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The Legend of Zelda: The Minish Cap

Action Adventure

15.07.2014

Autor: Martin Küpper

 

 

Das die Zelda-Serie eine der beliebtesten Nintendo-Reihen ist, dürfte kein großes Geheimnis sein. Das wird schon alleine dadurch deutlich, dass für jede Nintendo-Konsole und jeden Handheld früher oder später mindestens ein eigenes Zelda-Spiel erschienen ist. Der Gameboy Advance musste sich allerdings verhältnismäßig lange gedulden. Nach dem Remake des SNES-Klassikers A Link to the Past erschien mit The Minish Cap im November 2004, wenige Tage vor dem Release des Nintendo DS, dann aber doch noch ein eigens für den GBA entwickeltes Zelda-Spiel.

 

Vielleicht ist es diesem späten Erscheinungstermin geschuldet, dass sich The Minish Cap für Serien-Verhältnisse relativ schwach verkaufte (ca. 1.42 Millionen verkaufte Einheiten) und oftmals vergessen wird, wenn man über die Ableger der Zelda-Reihe spricht.

 

Somit ist die Neuveröffentlichung in der Virtual Console der Wii U die ideale Gelegenheit, den Titel nachzuholen, falls man ihn verpasst haben sollte. In den folgenden Zeilen versuche ich euch nahezulegen, wieso sich das auf jeden Fall lohnt.

 

 

Das Fest der Minish

 

The Minish Cap wurde nicht von Nintendo selbst, sondern von Capcom entwickelt, die mit Oracle of Ages und Seasons auf dem Gameboy Color bereits bewiesen hatten, dass sie den hohen Standards der Serie gerecht werden können. Das sie auch die Essenz, das Feeling eines Zeldas liefern können, wird schon direkt zu Beginn des Spiels deutlich, wenn ein gewohnt verschlafener Link von seiner Freundin Zelda aus dem Schlaf gerissen wird.

 

Die Prinzessin möchte mit Link auf das Fest der Minish, eine Feierlichkeit zu Ehren des gleichnamigen Zwergen-Volkes, das einer alten Legende zu folge vor langer Zeit vom Himmel herab gestiegen sein soll, um dem Helden der Menschen ein mächtiges Schwert zu übergeben. Die Feier ist allerdings jäh beendet, als der finstere Magier Vaati eben jenes Schwert zerbricht, die von ihm gebannten Monster freilässt und Zelda in Stein verwandelt.

 

Um Zelda zu retten, muss Link sich auf die Suche nach den legendären Minish begeben, die als einzige in der Lage sind, das heilige Schwert zu reparieren, mit dem sich der Fluch des Hexenmeisters brechen lässt.

 

Begleitet wird Link dabei von Ezelo, einer sprechenden Mütze, die sich Link aus eigenem Interesse anschließt und es sich auf seinem Kopf bequem macht. Wie man das von Navi, Midna, Phai und Co. kennt meldet sich auch Ezelo im Spiel immer wieder zu Wort. Meist um dem Spieler etwas zu erklären oder einen Tipp zu geben, manchmal hat er aber einfach nur einen flotten Spruch auf den Lippen.

 

 

Liebling, ich habe den Helden geschrumpft!

 

Im großen und Ganzen folgt The Minis Cap natürlich der bekannten Zelda-Formel. Ihr erkundet eine große Welt mit zahlreichen Geheimnissen und interessanten Charakteren und begebt euch in gefährliche Dungeons, in denen ihr zahlreiche Gegner und knifflige Denkaufgaben überwinden müsst. Wie in jedem 2D-Zelda seht ihr Link und die Welt dabei aus der Vogelperspektive, steuert ihn mit dem Steuerkreuz und könnt die A und B Taste beliebig mit Items aus Links reichhaltigem Arsenal belegen.

 

Diese Items bekommt ihr meistens (aber nicht immer!) in den Dungeons, wo sie dann auch sogleich zur Lösung von Rätseln und/oder dem besiegen von Gegnern zum Einsatz kommen. Neben alten Bekannten wie dem Bogen oder den Bomben, gibt es hier auch einige neue Items, die mir ausgezeichnet gefallen haben. Gleich im ersten Dungeon bekommt man etwa einen magischen Krug, der fast wie ein Staubsauger funktioniert. Doch mit ihm lässt sich nicht nur Staub aufsaugen, ihr könnt auch Dinge an euch heran saugen oder euch mit Luftstößen auf einem kleinen Blatt über Gewässer bewegen.

 

Auf einem kleinen Blatt?! Nun, wie bereits erwähnt handelt es sich bei den Minish um ein Zwergen-Volk, genauer gesagt sind Minish nur einige Zentimeter groß. Um überhaupt mit ihnen interagieren zu können, muss sich Link mit Hilfe von magischen Portalen auf Däumlings-Größe schrumpfen lassen. Nun ist die Perspektive auf die Welt plötzlich ganz anders: kleine Pfützen sind nun große Ozeane und harmlose Insekten stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Das Spiel schafft es, ausgezeichnet das Gefühl zu vermitteln, plötzlich als kleiner Däumling durch die Welt zu laufen, die man eben noch als Riese (im Vergleich) durchschritten hat. Der erste Endgegner im Spiel ist etwa ein gewöhnlicher grüner Schleim, den man normalerweise mit wenigen Schwerthieben erledigt hat. Als kleiner Knirps ist er hingegen eine echte Herrausforderung!

