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20 Jahre Super Nintendo

31.01.2011

Autor: Melanie Dirmeier

 

 

20 Jahre Super Nintendo

 

Nachdem wir erst kürzlich den zwanzigsten Geburtstag des Gameboys feiern durften, gibt es schon wieder ein Konsolenjubiläum zu feiern. Am 21. November 1990 erschien in Japan das Super Famicom, das bei uns später als Super Nintendo bzw. SNES vermarktet wurde. Grund genug also, um einen Blick auf die legendäre 16 Bit Ära zurück zuwerfen und die Geschichte des SNES Revue passieren zu lassen.

 

 

Die schwierige Geburt einer Legende

 

Ende der Achtziger dominierte Nintendo mit seinem Nintendo Entertainment System (NES) nahezu weltweit den Konsolenmarkt. Auch das bereits im Jahr 1988 releaste Sega Mega Drive, eine leistungsstarke 16 Bit Konsole, die das lediglich 8 Bit starke NES von Nintendo technisch ganz schön alt aussehen lies, änderte nichts an Nintendos Marktdominanz. Deshalb gab es bei Nintendo lange Zeit keine Bestrebungen sofort mit einer neuen Konsole zu kontern. Warum auch? Schließlich verkaufte sich das NES nach wie vor wie warme Semmeln. Nintendo konnte mit eigenen Spielehighlights wie Super Mario Bros 3, aber auch mit zahlreichen Drittherstellerperlen aufwarten.

 

Zudem hatte Nintendo mit Super Mario ein Maskottchen, das bei der Zielgruppe sogar die Bekanntheit von Micky Maus übertraf. Doch in den USA, bröckelte langsam aber sicher die Marktdominanz Nintendos. Während das Sega Master System in den USA beinahe bedeutungslos war, entwickelte sich das Mega Drive (in Amerika als Genesis bekannt) bald zu einem würdigen Konkurrenten für das NES. Sega verhöhnte im Rahmen seiner aggressiven Marketingkampagne, mit seinem Slogan „Sega does, what Ninten don`t „ die rückständige Technik des NES, das zu diesem Zeitpunkt immerhin schon über 5 Jahre alt war.

 

Links das SNES, rechts das Satellaview, mit dem man online gehen konnte

 

Als das SNES als Nintendos Antwort auf Segas 16 Bitter im November 1990 in Japan erschien, löste das gerät bei der Fachwelt durchaus zwiespältige Reaktionen aus. Einerseits verzückte das SNES mit bunten Grafiken und Pseudo- 3D Effekten (Mode 7), enttäuschte aber gleichzeitig durch seinen lahmen Prozessor, der gerade bei actionhaltigen Spielen gerne mal in die Knie ging. Dieses Manko bekamen aber erfahrene Spieleentwickler später immer besser in den Griff. Während z.B. das 1991 erschienene Shoot em Up Super R-Type eine wahre Ruckelorgie war, merkte man bei R-Type III- The Third Lightning kaum etwas von derartigen Problemen. Überragend war der Soundchip des SNES, der vom späteren Konkurrenten Sony entwickelt wurde.

 

Super Mario World überzeugte mit enormen Spielspaß

 

1992 erschien das SNES im Bundle mit Super Mario World endlich auch in europäischen Gefilden und wurde dort wie im Rest der Welt schnell zu einem großen Erfolg und zu einem würdigen Erben des NES.

 

 

Innovationen und geplatzte Visionen

 

Wie schon erwähnt war der lahme Prozessor die Archillesferse des Super Nintendos. Dieses Manko geht hauptsächlich auf die geplante, aber nie von Seiten Nintendos realisierte Abwärtskompatibilität zum NES zurück. Mitte der Neunziger erschien übrigens durch einen Drittentwickler doch noch ein Adapter, der die Nutzung von NES Spielen auf dem SNES ermöglichte. Dieser ist aber ein teures und seltenes Sammlerstück. Um die Schwächen des Prozessors auszugleichen, beinhalteten einige SNES Module wie Super Mario Kart verschiedene Zusatzchips, die die technischen Fähigkeiten der Konsole erweiterten. Am bekanntesten dürfte sicherlich der FX Chip sein, der erstmals in Star Fox (in Deutschland Star Wing genannt), verwendet wurde. Der FX Chip erlaubte die Darstellung von untexturierter 3D Polygongrafik, die aber natürlich noch stark limitiert war.

 

Auch Yoshi's Island nutzte den FX Chip für 3D Effekte

 

1994 erschien überraschend mit dem Super Gameboy ein Adapter, der es ermöglichte Gameboy Spiele in Farbe auf dem SNES zu spielen. Eine großartige Idee, die auf viel positive Resonanz stieß und in Form des Gameboy Players auf dem GameCube fortgeführt wurde. Ganz anders sah es beim ehrgeizigen CD Rom Projekt aus, das letztlich für Nintendo in einem Desaster endete. Nintendo wollte ähnlich wie Sega für ihr Mega Drive, ein CD Rom Laufwerk für das SNES entwickeln. Der Partner für die Entwicklung war niemand anderes als der spätere Hauptkonkurrent Sony, der durch Nintendo aber verprellt wurde und den Auftrag an Philipps verlor. Sony entwickelte daraufhin seine eigene Konsole, die uns allen als PlayStation wohlbekannt ist.

