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N-Zyklopädie

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WiiWare Launch

13.05.2008

Autor: René Schäfer

 

Neue Ware für Wii

 

Bald ist es soweit. Nicht mehr allzu lange hin und Nintendo lässt seinen neuesten Streich in Sachen Wii Kanäle auf die europäischen Fans los. WiiWare heißt das Ganze und bietet den Spielern die Möglichkeit, neue Spiele auf ihre Konsole herunter zu laden. Wie das alles genau funktioniert, was für Spiele das sind, wie die Features der Konsole genutzt werden und auf was wir uns schon bald freuen können, verraten wir euch hier in unserem Artikel rund um Nintendo‘s neusten Service WiiWare.

 

Fangen wir ganz am Anfang an und klären erst einmal, worum es sich bei WiiWare genau handelt. Im WiiWare-Kanal kann man sich als Spieler, sofern man seine Konsole mit dem Internet verbunden hat, neue, exklusiv für diese Plattform entwickelte Spiele herunterladen, die dann, wie die Virtual Console Spiele, als eigenständiger Kanal im Wii Menü auftauchen und gestartet werden. Dieser „neue Kanal“ kann im Grunde aber gar nicht als solcher bezeichnet werden, da er eigentlich nur eine Ergänzung des Wii Shop Kanals sein wird, aus dem man sich die Spiele dann aussuchen und kaufen kann. Und wo wir gerade beim Kaufen sind, können wir ja auch gleich die Frage nach dem Bezahlen der Spiele klären. Auch hier verhält es sich wie mit dem schon bekannten Virtual Console Spielen. Bezahlt wird per Wii Points, die man entweder im Laden als 2.000er Pack oder per Kreditkarte direkt von der Konsole aus kaufen kann. Seit Ende letzten Jahres ist es außerdem möglich, seine V.I.P. Sterne von der Nintendo Homepage in Wii Points umzuwandeln.

 

Nintendo will mit WiiWare vor allem eins erreichen: eine Plattform zu schaffen, die jungen und unabhängigen Entwicklerstudios die Möglichkeit gibt, ihre Spiele, die es aus verschiedensten Gründen nicht auf eine Disc und in die Ladenregale schaffen, kostengünstig und möglichst gewinnbringend auf dem Markt zu bringen und zu verbreiten. Der CEO von Nintendo of America Reggie Fils-Aime hat in einem Interview folgendes dazu gesagt: „Independent developers armed with small budgets and big ideas will be able to get their original games into the marketplace to see if we can find the next smash hit. WiiWare brings new levels of creativity and value to the ever-growing population of Wii owners“.

 

Und um das zu gewährleisten, hat Nintendo so einige Regeln aufgestellt, die die Qualität der Spiele bewahren sollen. So darf jedes Spiel, welches im Angebot von WiiWare erscheinen soll, nur maximal 40MB groß sein. Hinzu kommt, dass jeder Publisher höchstens ein Spiel pro Monat veröffentlichen darf. Aber was heißt das jetzt für uns Spieler? Rollt jetzt der befürchtete Minispiel-Tsunami unaufhaltsam auf uns zu? Verkommt die Konsole schlussendlich zum absoluten „Party Hit“?

 

Ganz und Gar nicht!

 

Denn die Entwicklerstudios, die für diesen neuen Service Spiele entwicken, genießen in ihrer Arbeit absolute Freiheit und dürfen alle Features der Konsole nutzen. Sei es die bewegungsempfindliche Steuerung per Wiimote und Nunchuk oder den Internetzugang der Konsole. Und von dieser Freiheit werden sicherlich auch einige Spiele Gebrauch machen, da die Publisher sich durch die geringen Kosten bei der Veröffentlichung nicht all zu große Gedanken darum machen müssen, ob das jeweilige Spielprinzip derzeit in die Marktstrategie und die Zielgruppe der Wii passt. Denn einen großen Kapitalverlust werden sie mit diesen Spielen sicher nicht erleben. Und wer in den letzten Monaten die News um WiiWare ein wenig verfolgt hat, weiß schon lange, dass sich derzeit einige wirklich gute Spiele in Entwicklung befinden, die in der Tat wirklich das nutzen, was die Wii drauf hat und das Potential haben, einige Vollpreisspiele zu schlagen und den großen Entwicklerstudios zeigen, was man alles machen kann, wenn man nur will.

