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N-Zyklopädie

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Der Nintendo 3DS und seine Spiele

14.07.2010

Autor: Mario Kablau

 

 

Die neue Hardware im Detail

 

Auch wenn es vielleicht nicht ganz so spannend ist, nur von der Hardware zu reden, will ich doch damit anfangen. Äußerlich sieht der 3DS zugeklappt dem DSi ziemlich ähnlich, sowohl Format als auch Größe und Gewicht stimmen in etwa überein. Allerdings erkennt man außen natürlich direkt, dass es nun zwei Kameras gibt, die dazu dienen, 3D-Fotos zu knipsen, was übrigens wirklich nicht mehr als ein nettes Gimmick ist. Auf der linken Seite befindet sich neben dem Slot für SD-Karten der wieder analoge Lautstärkenregler. Oben wir der Stylus abgelegt sowie die Spielkarten eingesteckt. Auch wenn die Karten des 3DS nicht identisch mit denen vom Vorgänger sind, ist der Slot dennoch für beide Typen verwendbar, denn der neue Handheld ist selbstverständlich abwärtskompatibel. Auf der rechten Seite befindet sich der Regler für den 3D-Effekt und unten in der Mitte der Kopfhöreranschluss. Dass letzterer nun in der Mitte ist, finde ich sehr angenehm, weil das Kabel so beim Spielen nicht mehr so leicht in die Quere kommt.

 

Klappt man die Konsole dann auf, sieht man, was sich im Inneren geändert hat. Die beiden Bildschirme sind nicht mehr gleich groß, der untere Touchscreen ist nach wie vor im 4:3-Format und etwas so groß wir beim DS lite. Rechts daneben liegen die vier Tasten A, B, X und Y sowie darunter der Power-Knopf. Links neben dem Bildschirm befinden sich Steuerkreuz und Slider-Pad, letzteres ist zum Glück wesentlich angenehmer als das der PSP. Die drei Tasten unterhalb der Touchscreens – Start, Select und Home – sind anders als in den bisherigen Medienberichten keine Touchknöpfe, sondern ganz normale Druckknöpfe, die jedoch bei den Demogeräten keine Funktion hatten. Der obere 3D-Bildschirm ist deutlich größer als der Touchscreen und außerdem im 16:9-Format. Aber diese ganzen trockenen Fakten erblassen, wenn man die Konsole das erste Mal eingeschaltet erlebt:

 

 

Eine kurze Einführungsdemo!

 

Bevor ich mir das erste Spiel angesehen habe, lies ich mir die Einführungsdemo zeigen. Sie zeigt zunächst einen kurzen Film mit diversen Gegenständen und Wasser in 3D, was schon echt toll aussieht. Der Augenöffner kommt dann aber mit den Nintendo-Figuren. Gezeigt werden Samus Aran, Pikmin, Link, Super Mario und viele mehr, jeweils in ihrem aktuellen Wii-Design. Per Slider-Pad kann ich mich umsehen, was klar macht, dass es sich um Echtzeit-Grafik handelt. Und die ist absolut umwerfend. Die Figuren haben wahnsinnig viele Details und der 3D-Effekt gibt ihnen eine nie gekannte Plastizität. Vor allem die Szene aus New Super Mario Bros. hat mich wirklich umgehauen. Ein 2D-Spiel in 3D, unglaublich, aber genial. Allerdings ist das noch gar nichts im Vergleich zu den diversen Spielen, die dort auch gezeigt werden. Den Anfang macht natürlich

 

 

Mario Kart

 

Leider gab es hierzu keine spielbare Demo, sondern nur einen 2-minütigen Film mit Mario und Luigi auf drei verschiedenen Rennstrecken, darunter auch eine auf Wuhu-Island. Die Figuren sind unglaublich detailliert, sogar Augenbewegungen der Fahrer sind programmiert. Der Aha-Effekt ist aber die unglaubliche räumliche Tiefe des Spiels durch den 3D-Effekt. Man hat das Gefühl, durch ein Fenster in eine andere Welt zu sehen, die Strecke erscheint ebenso plastisch wie die Figuren, Gegner und Items. Ich habe mir das selbst vorher nicht so recht vorstellen können, aber die Analogie mit dem Fenster beschreibt es ganz gut. Man schaut eben nicht auf einen platten Bildschirm, sondern in einen anderen Raum hinein.

