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Olymptronica 2009

10.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Das Festival der Videospielkulturen!?

 

Auch dieses Jahr traf sich die Zockergemeinde wieder in Frankfurt auf der Olymptronica 2009. Am 7. und 8. März sollte ein Teil des Uni Campus im Westend in die Hände der Videospieler fallen und in Turnieren die Besten der Besten ermittelt werden. Für Nintendofans waren vor allem die Turniere in Super Smash Bros. Brawl, Mario Kart Wii und Wii Sports Tennis interessant. Daneben gab es noch Wettbewerbe in Pro Evolution Soccer 2009, der beliebte Guitar Hero Contest ist aus unverständlichen Gründen leider dieses Jahr ausgefallen. Wie immer fanden am Samstag die Einzelturniere statt und am Sonntag die Doppelwettbewerbe. Da ich selbst nur am Tennis-Doppel als Spieler beteiligt war, habe ich dem Event am Samstag nur einen kurzen Besuch gewidmet, habe aber gehört, dass die Turniere ganz gut gelaufen sein sollen und alles im Zeitplan war.

 

Die Turniere am Sonntag starteten allerdings leider schon mit einer Verspätung, was eine Katastrophe gewesen wäre, wenn die maximal zulässigen Teilnehmer tatsächlich dagewesen wären. Doch zum Glück sind die Nintendo-Turniere bei der Olymptronica immer bestenfalls schlecht besucht, weshalb es trotz katastrophaler Planung seitens Nintendo und der Veranstalter doch immer irgendwie hinhaut. Das von Nintendo unbedingt gewünschte und hoch angepriesene Familiendoppel in Mario Kart Wii, bei dem ein Elternteil nur im Team gemeinsam mit einem Kind antreten durfte, kam nicht einmal auf zehn Teams, was bei so viel Werbeaufwand und Informationsflut vorher absolut unverständlich ist.

 

Ebenso bei Smash Bros., dem regulären Mario Kart Wii Doppel und Wii Sports Tennis. Viel mehr als 15 Teams waren bei keinem Turnier anwesend, bei Tennis waren es sogar nur 14. Ohne jetzt herablassend klingen zu wollen, finde ich das extrem erstaunlich, denn sogar wir haben auf es WiiMeet Anfang 2007 geschafft, ein Wii Sports Tennis Turnier mit über 100 Leuten zu füllen. Das wirft natürlich die Frage auf, ob große und kommerziell ausgerichtete Events bei Nintendofans überhaupt gewollt sind. Dass es sich dann auch noch um die offiziellen Deutschen Meisterschaften handelt ist sehr schade, denn so geht das natürlich an sehr vielen Leuten vorbei. Ich für mich habe daraus jetzt die Erkenntnis gewonnen, dass wir mit unserem Konzept eher auf dem richtigen Weg sind und hoffe, dass es uns 2009 wieder gelingt, etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Aber zurück zum Thema. ;-)

 

Die Turnierorganisation – wobei ich nur Tennis wirklich mitbekommen habe – war, wie schon gesagt, eine absolute Katastrophe. Wie man auf die Idee kommen kann, ein ganzes Turnier, wovon alleine die Vorrunde aus 26 Doppel-Duellen besteht, an nur einer Station durchzuführen, ist mir ein Rätsel. Zum Glück konnte Nintendo jedoch davon überzeugt werden, mehr Stationen dafür freizugeben (einige andere mussten auch zu gemacht werden, weil nur zwei Controller pro Station geliefert wurden und man im Doppel bekanntlich vier benötigt), so dass dann zumindest an zwei Geräten gespielt werden konnte. Trotz nur 14 Teams dauerte die Vorrunde dann doch geschlagene drei Stunden. Wie es bei doppelt so vielen Teilnehmern ausgesehen hätte, möchte ich mir gar nicht ausmalen.

 

Dazu kam dann noch, dass in der Vorrunde zwei Gewinnsätze pro Duell gespielt wurden und ab dem Viertelfinale sollte dann plötzlich nur noch Zeit für einen vorhanden sein. Wer sich das ausgedacht hat, kann auch noch nie irgendein Sportturnier aus der Nähe betrachtet haben. Am besten spielt man dann im Finale nur noch einen Ballwechsel und der Gewinner ist dann Deutscher Meister?!? Doch auch hier konnten die Teilnehmer zum Glück erzwingen, dass es zumindest gleich viele Gewinnsätze bleiben.

 

Von Mario Kart Wii und Smash Bros. kann ich wie gesagt nicht viel aus eigener Erfahrung berichten, habe aber von Teilnehmern auch an dieser Stelle viel Kritik gehört, weil es jede Menge Regeln gab, die wenig Sinn machten. Und da sollte man doch eigentlich meinen, dass Nintendo genügend Know How und Erfahrung hat, um einen solchen Event zu planen und durchzuführen, auch wenn sie nur unterstützend dabei waren. Man kann nur hoffen, dass es im nächsten Jahr besser läuft und vor allen Dingen der Fokus wieder auf die Turniere gelegt wird.

 

Daneben gab es nämlich jede Menge andere Dinge, wie zum Beispiel Ausstellungen, Bühnenshows, eine Art Infomesse für die Games-Branche und einen Kinosaal. Für mich war das alles völlig uninteressant und der aus diesem ganzen Angebot entstehende Eintrittspreis von 10 Euro ist einfach viel zu hoch. Wäre ich nicht als Turniersieger vom letzten Event kostenlos rein gekommen, dann wäre ich gar nicht hingegangen. Dazu kommt ja dann noch, dass man für alle Turniere eine weitere Gebühr zahlen muss und dass Essen und Trinken nicht wirklich günstig angeboten werden. Dazu ist die Garderobe ziemlich teuer gewesen und von Türstehern bin ich auch schon freundlicher behandelt worden.

 

Das klingt jetzt zwar alles ziemlich negativ – und genau das ist es im Prinzip auch – aber Spaß gemacht hat mir persönlich der Event schon, aber nur, weil ich einige der packensten Tennis-Duelle meines Lebens gespielt habe. Leider hat es für den Sieg nicht ganz gereicht, aber was will man schon reißen, wenn es gegen Mitarbeiter von Nintendo geht, die im Job täglich die Möglichkeit haben, dem Spiel Zeit zu opfern. So etwas bei offiziellen Deutschen Meisterschaften zuzulassen finde ich extrem grenzwertig. Spaß hat es wie gesagt trotzdem gemacht, denn ich habe viel gelernt und ein dritter Platz ist auch ein gutes Ergebnis. Schade nur, dass es diesmal nur für die Gewinner Preisgeld gab, was ein deutlicher Rückschritt zu den vergangenen Events ist. Unser Preis war übrigens ein Schlüsselband, eine Wii Mütze und ein kleiner Schreibblock. Für einen dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft ist das schon irgendwie süß...

 

Unterm Strich hoffe ich persönlich, dass die Veranstalter aus den sehr schlecht besuchten Nintendo-Turnieren endlich lernen und sich auf den Kern konzentrieren. Warum Turnierteilnehmer auch normalen Eintritt zahlen müssen, habe ich noch nie verstanden, aber es geht wohl um viel Geld. Dass man vielleicht noch mehr Umsatz und Gewinn generieren könnte, wenn man sich anders aufstellen würde – der Preis bestimmt bekannterweise ja die Nachfrage – wird hoffentlich bis nächstes Jahr begriffen, damit es endlich ein wirklich guter Event für Gamer wird und nicht der Versuch einer Mini-Messe der Branche.

 

Euren Kommentare zum Artikel und eigene Meinungen zum Event könnt ihr gerne hier abgeben.


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