 

 

Einige interessante Spiele im Fokus

 

So ist Lost Winds aus dem Hause Frontier beispielsweise eines der absolut interessanten Spiele. In dem Titel muss der Spieler dem kleinen Jungen Toku dabei helfen die Insel Mistralis und ihre Bevölkerung vom Fluch des bösen Balasar zu befreien. Dazu steuert man den jungen Helden mit dem Analogstick des Nunchuk. Der eigentliche Clou an der Sache ist aber, dass man gleichzeitig den zweiten Charakter in Form des Windgeistes Enril mit der Pointerfunktion der Wiimote steuert und Toku damit unterstützt weiter zu springen und Gegner zu besiegen. Einer der Entwickler beschreib dieses Spiel als „kooperatives Singleplayer“ Spiel, da der Spieler in zwei Rollen gleichzeitig schlüpft. Das alles findet noch dazu in einer unglaublich liebevoll und detailliert gestalteten grafischen Umgebung statt, die so manch anderes Spiel vor Neid erblassen lässt.

 

Ein anderes gutes Beispiel dafür, dass WiiWare wohl das Feature sein wird, was auch den letzen davon überzeugen wird, dass die Wii nicht nur was für die alte Tante ist, ist Final Fantasy Crystal Chronicals: My Life As A King. In diesem Spiel von Square Enix spielt man einen jungen König, der direkt nach der Geschichte des originalen Final Fantasy Crystal Chronicles sein Königreich wieder aufbauen muss. Diese Story hat man in eine Mischung aus RPG, Strategie und Aufbausimulation verpackt, die es so nie zuvor gab. Der kleine König muss nämlich nicht nur Befehle erteilen, sondern auch selbst mal Hand anlegen und Häuser bauen. Währenddessen aber immer noch genau im Auge behalten, wo seine Truppen gerade sind und was seine Ressourcen machen. Dazu kommen natürlich noch die Wünsche der Bürger, die erfüllt werden wollen.

 

Auch dieses Spiel wird in einer atemberaubenden Umgebung und Atmosphäre präsentiert. Das Besondere hierbei sind aber die so genannten Microtransactions, die das Spiel unterstützt. Das heißt, dass der Spieler, der es möchte, zusätzliche Inhalte für das Spiel hinzukaufen kann. Seien es neue Rassen von Kriegern, Häuser oder Missionen, all das kann in der WiiWare-Abteilung des Shop Kanals käuflich erstanden werden, sobald der Spieler sich das Grundspiel einmal gekauft hat. Dieses Feature bietet dem Spieler die Möglichkeit, sein Spiel so zu gestalten wie er es will, denn Square Enix legt ganz besonderen Wert darauf, dass diese Inhalte zusätzliche Inhalte sind, die man nicht braucht, um das Spiel an sich in vollen Zügen spielen zu können. Wer will soll zugreifen, wer nicht wird den gleichen Spaß mit dem Grundspiel haben.