 

Spielerisch kann ich zu dem Titel leider nur wenig schreiben, da natürlich auch noch so gut wie keine Details feststehen. Was ich jedoch erkannt habe, ist, dass es nach aktuellem Stand Miniturbos wie in Mario Kart Wii geben wird, denn die Figuren mussten nicht hin und her lenken, um sie auszulösen, sondern nur lange genug sliden. Was ich aber sagen kann, ist, dass das Geschehen absolut flüssig abläuft und grafisch in Augenhöhe mit Mario Kart Wii ist. Ob es einen Online-Modus geben wird und wie viele Spieler gegeneinander antreten können, wird aktuell noch nicht kommuniziert; ich gehe aber von keinem Rückschritt gegenüber der Wii-Version aus.

 

 

Kid Icarus Uprising

 

Gleich im Anschluss habe ich mit den Titel, den wir bis vor der E3 als Project Sora kannten, angesehen. Pit fliegt zunächst durch einige extrem schicke Umgebungen und bekämpft zahllose Gegner. Diese Flugpassagen scheinen sehr actionlastig zu werden, es ist viel los auf dem Bildschirm und alles geht extrem schnell. Am Boden verlangsamt sich das Gameplay deutlich und es scheint fast elementare taktische Elemente zu bekommen, Pit weicht aus, geht in Deckung und attackiert immer nur einen Gegner nach dem anderen. Da ich auch leider hier nur zusehen und die Kamera bewegen konnte, gibt es keine Eindrücke zum Gameplay.

 

Sehr wohl jedoch kann ich euch schreiben, dass die Grafik mich echt überrascht hat. Wer den Trailer gesehen hat, kann sich das ungefähr vorstellen, jedoch wird es durch den 3D-Effekt noch viel besser. Die Welt wirkt dadurch extrem authentisch und lebhaft, auch hier kann ich das nur mit einem Blick durch ein Fenster vergleichen. Besonders gut hat mir die Musik gefallen, hier werden sich Fans der beiden alten Spiele auf jeden Fall extrem wohlfühlen. Gut gelungen und scheinbar sehr umfassend eingesetzt ist auch die Sprachausgabe. Für mich war diese Demo fast die beste, die da war.

 

 

Nintendogs + Cats

 

Danach wollte ich mich aber erstmal an eine echte Demo setzen, also selbst ins Spielgeschehen eingreifen. Der Nachfolger des extrem erfolgreichen DS-Titels hat mich jedoch leider nicht so begeistert. Zwar ist die Grafik echt toll, aber das war sie auch zuvor schon. Der 3D-Effekt wirkt im recht kleinen Zimmer auch nicht ganz so beeindruckend, die Sichtweite ist nunmal beschränkt. Klar, es gibt optische Verbesserungen und das Spiel wird sicher toll, aber umgehauen hat es mich leider nicht.

 

Das liegt vor allem auch daran, dass das Geschehen jetzt nicht mehr direkt auf dem Touchscreen stattfindet, sondern auf dem oberen Bildschirm. Klar, sonst ginge es ja auch nicht in 3D. Was mir aber erst gestern wirklich bewusst wurde, ist, dass dadurch der direkt Kontakt zwischen Spieler und virtuellem Haustier wieder verloren geht, da man natürlich alles per Touchpen bedient. Man streichelt den Hund also nicht mehr so direkt wie zuvor, sondern eher indirekt. Schade, aber ein Erfolg wird das Spiel mit Sicherheit trotzdem.

 

 

Pilotwings Resort

 

Gleich danach habe ich mich nach Wuhu Island begeben, wo das neue Pilotwings spielen wird. Auch hier konnte ich selbst Hand anlegen und sowohl ein Flugzeug als auch einen Jetpack-Piloten steuern. Beides geht mit dem Slider Pad extrem gut von der Hand, jedoch war das Gameplay natürlich arg eingeschränkt. Pilotwings macht ja die große Vielfalt an Fluggeräten und Steuerungsmethoden aus. Dennoch kann ich schon sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat.

 

Auch die Optik hat mich überzeugt. Die Insel war zwar in der kurzen Demo kaum komplett zu bestaunen, jedoch scheint alles aus Wii Sports Resort da zu sein, was schon mal positiv ist. Ich hoffe aber natürlich auf viele weitere Areale, damit es viel zu entdecken gibt. Davon gehe ich aber auch ganz fest aus, sofern es sich bei dem Spiel nicht um einen für 3DSWare handeln wird, falls es so was geben wird.

