tümmler an und könnt ihm fortan auch einige Kunststücke beibringen. Ihr dürft ihn aber auch mit auf jeden eurer Tauchgänge nehmen und unter Wasser mittels der Pfeife mit ihm kommunizieren.

 

Mit dem Futter lassen sich wiederum andere Fische anlocken, was dazu führt, dass man deren Vertrauen gewinnt und diese besser studieren kann. Die Kamera befriedigt einmal den Sammeltrieb, da man die gemachten Fotos in einem Album abspeichern kann. Außerdem ist sie wichtig für diverse Aufgabenstellungen, da ihr Fotos für ein Magazin schießen sollt.

 

Apropos Aufgaben: In Endless Ocean müsst ihr keinesfalls nur ein wenig rumtauchen und das war es. Ihr könnt euch zwar beliebig lange und beliebig oft an allen Stellen des Meeres aufhalten und die Flora und Fauna bestaunen, ihr bekommt aber in regelmäßigen Abständen auch Aufgaben via Email zugeteilt, deren erfolgreiche Erfüllung einmal die Hintergrundgeschichte nach vorne bringt und euch zur Belohung weitere Utensilien wie neue Kleidung etc. zur Verfügung stellt. Diese Aufgaben sind eigentlich recht abwechselungsreich: So müsst ihr bestimmte Tierarten aufspüren, nach Schätzen tauchen, Unterwasserführungen machen, Fotos von bestimmten Tieren schießen etc.

 

Was dabei sehr motiviert, ist die lebendige, einzigartige Wasserwelt. Ihr taucht an wunderschönen Korallenriffen, in malerischen Höhlen, in stockfinsteren Abgründen oder durch versunkene Ruinen. Jederzeit kann dabei etwas Außergewöhnliches passieren, wenn plötzlich ein riesiger Buckelwal oder ein Walhai an einem vorbeischwimmt, obwohl man gar nicht damit rechnet. Zudem sind manche Aufgaben schon mal komplexer und bieten auch eine ordentliche Portion „Spiel“ in der Simulation. So müsst ihr in den versunkenen Ruinen nicht nur seltene Tierarten aufspüren, sondern auch Bruchstücke einer Steintafel und einer Statue finden, Steine mit Inschriften aufsuchen und die Luft aus einem Raum lassen, indem ihr ein Loch in die Decke macht.

 

Ihr könnt jederzeit an euer Bord zurückkehren, um mit eurer Partnerin zu reden, eure Tierfreunde zu trainieren oder einfach die aktuellen Emails zu lesen. Außerdem solltet ihr Blicke in euer Fotoalbum, dem Tierbuch und eure Schatzkiste werfen, um über euer Vorankommen informiert zu sein. Natürlich lässt sich das Boot auch zu jedem Planquadrat auf der sehr detaillierten Karte fahren, um dann dort tauchen zu gehen. Damit ihr euch unter Wasser nicht verirrt, dürft ihr euch nämlich immer nur wenige Hundert Meter von eurem Boot entfernen. Wenn ihr an eine andere Stelle wollt, müsst ihr also immer zuerst mit dem Schiff dorthin fahren. Außerdem hilft ein Kompass unter Wasser sehr zur Orientierung, da die Karte genordet ist und man sich so die Schwimmrichtung vor dem Tauchgang merken kann.

 

 

Die audiovisuelle Umsetzung

 

Unter Wasser sieht Endless Ocean einfach atemberaubend aus. Gerade, wenn man das Spiel auf einem normalen Röhrenfernseher laufen hat, könnte man vielfach glauben reale Unterwasseraufnahmen zu sehen. Die Animationen des Tauchers und der Tiere sind größtenteils perfekt. Ebenfalls klasse ist der Lichteinfall samt Brechung unter Wasser und auch die detaillierte Flora überzeugt. Leider fällt die Grafik über Wasser doch deutlich ab. Vor allem die Charaktere wirken klobig und bewegen sich, als wenn sie einen Stock im Allerwertesten hätten.

 

Am Soundtrack gibt es fast nichts zu meckern. Neben sphärischen Instrumentalsongs schaltet man nach und nach Lieder der Sängerin Hayley Westenra frei (Previews der Songs findet ihr auf ihrer offiziellen Webseite anhörbar). Auch wenn der Stil eher der klassischen Musik mit keltischen, folkloristischen Einflüssen zuzuordnen ist, passen die Lieder doch perfekt zur malerischen Unterwasserwelt. Außerdem könnt ihr via SD Karte eigene MP3s ins Spiel laden. Beide Methoden haben nur ein großes Problem: Pro Tauchgang ertönt immer nur der eine Song und wird immer wieder wiederholt. Ihr habt keine Möglichkeit den Song zu ändern, es sei denn, ihr geht zurück aufs Schiff und wählt einen anderen aus. Das hätten die Entwickler einfach viel komfortabler lösen müssen.

 

 

Zu zweit die Unterwasserwelt entdecken

 

Endless Ocean bietet auch eine Nintendo Wi-Fi Connection Unterstützung. Habt ihr mit einem anderen Spieler den Freundescode ausgetauscht, dann könnt ihr an der Außentreppe eures Bootes euren Freund reinlassen und dann gemeinsam tauchen gehen. Das macht zwar einigermaßen Spaß, ist aber dennoch kein wirklicher Gewinn zum Einspielermodus. Vor allem, weil man trotz entspannten Gameplays wegen dem fehlenden Voice Chat nur begrenzt miteinander kommunizieren kann, indem man via Steuerkreuz vorgegebene Kurznachrichten versendet.

 

 

Die Meckerecke

 

An Endless Ocean gibt es neben der angesprochenen schlechteren Grafik über Wasser und dem Songauswahlproblem kaum was zu meckern. Viel mehr gibt es einige Punkte, die man in einer etwaigen Fortsetzung noch besser machen könnte, um die Motivation weiter zu steigern. Ein Beispiel: Wie bereits erwähnt, bekommt man für erfüllte Aufträge neues Equipment und Kleidung zugeschickt, wobei die meisten Dinge gar keinen Einfluss auf den Taucher haben, sondern nur optischen Verschönerungen dienen. Ich fände es viel interessanter, wenn man für alle Aufgaben, Fotos, Schätze etc mit Geld belohnt werden würde, was man dann in einem Shop für Equipment usw. ausgeben kann. Wenn dieses dann auch noch weitere Optionen im Spiel ermöglichen würde, wäre die Motivation gleich noch eine Ecke höher, ohne, dass man den leichten Zugang des Spieles unnötig komplizieren würde.

 

 

Wir danken Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters!


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Fazit

Endless Ocean ist definitiv empfehlenswert für alle, die sich mit dem Meer verbunden fühlen und mal eine etwas andere Spielerfahrung machen möchten. Es handelt sich zwar hierbei um eine Tauchsimulation, ohne allerdings zu sehr ins Detail zu gehen. So braucht ihr nicht auf das Gasgemisch, den Wasserdruck oder das Equipment zu achten, sondern könnt euch voll auf die wunderschöne Flora und Fauna sowie auf die teils wirklich interessanten Aufträge konzentrieren. Darüber hinaus ist positiv zu bewerten, dass das Spiel zum Budgetpreis von 29€ in die Läden gekommen ist.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

81%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

9.11.2007

Developer

Akira

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2


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