 

Ein weiteres Spiel, welches diese Microtransactions unterstützen wird, ist JoySound von Hudson. Hier sieht die Funktion von WiiWare aber ein klein wenig anders aus. Denn bei JoySound handelt es sich um ein Vollpreis-Karaokespiel, welches im Laden inklusive USB-Mikrofonen gekauft wird und wie jedes andere Spiel eigenständig auf der Konsole gespielt werden kann. WiiWare dient in diesem Fall als pure Luxusdreingabe, denn hier können zusätzliche Songs gekauft werden, die dem Spieler dann im Grundspiel zur Verfügung stehen. Eine sehr gute Idee, die Sony und ihrer Version von Singstar und dem dazu gehörigen Singstore ordentlich Konkurrenz machen könnte. Leider ist es sehr unwahrscheinlich, dass JoySound jemals in Europa erscheinen wird, da die Songs, welche im japanischen WiiWare-Katalog angeboten werden, von einem japanischen Musik-Downloadservice zur Verfügung gestellt und verwaltet werden und deshalb auf das J-Pop/J-Rock Genre beschränkt sind.

 

Des Weiteren haben Bandai-Namco mit Mojipittan ein WiiWare Spiel im Ofen, bei dem man sich neue, zusätzliche Level runterladen können wird, sollte einem der Spaß mit dem Hauptspiel an sich ausgehen. Auch Ubsioft hat vor wenigen Tagen ein Spiel angekündigt, welches einige Blicke wert ist. Protöthea heißt der klassische Sidescroller, bei dem man in der Tat nichts anderes machen wird, als traditionell auf umherschwirrende Gegner abzuschießen um das Ziel des Spiels zu erreichen. Diese Spiele, deren Liste sich noch lange fortsetzen lässt, zeigen, dass WiiWare einiges für uns eingefleischte Zocker zu bieten hat und nicht gleich als „Spielerei für die Casuals“ abgestempelt werden muss.

 

Ein weiteres gutes Beispiel stellt High Voltage Software mit Gyrostarr. In diesem Shoot 'em Up steuert ihr ein Raumschiff durch knallbunte Plasmakanäle auf der Suche nach Items und auf der Jagd nach Gegnern, denen ihr mit euren Waffen ganz schnell den Garaus machen könnt. Etwa 50 stolze Levels soll der Titel, welcher nur 700 Wii Points kosten soll, bieten, die man allein oder im Multiplayer sogar online zocken kann.

 

Ein weiteres Spiel dieser Art dürfte World of Goo werden. Dieses Puzzle-Adventure aus dem Hause 2D-Games bietet seine eigenen Besonderheiten. Denn hier muss der Spieler kleine Bälle, die so genannten Goos, durch die in 2D gehaltenen aber sehr physikalisch realistischen Level steuern, um das Ziel zu erreichen. Aber nicht nur das Erreichen an sich stellt die Schwierigkeit dar. Denn neben vielen Fallen und Rätseln die die kleinen Goos zu überwinden haben, muss der Spieler es schaffen, ähnlich wie bei Lemmings, eine gewisse Anzahl der kleinen Kügelchen sicher ans Ziel zu bringen. Kevin Cassidy von GoNintendo beschreibt dieses Spiel als sehr frustrierend, was aber durchaus positiv gemeint ist, da es die Art von Frustration ist, die den Spieler motiviert weiter zu spielen.

 

Und noch ein Titel aus dem Hause High Voltage scheint eine richtige Granate zu werden. In Animales De La Muerte, was auf Deutsch so viel heißt wie "Tiere des Todes", spielt man zwei Zoowächter, die ihre Tiere niederschießen müssen. Das machen die beiden aber nicht nur zum Spaß. Die Zootiere verwandeln sich nämlich nach und nach in blutrünstige Monster, die sich gerne mal den einen oder anderen Besucher zum Frühstück gönnen. Und das muss natürlich verhindert werden. Gesteuert wird dieses sehr makabere Spiel im Comic-Look mit einer Kombination aus Wiimote und Nunchuk. Das Laufen läuft über den Analogstick ab, das Zielen mit der Pointerfunktion der Fernbedienung. Aus einer Auswahl verschiedenster Waffen kann der Spieler dann wählen, wie er seine Tiere dem Erdboden gleich machen will. Diese Waffen lassen sich durch Eintauschen von gesammelten Punkten in einem Shop modifizieren und verbessern, so dass unter anderem die Schlagkraft und Reichweite optimiert wird. Die Entwickler setzen aber noch eins drauf und spendieren dem ausgefallenen Spiel einen Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Erscheinen soll Animales De La Muerte im September.

