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Excitebike

Rennspiel

11.06.2013

Autor: Marc Müller

 

Bei spielerisch recht einfach gestrickten Retro-Titeln, ist ein Test manchmal gar nicht so einfach. Insbesondere wenn es sich dann noch um einen Klassiker handelt, den die Allermeisten schon mal in irgendeiner Version selbst gespielt haben. So ist es auch bei Nintendos Excitebike, welches 1986 in Europa für das NES auf den Markt kam. Kann man eine in 1984 programmierte Grafik überhaupt noch angemessen beurteilen? Oder den fiepsigen 8-Bit Sound? Heutige Spiele haben darüber hinaus eine unglaubliche Detailliertheit, an die wir uns gewöhnt haben, allein schon bei den Optionen befindet sich in einem aktuellen Titel mehr Auswahlpunkte als beim puristischen Excitebike an gesamten Text vorhanden ist.

 

 

Made in the Eighties

 

Als Redakteur einer professionellen Webseite bleibt einem aber noch ein interessanter Recherchepunkt: Eine Antwort auf die Frage zu finden, wie das Spiel eigentlich damals nach Erscheinen in den Redaktionen abgeschnitten hat. Aber hier findet sich recht wenig an Infos, international schwankte der Titel, die deutsche "Power Play" gab dem Modul eine sehr mäßige Bewertung im Mittelfeld, was mich persönlich doch ziemlich überrascht hat.

 

Aber kommen wir nun endlich zum Spiel. Falls es jemand wirklich noch nicht kennt: Bei Excitebike handelt es ich um ein Motocross-Rennspiel in seitlich scrollender Optik. Ihr steuert euren Crossfahrer geschickt durch Sprungschanzen, Ölflecke und Beschleunigungsfelder und versucht - natürlich - die schnellste Zeit hinzulegen. Zur Auswahl gibt es ganze zwei Modi. Im ersten fahrt ihr die Strecke alleine, im zweiten seid ihr von Konkurrenzfahrern umgeben. In jedem Modus habt ihr die gleichen Strecken zur Auswahl, es handelt sich um, sage und schreibe, fünf verschiedene Kurse.

 

 

Immer kurz vorm Überhitzen

 

Die Steuerung ist denkbar einfach und natürlich eins zu eins vom NES abgekupfert. Mit dem Steuerkreuz wechselt ihr eure Fahrspur, um anderen Fahrern oder Ölflecken auszuweichen, oder aber um Beschleunigungsfelder und Sprungschanzen passend zu erwischen. Mit dem A-Button gebt ihr Gas und mit B aktiviert ihr euren Turbo. Letzterer bringt euren Motor aber nach wenigen Sekunden zum Überhitzen, was wiederum unweigerlich zum zeitweiligen Stopp führt. Somit gilt es immer, einen passenden Mittelweg zu finden, da einige Schanzen so konstruiert sind, dass quasi ein Turbo benötigt wird, sollte stets ein wenig Reserveleistung vorhanden sein.

 

Hauptaugenmerk in Sachen Steuerung gilt allerdings oftmals dem Winkel eures Motorrads, den ihr mit dem Steuerkreuz durch Drücken von Links oder Rechts beeinflussen könnt. Anfänglich gibt man sich dem Trugschluss hin, dass es vielleicht besonders flott sein könnte nur auf dem Hinterrad durch die Pisten zu brausen. Fehlanzeige! Denn wenn ihr den Lenker zu intensiv hoch zieht, fliegt ihr nach Sprungschanzen nur sehr langsam durch die Luft. Ein schnelles Absenken macht euren Fahrer flotter, erhöht aber auch deutlich die Sturzgefahr. Und Stürze kosten viel Zeit. Euer Mopped landet am Streckenrand und ihr selbst etliche Pixel davor, und müsst erst wieder zeitintensiv auf euer Gefährt kommen.

 

 

Oldtimer durch und durch

 

Dass der Titel nun fast 30 Jahre auf dem Buckel hat, bleibt natürlich nicht unbemerkt. Lediglich fünf Strecken, die wenig Unterschied bieten, einfache Technik und maue Optik - was will man von einem frühen NES Titel auch Atemberaubendes erwarten. Trotzdem galt das Spiel damals auch als leistungsstarke Software, denn das Scrolling läuft sehr sauber, der Soundtrack ist fast schon legendär und als beinahe bahnbrechendes Novum wurde ein Editor spendiert in dem ihr eine eigene Strecke erstellen und befahren könnt.

 

Da Nintendo die US-Version ohne jegliche Anpassung auf die Wii U gebracht habt, gibt es allerdings neben anderen Optimierungen auch keine Speichermöglichkeit, mit dem ein Streckeneditor sicherlich mehr Laune machen würde. Wie bei Virtual Console Titeln üblich, habt ihr aber einen einfachen "Einfrier" Savepoint, von dem ihr zu anderer Zeit im Spiel wieder am einmalig festgehaltenen Punkt weitermachen könnt. Excitebike könnt ihr im Übrigen sowohl auf dem TV als auf dem GamePad spielen.

 

 

Vielen Dank an Nintendo für das Testmuster.

Fazit

Es wird euch überraschen, aber Excitebike ist einer der wenigen NES-Titel, die ich auch heute noch ab und zu spiele. Denn Nintendo konnte auch schon in den jungen Jahren die Mischung aus Motivation und Herausforderung geschickt dosieren. Allerdings ist nach ein paar Minuten auch der Ofen aus, denn Excitebike bietet einfach zu wenig, selbst für ein mittelfristiges Spielvergnügen. Wer mal gerne in den Gaming-Charme der motorisierten achtziger Jahre reinschnuppern möchte und mit den Mankos leben kann, darf gerne die fünf Euro für die Buckelpiste opfern.

Grafik

schwach

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

63%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

1986

Developer

Nintendo

Publisher

Nintendo

Nintendo Points

5

Anzahl Spieler (Lokal)

1


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