 

Als Nintendo erkannte, dass das Mega CD sich zu einem kommerziellen Flop entwickelte, wurden die Pläne für die eigene CD Erweiterung schnell fallen gelassen. 1995 erschien das lediglich in Japan vertriebene Satellaview. Mit dieser Erweiterung war es möglich zu bestimmten Uhrzeiten, das SNES online zu bringen, um Spiele zu downloaden oder Informationen abzurufen. Aber erst Sega hat es mit seinem Dreamcast Jahre später geschafft, einen halbwegs funktionierenden Onlinedienst in der Konsolenwelt zu etablieren. Letztlich muss auch das Satellaview als gescheitert betrachtet werden.

 

 

Renderorgien und die Geister, die Nintendo rief

 

1994 war Nintendo in einer durchaus zufriedenstellenden Position. Schließlich hatte es auch das Super Nintendo zur marktbeherrschenden Konsole geschafft und hat das Sega Mega Drive vorallem in Japan an den Rand gedrängt. Auch Europa war von Großbritannien einmal abgesehen, fest in Nintendos Hand. In Nordamerika war die Situation zwar nicht so eindeutig, doch auch hier konnte nicht wirklich geklagt werden. Es zogen jedoch dunkle Wolken am Horizont auf, da verschiedene Unternehmen, neue leistungsfähige Konsolen angekündigt haben, die mit ihrer neuartigen 3D Grafik das SNES ganz schön alt aussehen ließen. Zwar waren die meisten dieser Systeme (Atari Jaguar, Commodore CD32, 3DO) zum Untergang verurteilt, doch mit dem Sega Saturn und der Sony PlayStation, gab es zwei Konsolen, die durchaus zur Gefahr für Nintendo werden konnten.

 

Nintendos eigenes Next Generation System, damals noch als Projekt Reality betitelt, war noch lange von der Fertigstellung entfernt, weshalb Nintendo dazu gezwungen war das gute alte Super Nintendo, so lange wie nur möglich am Leben zu erhalten. Um der allgemeinen Euphorie um die neuen Systeme entgegen zu treten, brauchte Nintendo einen ganz großen Coup, den sie letztlich ausgerechnet in Form eines konventionellen 2D Jump 'n Runs fanden: Donkey Kong Country!

 

Auch heute noch eine Augenweide: Donkey Kong Country

 

Die britische Spieleschmiede Rare schaffte es die volle Farbpalette des SNES auszunutzen und zuvor nicht für möglich gehaltene Rendergrafiken auf Nintendos 16 Bitter zu zaubern. Als das Spiel seinerzeit auf der Consumer Electronics Show (kurz CES) vorgestellt wurde, war es die große Sensation und lenkte sowohl die Fachpresse wie auch die Spieler erfolgreich von allen anderen Produkten ab. Tatsächlich räumte das Spiel Höchstwertungen ab und wurde so wie die beiden Nachfolger, millionenfach verkauft.

 

Letztlich verschaffte dies Nintendo aber nur eine kleine Atempause. Während 1996 die PlayStation längst den Spielemarkt beherrschte und eine neue Ära der Videospielgeschichte einleitete, ließ der inzwischen in Nintendo 64 umgetaufte Nachfolger des SNES immer noch auf sich warten. Als endlich Nintendos neue Wundermaschine im Sommer 1996 in Japan erschien, hatte der Konzern bereits massiv Marktanteile eingebüßt. In Deutschland sollte die offizielle Wachablösung sogar noch bis März 1997 dauern. In der westlichen Welt wird das SNES Anfang 1998 aus dem Angebot genommen, während die Konsole in Japan dank Satellaview Erweiterung noch bis zum Jahr 2000 vertrieben wird.

 

 

Rückblickende Beurteilung

 

Das SNES war mit über 49 Millionen verkauften Einheiten für Nintendo ein riesiger Erfolg! Das Spieleangebot ist auch aus heutiger Sicht großartig, da einige der besten Spiele aller Zeiten für das Super Nintendo erschienen sind. Darunter so klangvolle Namen wie Super Mario World 2- Yoshis Island, Zelda- A Link to the Past oder Secret of Mana. Zudem sind wohl nur wenige Systeme technisch so ausgereizt worden, wie es beim SNES der Fall war. Der grafische Quantensprung von einem Starttitel wie Super Mario World zu einem Donkey Kong Country ist einfach nur gigantisch.

 

Eines der besten SNES Spiele: Das Action RPG Secret of Mana

 

Gerade für Fans von Jump 'n Runs und Rollenspielen, ist das Gerät eigentlich ein Pflichtkauf. Leider sind aber viele Rollenspielperlen nie in unseren Breitengraden erschienen, weshalb man den Kauf einer umgebauten und 60 Hz fähigen Konsole erwägen sollte. Zwar gibt es zahlreiche Importadapter, die aber häufig zu bestimmten Spielen aus Japan oder den USA nicht kompatibel sind. Obwohl für Fans knallharter Actionspiele wohl eher das Mega Drive erste Wahl ist, so gibt es auch hier einige tolle Spiele (z.B. Super Probotector) die man sich nicht entgehen lassen sollte.


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