 

Ein weiteres Spiel aus einer unabhängigen, kleinen Entwicklerschmiede ist Defend your Castle. Sicherlich werden die meisten von euch schon wissen, worum es sich bei dem Spiel aus dem Hause XGenStudios handelt, da eben dieses Spiel schon seit langem als Flash-Spiel im Internet zu spielen ist, kostenlos. Daher stellt sich hier natürlich die Frage, wer denn ein Spiel für 500 Wii Points kauft, wenn er es doch kostenlos im Internet spielen kann. Für diese Punkte könnte man sich ja auch en Internet Kanal kaufen, sofern man ihn denn noch nicht hat. Und da würde sich Defend your Castle dann auch problemlos spielen lassen. Natürlich haben die Entwickler auf diese Frage die passende Antwort. Sie haben die Chance genutzt, und den Titel nochmal von Grund auf neu entwickelt, um den Kauf zu rechtfertigen. Und das haben sie anscheinend auch geschafft, denn in der WiiWare-Version lässt es sich ganz anders mit den bösen Feinden umgehen, die in großen Horden auf euer zu verteidigendes Schloss zulaufen. Zwar wollen diese immer noch hoch in die Lüfte geschleudert werden, um dann tödlich auf dem harten Boden wieder aufzukommen, doch bietet das Spiel um einiges mehr an "Tuningmaterial" für euer Schloss. Des Weiteren wurde die Grafik auch von Grund auf erneuert und soll laut Entwickler genau das wiedergeben, was sich ein vier jähriges Kind unter Krieg im Mittelalter vorstellt. Um diese Worte nachvollziehen zu können, solltet ihr euch am besten ein paar Bilder in unseren News zu dem Spiel ansehen. Ein knackiger Multiplayer für bis zu vier Spieler, in dem ihr kooperativ euer gemeinsames Schloss verteidigt, rundet die ganze Sache ordentlich ab.

 

Kommen wir jetzt zu einem der Highlights, die wir derzeit auf WiiWare erwarten können. Strong Bad's Cool Game for Attractive People von Telltale Games heißt das gute Stück, welches trotz des Namens nicht nur attraktive junge Menschen anspricht. In diesem Mix aus TV-Serie und Point & Click Adventure spielt man den Comichelden Strong Bad und muss sich durch eine Vielzahl von Rätseln knobeln. Stattfinden wird das Spiel in einem Cartoon, der so gemacht sein wird, wie eine richtige TV-Serie. Und genau so wird das Spiel auch veröffentlicht. Strong Bad's Cool Game for Attractive People wird Epoisodenweise in den WiiWare-Katalog geworfen, so dass am Ende eine ganze Staffel komplett ist. Bekannt ist dieses Prinzip bereit durch das neue Sam & Max, welches auch Episode für Episode veröffentlicht wurde. So zieht sich der Spielspaß aber auch leider die Kosten in Länge, bzw. Höhe. Denn jede Episode, was mit neuen Leveln gleichzusetzen ist, will extra bezahlt und runtergeladen werden. Pay to Play trifft in diesem Fall also sehr wörtlich zu. Zu erwarten ist dieses Spiel im dritten Quartal dieses Jahres.

 

Aber natürlich wird es auch wieder Spiele geben, die eher als „Spiele für zwischendurch“ oder „Party-Kracher“ zu bezeichnen sind. Neben Hudson‘s Bomberman und Tetris, welche online gegen Spieler auf der ganzen Welt spielbar sind, sind die meisten bis jetzt von Nintendo selbst angekündigten Spiele in diese Kategorie zu packen.

