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Angespielt: Nintendo Wii

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Xenoblade Chronicles

RPG

15.07.2011

Autor: Timo Hellmund

 

 

Das Rollenspiel der Generation?

 

Eines der letzten Highlights auf der Wii stammt aus dem Hause Monolith. Bereits im Juni 2010 erschien der Titel in Japan. Jetzt kommt er endlich zu uns und wir konnten das Rollenspiel für euch bei Nintendo anspielen. Ob uns hier wirklich der erhoffte Toptitel erwartet, lest ihr in den folgenden Zeilen.

 

Als wir bei Nintendo in Frankfurt ankamen, fiel mein Blick sofort auf die zwei großen Flatscreens, vor denen ein Classic Controller Pro lag. Mir war klar, das spiele ich zuerst. Dass die Session dann eine halbe Stunde dauert und ich danach noch genau so perplex wie zuvor war, das hätte ich allerdings nicht gedacht. Denn Xenoblade ist typisch für ein japanisches Rollenspiel äußerst komplex und vielseitig. Aber dazu später mehr.

 

Zuerst einmal möchte ich mich an Nintendo selbst wenden: Was habt ihr euch dabei gedacht? Dieses wunderschöne Spiel mit den billigsten aller billigen TV-Kabel zu präsentieren, so dass das Bild hoffnungslos verpixelt und grieselig daher kommt? Kann man auf einem HD-TV nicht einfach die besten für Wii existierenden Kabel aus eigenem Hause anschließen?

 

Nachdem ich mich nun abreagiert habe, wende ich mich auch gleich dem Thema zu, das ich gerade angeschnitten habe. Die Grafik von Xenoblade dürfte mit die beste sein, die ein Nintendo-externes Studio mit der Grafikkarte der Wii auf den Bildschirm gezaubert hat. Die großen Außen- und Stadtareale sehen umwerfend aus und haben keine unsichtbaren Levelbegrenzungen. Die Detailfülle ist enorm und die Effekte können sich auch sehen lassen. Die Charaktere wirken schön modelliert, lediglich die Nebenfiguren wirken etwas zu künstlich, vor allem im Gesicht. Das und das späte Aufpoppen der Gegner sind aber nur ein kleine Haken an der sonst famosen Grafik. Auch die überraschend gute Weitsicht kann überzeugen. Da fühlt man sich fast an West-RPGs a la Oblivion erinnert – im positiven Sinne.

 

Das Herzstück von Xenoblade Chronicles ist natürlich das Kampfsystem. Dafür war das lange Anspielen zu kurz, denn lebendig bin ich oftmals nicht aus dem Kampf gekommen. Wie das bei J-RPGs so ist, muss man sich zunächst in das KS einarbeiten. Die nette Dame von Nintendo, die die Pressevertreter über das Spiel aufklärt und betreut, versuchte mir in aller Kürze das Wichtigste und Interessanteste zu zeigen.

 

Die Kämpfe laufen halbautomatisch ab und man kann nur seinen Hauptcharakter direkt bewegen. Mitstreiter kämpfen von alleine, sollten aber nie aus den Augen gelassen werden. Heilzauber auf sie auszuführen, wenn die Energie knapp wird, ist überlebensnotwendig. Während des Kampfes kann man verschiedene Aktionen auswählen, zum Beispiel einen expliziten Schlag von der Seite oder von hinten. Trifft man den Gegner in eben dieser Position, erleidet er deutlich mehr Schaden. Dabei läuft alles in Echtzeit ab. Ist ein Kampf beendet, heilen die Mitstreiter automatisch. Lästiges Heiltränke schlürfen nach dem Kampf ist also passé. Wie ihr seht, anspruchsvoll und vielseitig ist Xenoblade Chronicles allemal. Auch wenn man das Zeitliche segnet, ist das kein Weltuntergang. Die Heldentruppe wird lediglich an den Anfang des Areals zurückgesetzt. Und wie gesagt, in den 30 Minuten, die ich mit Xenoblade verbracht habe, habe ich noch keine eigene Strategie und vor allem Übersicht über die Kämpfe entwickeln können.

 

Ähnlich sieht es bei der Verwaltung der Charaktere aus. Diese haben neben klassischen Talentwerten, wie Stärke, Schnelligkeit etc. zusätzlich Talentbäume, durch die sie eine Reihe spezifischer Fähigkeiten wie stärkere Angriffe erhalten. Waffen und Rüstungen lassen sich wie in Diablo mit Edelsteinen und Diamanten verbessern, sofern sie über dafür geeignete Sockel verfügen. Klamotten und Monsterklopper gibt es zu Genüge in der Welt. Dabei unterteilt sich die Rüstung in die Regionen Kopf, Brust, Hände, Beine und Füße. Löblich: Findet oder kauft man neue Waffen, zeigt das Spiel direkt, ob sich dadurch die Attribute verbessern oder verschlechtern.

 

Und das ist noch nicht alles! Zusätzlich misst das Spiel die Beziehungen zwischen den eigenen Charakteren, was sich positiv auf Kämpfe und Spielverlauf auswirken kann, sowie zu den Städten und Regionen im Spiel. Ob dieses System sichtbare Auswirkungen auf die Welt oder gar auf den Verlauf einiger Nebenquests auswirkt, konnte ich jedoch nicht in Erfahrung bringen.

 

Die Quests sind in einem Logbuch gespeichert, das bereits beendete Story- und Nebenmissionen sowie Stadtmissionen unterteilt. Questgegenstände lassen sich sogar aufsammeln, bevor die dazu gehörige Aufgabe vom Spieler entdeckt bzw. aktiviert wurde. Das ist vorbildlich.

 

Einen Wermutstropfen hat diese große Freiheit allerdings. In den Städten kann man nur die Häuser betreten, die man auch soll. Freies Begehen und Ausrauben ist also nicht möglich. Das braucht man auch nicht, bei einer erwähnten Spieldauer von 60 bis 120 Stunden. Man hat eh genug andere Dinge zu tun.

 

Die gezeigte Version dürfte die endgültige deutsche Version sein. Während die Texte schon deutsch sind, samt Nintendo-typischer Wortspiele, die nicht so recht ins Spiel passen, bleibt die Sprachausgabe leider auf englisch. Hier hätte Nintendo of Europe das eine Jahr Verzögerung durchaus nutzen können, um eine Synchro zu erarbeiten. Andere Publisher übersetzen solch große Spiele oftmals innerhalb eines Monats – auch in mehreren Sprachen.

 

Leider konnte ich nur zwei größere Areale bestaunen, bevor mich Gunnar vom Sofa zog. Doch selbst wenn ich in der halben Stunde viele Details des Spiels noch nicht verstanden habe und das Kampfsystem seine Einarbeitungszeit benötigt, bin ich davon überzeugt worden, dass uns mit Xenoblade eines der besten japanischen Rollenspiele dieser Konsolengeneration bevorsteht.

 

Das Spiel erscheint bereits am 19. August. Ich kann es kaum noch erwarten.

super

EU Release Chance

super

Tendenz

Release

19.08.2011

Developer

Monolith

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

nicht bekannt

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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