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Pro vs. Con: Braucht Zelda eine Sprachausgabe?

22.07.2011

Die The Legend of Zelda Reihe besticht seit Jahren durch hohe Qualität und großen Spielspaß, einem Thema haben sich die Entwickler bislang aber fast komplett verschlossen: der Sprachausgabe. Sie sagen, dafür gibt es gute Gründe, aber auch dagegen (also für eine Sprachausgabe) kann man natürlich argumentieren. Genau das tun wir - Mario und Sascha - in dieser ersten Pro vs. Con Runde. Ring frei!

 

 

Marios Standpunkt

 

The Legend of Zelda ist eine der wichtigsten und bekanntesten Serien von Nintendo. Und als solche achten die Schöpfer natürlich ganz besonders auf ihr Produkt, damit es nicht zu Fehlentwicklungen kommt. Neuerungen finden nur ihren Weg in ein Spiel, wenn sie wirklich sinnvoll und dem Konzept dienlich sind. So weit, so gut - ABER es gibt bei Nintendo offensichtlich Leute, die viele Dinge etwas zu vorsichtig angehen und mit jedem Schritt vorwärts vorsichtshalber einen zurück gehen, um bloß nicht die Komfortzone verlassen zu müssen.

 

Bei Zelda ist es in meinen Augen genauso. Spiele beweisen seit Jahren, ja sogar fast seit Jahrzehnten, dass durch eine Sprachausgabe die Spieltiefe erhöht wird, ganz zu schweigen davon, dass es wesentlich komfortabler ist, nicht ständig mitlesen zu müssen. Bei Links Abenteuern sträubt sich Nintendo jedoch gegen eine Sprachausgabe, weil „es ja noch nie eine gegeben hat.“ Dieses Argument kann man einfach nicht gelten lassen, denn auch im ersten Metroid, Mario, Final Fantasy, Tales of usw. gab es keine Sprachausgabe. Nur weil eine Serie also zu einer Zeit entstanden ist, als das aus technischen wie aus Platzgründen nicht möglich war, soll sie nie so was bekommen?

 

Dass das Quatsch ist, beweist Nintendo außerdem stets selbst, siehe Super Mario Sunshine oder Metroid Prime 3, bzw. Other M. Die beiden letzten Spiele leben unter anderem durch eine dichte Atmosphäre, etwas das Zelda-Spiele auch unbedingt brauchen. Wir sollen schließlich in ein actiongeladenes Abenteuer eintauchen, mit dem Helden mitfiebern und seine Geschichte selbst erleben. Wann sieht Nintendo also endlich ein, dass das mit Textboxen einfach nicht möglich ist. Mit jeder Textbox werde ich ein Stück aus der Welt von Hyrule gerissen und da kann die Atmosphäre noch so dicht sein, es kommt bei Zelda einfach kein Kribbeln mehr rüber, wenn man ständig etwas lesen muss.

 

Einen Punkt, den man durchaus diskutieren kann, ist ob Link auch sprechen können soll. Mir ist das ziemlich egal, gegen einen sprechenden Link habe ich grundsätzlich nichts, aber ich kann auch mit einem stummen Helden leben. Jedoch sollte man sich dann ganz genau überlegen, ob andere Figuren ihm wirklich Fragen stellen sollten. Ein Monolog in der Art von: „Wie heißt Du?“ „...“ „Oh, Link ist aber ein schöner Name.“ macht schon ohne Sprachausgabe keinen Sinn, mit einer solchen würde es noch abstruser werden. Allerdings haben andere Spiele bereits gezeigt, dass auch ein stummer Held funktionieren kann, wie zum Beispiel Samus in Metroid Prime 3. Grundsätzlich wäre es mir persönlich jedoch lieber und in meinen Augen ist es für die Atmosphäre besser, wenn auch Link sprechen würde, aber auch ein schweigender Link ist okay für mich.

