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N-Zyklopädie

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Samus wird 20! Eine Biografie zum Geburtstag

10.06.2006

Autor: Gunnar Schreiber

 

Lange Zeit bevor die Emanzipation auch in Videospielen Mitte und Ende der 90er Jahre Einzug erhielt, und weibliche Helden wie Lara Croft und Jill Valentine die Videospielwelt eroberten, schickte Nintendo Samus Aran auf Alienjagd. Wir schreiben das Jahr 1986 als Gunpei Yokoi (leider 1997 bei einem tragischen Autounfall verstorben), der Erfinder des GameBoy und von Spielen wie Kid Icarus, die Metroid Reihe erfindet. Mit viel Liebe zum Detail entwirft Yokoi zunächst ein ganzes Universum mit Planeten sowie unterschiedlichen Rassen und verschafft somit der Serie eine glaubwürdige Hintergrundgeschichte, die aber vielfach nur bruchstückhaft preisgegeben wird. Samus Aran wurde auf der Erdenkolonie K2-L geboren. Als sie ein kleines Kind war, wurde die Kolonie von den Space Piraten angegriffen. Diese sind insektenähnliche Aliens, die die Herrschaft über das Universum erlangen wollen und dabei jedes erdenkliche Mittel in Betracht ziehen. Während des Angriffs werden Samus Eltern getötet und sie wird als Waise von einigen Chozo gefunden und mit auf den Planeten Zebes genommen.

 

Die Chozo sind hochintelligente, vogelähnliche Wesen, die aufgrund ihrer technologischen Überlegenheit beschlossen haben, sich aus den Konflikten von anderen Völkern raus zu halten. Die Chozo injizieren Samus ein wenig von ihrem Blut und machen sie dadurch widerstandsfähiger. Außerdem erhält sie von ihnen den ersten Power Suit (siehe unten ein Bild von Samus in voller Montur), ein Anzug, der Samus zu einer regelrechten Kampfmaschine werden lässt.

 

 

Ihre Brötchen verdient Samus, indem sie als Kopfgeldjägerin arbeitet. Meistens bekommt sie Aufträge der Galaktischen Föderation, um das Vordringen der Weltraumpiraten zu stoppen. Diese nennen Samus aufgrund ihres fortwährenden Erfolgs nur noch die „Jägerin". Aber nicht nur Piraten stellen sich Samus in den Weg. Während ihren Abenteuern trifft sie vor allem immer wieder auf die namensgebenden Metroids. Diese sind parasitäre Lebewesen, die einst von den Chozo in der Kolonie SR388 erschaffen wurden, damit sie andere Parasiten vernichten. Dies war zunächst auch der Fall. Doch dann wandten sich die Metroids auch gegen ihre Schöpfer und vernichteten die Kolonie. Metroids sind meist kugelförmige Wesen, mit einer kälteempfindlichen Schutzhülle und vier großen Zähnen an der Unterseite, mit denen sie ihre Feinde packen und deren Energie entziehen können.

 

 

Auf der Kolonie SR388 war es den Metroids durch zusätzliche Energie möglich, zu stärkeren Lebensformen zu mutieren. Samus vernichtet alle Metroids auf der Kolonie, zumindest glaubt sie das. Noch bevor sie ihren Auftrag zu Ende bringen kann, werden einige Exemplare von den Space Piraten gefangen. Diese wollen sich deren Stärke zu nutze machen und experimentieren mit unterschiedlichen Mutationsformen. Seitdem können Metroids quasi überall und in neuen Formen auftauchen. Vor allem Phazon nutzen die Weltraumpiraten als Mutationsauslöser. Phazon ist eine blaue, kristalline, für menschliche Wesen hochgiftige Substanz. Anführer der Space Pirates, zumindest von denen, die auf dem Planeten Zebes leben, sind das flugsaurierähnliche Wesen Ridley und das große Echsenwesen Kraid. Diese wiederum haben im Laufe vieler Jahre irgendeine physische Verbindung zu MotherBrain aufgebaut, ein riesiges, von den Chozo entworfenes Abwehrsystem, was ursprünglich die Geheimnisse und Schätze der Chozo beschützen sollte.