 

Nintendo startet mit einer Neuauflage des Klassikers Dr.Mario, bei dem es im Tetris-Style darum geht, möglichst viele Pillen und Bakterien der gleichen Farbe im Reagenzglas so anzuordnen, dass sie sich auflösen. Hier sticht der Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler direkt ins Auge, bei dem die Mitspieler per Pointerfunktion der Wiimote das Geschehen auf dem Bildschirm kontrollieren. Natürlich ist auch dieses Spiel mit einer Onlinefunktion ausgestattet.

 

Ein weiteres Spiel aus dem Hause Nintendo ist Everybody‘s Pokémon Farm. Dieses Spiel ist im Grunde gar keins. Denn hier kann der Spieler seine Pokémon der beiden DS Spiele Diamant und Perl übertragen und horten. Wie auf einer richtigen Farm kann man als Bauer mit den „Tierchen“ spielen und Spaß haben. Nutztiere kann man aus den kleinen Taschenmonstern aber nicht machen. Everybody‘s Pokémon Farm verfolgt weder eine Story noch ein Spielziel und ist einfach nur ein Ort bei dem man gesellig mit seinen Pokémon sein kann.

 

 

Was uns erwartet...

 

Auffallend bei unserer kleinen Beispielliste ist, dass Nintendo es tatsächlich geschafft zu haben scheint, sowohl große Entwickler als auch kleine dazu zu bringen, für ihren neuen Service zu produzieren. Was das für die Zukunft heißt und ob das so bleiben wird, können wir natürlich nicht voraussagen, davon auszugehen ist aber, da es eine doch recht kostengünstige Art ist, seine Spiele zu vertreiben. So dürfen die Entwickler sogar ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Verkaufspreis ihrer Spiele geht. Und auch in dieser Hinsicht können wir nur gespannt sein, denn hier hat Nintendo keine Grenzen gesetzt. Sicher kann man sagen, dass Lost Winds 1.000 WiiPoints und Final Fantasy Crystal Chronicles: My Life As A King 1.500 WiiPoints kosten wird, was einem Europreis von 10,- bzw. 15,- € entspricht. Andere Entwickler haben noch nichts zu diesem Thema gesagt.

 

Was Nintendo aber gesagt hat, ist, dass man nicht verraten wird, welche Spiele zum Europarelease von WiiWare erscheinen werden. Die Spieler sollen sich von dem überraschen lassen, was sie am Morgen des Release im Wii Shop Kanal finden werden. Wahrscheinlich sind aber die Titel Dr. Mario, Final Fantasy Crystal Chronicles: My Life as a King, Lost Winds, Pirates: The Key of Dreams, Pop, Star Soldier R, Toki Tori und TV Show King, da diese von Nintendo of Europe in einer Pressemitteilung als die Titel genannt werden, die in der Launchphase von WiiWare bei uns erscheinen werden. Ob es gleich alle acht Titel am Starttag geben wird, sagt Nintendo (noch) nicht.

 

Wie alles in der schönen bunten Videospielwelt hat auch WiiWare seine Nachteile. Diese sind zwar nicht sonderlich gravierend, können das Bild aber schon um einiges trüben. Nintendo hat bis zum heutigen Tage beispielsweise immer noch nichts von einer externen Festplatte für die Konsole berichtet. Ganz im Gegenteil sagen Pressesprecher und Verantwortliche selbst, dass sie bis jetzt keinen Sinn darin sehen, an so einer Lösung zu arbeiten. Man könne ja immerhin SD-Karten verwenden, um seine Spiele zu speichern, sollte der interne Speicher der Konsole (512 MB) voll sein. Das große Problem bei dieser Lösung: die Spiele lassen sich nicht von den SD-Karten starten und müssen wieder zurück auf die Konsole kopiert werden. Werden also die meisten Spiele den Nutzen von den verfügbaren 40 MB, die Nintendo vorgibt, machen, wovon auszugehen ist, wo man doch freie Hand bei der Verwendung der Features der Konsole hat, wird sowohl der interne Speicher als auch die ein oder andere SD-Karte schnell voll. Rechnet man jetzt noch die Speicherstände der Spiele, die Virtual Console Spiele und die herunterladbaren Zusatzinhalte hinzu, minimiert sich der Speicherplatz radikal und die Wahrscheinlichkeit von langem hin und her kopieren steigt in die Höhe. Wenn man dann noch bedenkt, dass bereits seit der Ankündigung von WiiWare im Juni letzten Jahres mehr als 100 Spiele in Entwicklung sind (die Zahl dürfte heute um einiges höher sein), katapultiert sich dieses Problem in eine noch größere Dimension.