 

Der Wechsel zwischen dem normal-großem- und dem winzigen Zwergen-Link ist zudem eine der wichtigsten Mechaniken im Spiel und kommt bei zahlreichen Rätseln zum Einsatz. Das macht etwa die Navigation durch die Tempel um ein vielfaches herausfordernder, da man sich oftmals überlegen muss, wie man mit Hilfe des Größen-Wechsels bestimmte Orte erreicht.

 

Eine weitere Eigenheit des Spiels ist, dass man nach dem ersten Dungeon mit Hilfe des heiligen Schwertes an bestimmten Stellen ein holografisches Ebenbild von Link hervorrufen kann, später sogar mehrere! Diese Hologramme halten für einige Sekunden und ermöglichen es euch etwa schwere Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die ihr alleine nicht schieben könntet. Außerdem könnt ihr mit ihrer Hilfe auf mehrere Schalter gleichzeitig treten, falls mal keine Blocke in der Nähe sind, um diese aktiviert zu halten.

 

 

Möchtest du Glücksfragmente vereinen?

 

Wie für ein Zelda üblich, gibt es abseits der Hauptstory ebenfalls einiges zu tun und auch hier hatten die Entwickler für das Spiel eine ganz eigene Idee: die Glücksfragmente. Ihr findet im Spiel einige unterschiedliche Fragmente, die ihr mit anderen Charakteren in der Welt kombinieren könnt. Wenn jemand ein Fragment mit euch vereinen möchte, wird euch das durch eine Gedankenblase gekennzeichnet. Habt ihr das passende Gegenstück zu seinem Fragment, könnt ihr sie zusammen führen, wodurch in der Welt bestimmte Ereignisse ausgelöst werden. Manchmal erscheint einfach nur eine Schatztruhe oder es öffnet sich ein Weg, hin und wieder löst ihr aber auch bei anderen Charakteren eine bestimmte Reaktion aus. Letztlich sind die Glücksfragmente allerdings nur eine Verkomplizierung, die es euch erschweren, an Herzteile (vier erweitern eure Energie-Anzeige um ein Herz) und andere Belohnungen heran zu kommen. Statt wie gehabt direkt für ein gefundenes Geheimnis ein Herzteil zu erlangen, müsst ihr dieses Geheimnis durch das Vereinen von Glücksfragmenten nun erst mal aktivieren. Ist das jetzt schlecht oder gut? Daran scheiden sich die Geister. Einigen macht das Vereinen Spaß andere mögen es überhaupt nicht.

 

Da kann man von Glück sprechen, dass dieses Feature rein optional ist. Wenn ihr euch damit nicht groß beschäftigen möchtet, könnt ihr es links liegen lassen. Dann lüftet ihr zwar nicht jedes Geheimnis im Spiel aber es ist nicht wirklich notwendig um die Story zu beenden – und einige Herzteile findet ihr auch weiterhin, ohne vorher Fragmente vereinen zu müssen.

 

Darüber hinaus gibt es noch versteckte Schwertmeister, die euch neue Schwerttechniken beibringen können und magische Muscheln. Mit denen könnt ihr bei Mr. Minentendo (bekannt aus The Wind Waker) eine Slot-Maschine füttern, um Figuren der Charaktere aus dem Spiel zu erlangen.

 

 

Bunte Grafik, flotte Musik – da kommt Stimmung auf!

 

Grafisch setzt das Spiel auf einen ähnlich bunten Cartoon-Stil wie schon The Wind Waker auf dem GameCube. Die Welt und Charaktere sind meist farbenfroh gehalten und versprühen damit einen munteren Charme, der einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Da ist es umso erstaunlicher, dass das Spiel, wenn es möchte, auch mysteriös und fast unheimlich wirken kann – ohne dabei diese kindliche Leichteichkit zu verlieren. Ihr besucht im späteren Verlauf des Spiels etwa einen Friedhof, der trotz lächelnder Gespenster im Bettlaken-Stil eine gewisse Schauer vermitteln kann.

 

Auch die musikalische Untermalung und das Sounddesign leisten ihren Beitrag dazu, dass das Spiel immer die Stimmung vermittelt, die man gerade erzeugen möchte. Mal ist die Musik fröhlich und lädt zum Mitpfeilen ein, dann wiederum ist sie mysteriös oder gar leicht bedrohlich. Aber immer trifft sie ins Schwarze!

 

Auf der Wii U ist die Grafik durch die geringe Auflösung natürlich etwas verpixelt oder verschwommen (je nachdem ob man den Weichzeichner aktiviert) aber das lässt sich bei GBA Spielen nur schwer vermeiden. Da muss jeder mit sich selbst ausmachen ob ihn das stört oder nicht. Und dann gibt es ja immer noch die Option das Spiel auf dem Gamepad zu spielen, wo die geringe Auflösung nicht so stark auffällt wie auf einem großen Fernseher.

Fazit

The Legend of Zelda: The Minish Cap ist ein exzellentes Zelda, das nicht nur die bekannten Bausteine in gewohnter Qualität mit bringt, sondern auch durch seine eigenen Ideen überzeugen kann. Insbesondere der Wechsel zwischen dem normal-großen und dem winzigen Link ist perfekt in das Spiel eingebettet und wird abwechslungsreich und kreativ genutzt. Außerdem versprühen gerade die Abschnitte, in denen man als kleiner Link unterwegs ist einen unverkennbaren und einzigartigen Charme. Beachten sollte man allerdings, dass das Spiel vom Aufbau her in einigen Aspekten eher wie ein 3D Zelda im 2D Gewandt daher kommt. Damit meine ich vor allem, dass der Spielablauf absolut linear ist, woran man sich eventuell stören könnte.

Grafik

super

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

super

88%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

29.05.2014

Developer

Capcom

Publisher

Nintendo

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung


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