 

An dieser Stelle möchte ich gar nicht weiter ins Detail gehen, da vieles immer komplexer wird. So sind die Spiele alle in unterschiedlichen Zeitebenen angesiedelt, was logische Zusammenhänge erschwert. Außerdem kehren manche Charaktere wie Ridley, die bereits von Samus besiegt wurden, wieder zurück, ohne, dass es dafür schon eine brauchbare Erklärung gibt. Erfinder Gunpei Yokoi wollte mit den Spielen eine komplexe Welt mit einer bedrückenden Atmosphäre erschaffen, was ihm auch bestens gelungen ist. Bereits im ersten Abenteuer, welches sicherlich noch unter den begrenzten grafischen Möglichkeiten des NES litt, zog Samus den Spieler in den Bann. Allerdings hatte Nintendo damals zunächst nicht verraten, dass es sich bei Samus um eine Frau handelt. Dementsprechend berichteten die meisten Medien von einem Protagonisten. Umso größer war die Überraschung als sich Samus am Ende des Spiels ihres Anzuges entledigte und - sehr weiblich visualisiert - die Spieler schockte.

 

In neueren Spielen wird Samus (siehe unten die Version aus dem kommenden Spiel Super Smash Bros. Brawl für Wii) als sehr feminin dargestellt, mit blauen Augen und langen blonden Haaren.

 

 

Bisher gibt es sieben „richtige" Metroid Spiele, das Remake des ersten Teils und Spin Offs wie Metroid Pinball mal ausgenommen. In allen Spielen steht das Erforschen der Umgebung im Vordergrund. Samus muss Planeten, Forschungsstationen, Weltraumstationen etc. erkunden. Dabei spielt ihr Anzug eine wichtige Rolle inklusive ihrer Beams (Waffensysteme), die sich direkt am rechten Arm befinden. In den meisten Abenteuern verliert Samus zu Anfang einen Teil ihrer Fähigkeiten und muss diese im Laufe des Spiels finden. Das können zum Beispiel Items sein, die ihren Anzug verbessern (mehr Energie, andere Resistenzen) oder ihre Beams ergänzen (z.B. verschiedene Elementwaffen wie Feuer, Eis etc). Viele Bereiche der Spiele sind durch Türen versiegelt, die sich nur mit einem Schuss eines bestimmten Beams öffnen lassen, so dass man erst alle Bereiche des Abenteuers sehen kann, wenn Samus voll ausgerüstet ist.

 

Durch die verschiedenen Waffensysteme und Anzug-Powerups ergeben sich auch viele strategische Möglichkeiten in normalen und in den spektakulären Endkämpfen, da jeder Gegner Schwachstellen und unterschiedliche Resistenzen hat. Weitere Besonderheit der Reihe ist, dass Samus sich in eine Kugel, den so genannten „Morphball" transformieren kann, der ihr sowohl im Kampf als auch bei der Erkundung neue Wege ebnet. Die früheren Spiele waren dabei alle in 2D dargestellt, d.h. der Spieler hüpft, ballert und erforscht alles von links nach rechts.

 

Auf dem GameCube transformierten die Retro Studios die Serie in die dritte Dimension. Obwohl viele Skeptiker zu Anfang befürchteten, dass dadurch das Flair der Serie verloren gehen und Metroid zu einem Ego-Shooter verkommen würde, bewiesen die Entwickler, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Metroid Prime und Metroid Prime 2: Echoes auf dem GameCube sind trotz der veränderten Ansicht in fast allen Punkten der Serie treu geblieben. Lediglich das gerade auf dem Nintendo DS erschienene Metroid Prime Hunters geht erstmals, auch bedingt durch die starke Ausrichtung auf den Multiplayer, einen Schritt mehr Richtung Ego-Shooter. Allerdings ist der Name etwas verwirrend, da das Spiel eigentlich nichts mit der Prime Trilogie zu tun hat. Diese wird bereits Ende des Jahres auf dem Wii mit Metroid Prime 3: Corruption fortgesetzt und soll auch einige Storyenthüllungen beinhalten. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt und wünschen sexy Samus alles Gute zu ihrem 20. Geburtstag. Mögen die nächsten 20 Jahre auch so erfolgreich und für uns so unterhaltend sein!

 

Alle Metroid Spiele auf einem Blick (Reihenfolge nach Erscheinungsdaten):

 

Metroid (NES, 1986)

 

 

Metroid II - Return Of Samus (Gameboy, 1991)

 

 

Super Metroid (SNES, 1994)

 

 

Metroid Fusion (GBA, 2002)

 

 

Metroid Prime (GCN, 2003)

 

 

Metroid: Zero Mission (GBA, 2004, Remake des ersten Teils)

 

 

Metroid Prime 2: Echoes (GCN, 2004)

 

 

Metroid Prime Hunters (DS, 2006)

 

 

Metroid Pinball (DS, 2006)

 

 


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