 

Die anderen Figuren dürfen aber auf keinen Fall still bleiben, denn egal wie episch eine Geschichte ist, wenn man begleitend zu Bildern auch noch einen Text lesen muss, ist man nunmal abgelenkt und kann sich nicht voll auf die Bilder konzentrieren. Das muss Nintendo eigentlich schnellstmöglich abstellen. Sonst geht die Serie bald den Bach runter! Vor allem, weil Nintendo sonst ja so viel wert darauf legt, alle Sinne des Spielers zu nutzen, nur die Ohren werden immer wieder vernachlässigt, jedenfalls bei The Legend of Zelda.

Saschas Standpunkt

 

Nintendo tut sich seit jeher schwer mit dem Thema Sprachausgabe. Schon seit dem Nintendo 64 sind wir es gewohnt, kurze Stöhnereien und Schreie von Protagonisten wie Mario, Link oder Kirby zu hören, aber durchgehend vertonte Spiele sind bis heute auf der Wii selten, wie z.B. bei Metroid Prime. Davon ausgenommen ist auch nicht eine der besten Spieleserien der Videospielgeschichte: Zelda. Und ich meine: Zelda ohne Sprachausgabe – das ist auch gut so!

 

Für jeden hat Zelda eine andere Stärke. Zelda ist einerseits wahnsinnig innovativ und viele Teile der Serie waren der Branche Jahre voraus. Anderseits wehrt sich Zelda auch immer gegen das, was schon im allgemeinen Daddel-Mainstream von jedem Spiel geboten wird. Dieser Spagat macht die Serie aus. Das Innovative an Zelda waren und sind für mich immer die Dungeons. Sie sind lang, sie sind fordernd, sie sind faszinierend, sie sind kreativ. Hier liegt der Kern Zeldas. Aber der Kern Zeldas liegt für mich nicht darin, dass à la Rollenspiel Hyrule von unzähligen NPCs bevölkert wird, die Link dann Aufgaben geben. So etwas müsste natürlich in vertonten Dialogen geschehen.

 

Der Kern Zeldas liegt meiner Meinung nach auch nicht in inszenierten Zwischensequenzen in Kinoqualität, in denen Link Ganondorf wortgewaltig seine Verfehlungen vorwirft. Auch hier bräuchte man natürlich vertonte Dialoge. Die Atmosphäre in einem Zelda wurde auch sonst immer wunderbar aufgebaut. Dagegen empfinde ich heute das Spielen von The Elder Scrolls III: Morrowind, wo die Vertonung auch fehlt, als reine Zumutung. Dieses Gefühl hatte ich bei Zelda nie, und werde es auch nicht bekommen.

 

Ja, es mag zeitgemäßer sein, wenn die anderen Figuren sprechen. Aber wenn alle NPCs reden und nur Link stumm bleibt, wären wir mal wieder bei einem Rollenspiel. Vertont man einen, muss man alle vertonen – und das würde mein Bild von Link zerstören. Solange Link nichts sagt, habe ich das Gefühl, dass ich seine Geschichte genau so erlebe, wie ich es mir vorstelle. Das sonst von mir so geliebte und oft mit Zelda verglichene Darksiders hat mir gerade in diesem Punkt nicht gefallen: Krieg sprach mit einer recht martialischen Stimme, und das hat mir einen Teil der Phantasie genommen, was genau diese Apokalyptischen Reiter jetzt sind. Jede Stimme, jeder vorgeskriptete und performte Dialog würde diese Erfahrung für mich auch in einem Zelda zerstören. Da habe ich lieber die guten, alten Textboxen.

 

Auch das nächste Zelda wird wieder mit seinen größten Stärken bestechen. Diese sind für mich: die geheimnisvolle Geschichte, die Dungeons bzw. das Leveldesign und die Kreativität und Liebe, die man jedem dieser Spiele ansieht. Eine vorhandene Sprachausgabe oder kinoreife Inszenierung würde daran nicht viel ändern. Und zudem würde es mich das Spiel nicht mehr so erleben lassen, wie ich (und nur ich!) es mir innerlich vorstelle.

 

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