 

 

Hollywood 61

 

Im Anschluss probierte ich dann das erste Spiel von einem Drittentwickler aus. Hollywood 61 ist ein virtueller Krimi für Erwachsene von Ubisoft. Man schlüpft in die Rolle eines Ermittlers, auf dessen Spur ein Killer unterwegs ist. In der kurzen Demo sieht man ein paar extrem schicke Videosequenzen, die durch den 3D-Effekt absolut plastisch wirken. Man ist einem Killer auf der Spur und betritt ein altes Theater, wo es jedoch sehr dunkel ist. In einer Art Minispiel muss man daher eine Menge Spiegel so drehen, dass sie das Licht von draußen in den Raum leiten. Danach sieht man die auf der Bühne erhängte Leiche und Gekritzel auf dem Vorhang dahinter. Per Slider Pad drehe ich die Ansicht, so dass die Botschaft sichtbar wird: You’re Next.

 

Der Killer hat es auf den Ermittler abgesehen. Viel mehr ist zu dem Spiel noch nicht bekannt, der erste Eindruck ist aber extrem positiv. Ein Krimi ist mir immer willkommen, in dieser Optik mit 3D allemal.

 

 

Resident Evil Revelations

 

Auch hierzu gibt es leider nur einen kurzen Film, da man jedoch die Kamera leicht bewegen kann, ist klar, dass sich alles in Echtzeit abspielt. Den Trailer kann man sich auch schon ansehen, was ich auch jedem Fan nur empfehlen kann. In 3D sieht das Ganze jedoch noch besser aus, die Figuren profitieren, wie in allen anderen Spielen, die ich bis dahin gesehen habe, unglaublich von der Optik mit räumlicher Tiefe. Leider ist jedoch noch so gut wie gar nichts über das Spiel bekannt.

 

Interessant ist aber auch die Tatsache, dass Resident Evil Shader nutzt, um möglichst plastische Texturen darzustellen und somit grafische Effekte erzeugt, die selbst auf der Wii kaum bis gar nicht möglich sind. Hieran sieht man besonders deutlich, dass Nintendo den 3DS wirklich hauptsächlich für Core-Gamer gemacht hat, das kleine Teil hat eine ganze Menge auf dem Kasten und bei RE sieht man das sehr gut, noch besser aber bei:

 

 

 

Metal Gear Solid 3D

 

Absolut umgehauen hat mich diese Demo, in der man zwar nicht ins Geschehen eingreifen, dafür aber die Kamera fast immer völlig frei drehen konnte. Snake robbt über einen Waldboden, Grashalme knicken ein, die Blätter der Bäume wehen im Wind und man hat das Gefühl wirklich dabei zu sein. Später sieht man dann noch andere Figuren, vor denen sich der Soldat geschickt versteckt und zum Abschluss gibt es einen coolen Kampf gegen Boss auf einer geradezu lieblichen Blumenwiese. Das war für mich einfach eine Offenbarung, unglaublich, was die aus der kleinen Konsole rausholen konnten.

 

Auch die lustigen Anekdoten haben mir gefallen, Snake lehnt sich relativ am Anfang auf den Schriftzug der Demo (Solid Sample), die ihre wahre Tiefe erst dann offenbart, wenn man sich ein wenig umsieht. Etwas Besseres habe ich an diesem Tag nicht gesehen. Allerdings handelt es sich dabei wirklich nur um eine Tech-Demo, wie das Spiel dann am Ende wirklich aussieht, bleibt abzuwarten. Ich hoffe auf ein brandneues Abenteuer mit Snake.

 

 

Ein paar Worte zum Abschluss.

 

Damit hatte ich mir alle Demos angesehen und habe den Mund kaum noch zu bekommen. Die Technik ist absolut umwerfend und der 3D-Effekt funktioniert bei mir einwandfrei. Man muss den Bildschirm zwar genau vor den Augen haben, damit es wirkt, jedoch ist die Entfernung von Kopf zu Bildschirm glücklicherweise recht variabel. Durch die Regelungsmöglichkeit des Effekts kann außerdem jeder das Gerät auf seine persönliche Vorliebe einstellen. Ich kann euch nur raten: Wenn ihr die Gelegenheit habt, die Konsole selbst in die Hand zu nehmen, diese auch wahrzunehmen. Nur dann erkennt man, was für ein geniales Stück Technik Nintendo da konstruiert hat.

 

Die gezeigten Spiele übermitteln sehr gut, wo Nintendo mit dem Handheld hin will: zurück zu den Core-Gamern. Leider nicht dabei waren Ocarina of Time und Lylat Wars sowie die NES-Classics in 3D. Schade, denn vor allem auf die ersten beiden habe ich mich wirklich sehr gefreut. Aber vielleicht ändert sich das ja in etwa vier Wochen auf der gamescom in Köln.

 

Bis es soweit ist, empfehle ich euch mein Video zum Post E3 Tag von Nintendo, da in Kürze online gehen wird. Darin zeige ich natürlich auch den 3DS, aber auch vieles mehr.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für die Einladung zum Event.


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