 

Ein weiteres Problem in Bezug auf den Onlinemodus der Spiele könnte Nintendo‘s Sicherheitsphilosophie sein. Noch ist nicht bekannt, ob die Spiele, die nicht direkt von Nintendo kommen, dem Freundescode-System unterlegen sind oder nicht. Nintendo selbst wird es so handhaben, dass sie für jedes onlinefähige Spiel wieder eine eigene Freundesliste mit eigenen Codes anfertigen werden. Sollten die Spiele der anderen Entwickler ebenfalls diesem Prinzip unterlegen sein, verliert der Onlinespaß ganz schnell an Freude, muss man doch erst wieder lange hin und her tauschen und Freundescodes hier und da erstellen und notieren, damit man am Ende nicht den Überblick über all seine Zahlen verliert. Allerdings macht z.B. Mario Kart Wii derzeit gut vor, wie man Spiele mit anderen, fremden Menschen, veranstalten kann, ohne vorher seine Codes getauscht zu haben. Bleibt zu hoffen, dass es die WiiWare Spiele genau so gut oder gar besser lösen werden.

 

Nach diesen Wermutstropfen haben wir aber noch einige positive Aspekte zu Nintendo‘s neustem Downloadangebot im Petto. Das Spielangebot könnte aufgrund des großen Interesses seitens Entwickler und Publisher in kürzester Zeit rasant ansteigen. Zwar limitiert Nintendo die Veröffentlichungen pro Publisher im Monat auf eine, sagt aber nicht, wie viele Spiele maximal im Monat veröffentlicht werden können. Zusammen mit den VC Spielen könnte das Angebot an herunterladbaren Inhalten auf der Wii bald das des Xbox oder Playstation Marktplatzes schnell übertreffen, was für uns Spieler und Wii-Fans im Grunde nur positiv ausgehen kann. Denn auch der Aspekt, dass man schnell die Übersicht über all die Spiele verlieren kann und so nicht mehr weiß, was man sich kaufen soll (im schlimmsten Fall sogar was, was einem hinterher nicht gefällt), streicht Nintendo mit dem bald erscheinenden Nintendo Kanal, in dem Spieler Kurztests und Meinungen anderer Spieler zu Vollpreis-, VC- und WiiWare-Spielen lesen können. Diese kann ein jeder zu jedem Spiel verfassen, welches er mindestens eine Stunde gespielt hat.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass man sich auf den 20.Mai 2008 nur freuen kann und diesen Tag dick in seinem Kalender markieren sollte. Denn dann startet Nintendo‘s neuer Wii-Service WiiWare bei uns und bietet vieles Neues und Interessantes für uns Spieler. Sowohl der Casual- als auch der Hardcoremarkt wird durch die Vielzahl der erscheinenden Spiele der unzählbaren Entwickler gut gedeckt werden. Wir sind gespannt, welche Spielideen und Konzepte uns erwarten werden, wie die Fähigkeiten der Konsole genutzt werden und ob die Spiele ihren „großen Geschwistern“ im Laden zeigen werden, wie man es richtig macht. Wir empfehlen euch, vorher noch schnell ordentlich euer WiiPoints Konto aufzuladen, damit ihr nicht da steht und alle Punktekarten im Laden weg gekauft sind.


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