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Jett Rocket

Jump 'n Run

07.07.2010

Zum Video-Review

Autor: Gunnar Schreiber

 

 

Während Mario gerade wieder einmal dem Jump 'n Run Genre zu neuen Höhen verhilft, schickt sich ein frischer Held aus Deutschen Landen an, dem Klempner Konkurrenz zu machen. Die Rede ist von Jett aus dem Spiel Jett Rocket, das gerade für 1.000 Nintendo Points auf WiiWare erschienen ist. Entwickelt wurde der Titel von der Münchner Firma Shin'en, die sich in der Vergangenheit durch Games wie Nanostray auch unter Nintendofans einen Namen gemacht haben.

 

 

Mario ist Allgegenwärtig

 

In Jett Rocket wird der Planet Yoroppa von der bösen 'Power Plant Posse' angegriffen. Die Geschichte ist dabei ähnlich belanglos und zu vernachlässigen, wie die in Marios Abenteuern. Aber auch sonst erkennt man überall, welche Serie als Inspiration für Jett Rocket gedient hat: Shin'ens Hüpfspiel bedient sich fast schon dreist bei Super Mario Galaxy. Das beginnt bei den Menüs, bis hin zu den Sounds, den Kamerafahrten am Anfang eines Levels oder vielen sonstigen Spielelementen. Wenn man Jett Rocket also eines vorwerfen kann, dann, dass der Titel nur sehr wenig eigene Ideen bietet. Man hat unentwegt das Gefühl, alles schon mal gesehen oder gespielt zu haben. Aber was soll es? Das Rad neu zu erfinden, ist nun mal nicht so einfach. Und letztendlich gilt doch nun wirklich, dass es immer besser ist gut zu klauen, als es schlecht selbst zu machen.

 

Denn Jett Rocket macht einfach Spaß! Ihr hüpft, schwimmt, rennt und klettert durch drei sehr abwechslungsreiche Welten – ein Inselatoll, eine Schneewelt und ein Dschungel -, die jeweils in vier Level samt Endboss unterteilt sind. Diese Areale sind frei erkundbar, bieten Rätsel und versteckte Items wie Extraleben oder Solarzellen, die man braucht, um im Spiel voranzuschreiten. Jett hat dabei standardmäßig ein Jet Pack auf dem Rücken, was er aber nur solange nutzen kann, wie er genügend Energie in seinem Gerät hat. Ist das Jet Pack alle, kann man es an bestimmten Punkten im Level wieder aufladen. Gerade im späteren Verlauf des Spiels muss man durchaus gezielt mit der Energie des Fluggeräts umgehen, um wirklich alle Bereiche erreichen zu können.

 

Natürlich stellen sich dem Helden auch Gegner in den Weg. Diese könnt ihr mit einer Dash-Attacke, die ihr via Schüttelbewegung der Wiimote ausführt, besiegen. Auf diese Weise lassen sich darüber hinaus Schalter betätigen. Auch wenn das Spiel, wie bereits erwähnt, kaum frischen Wind ins Genre bringt, haben die Entwickler dennoch versucht das etwa drei Stunden lange Abenteuer möglichst abwechslungsreich zu gestalten. So nimmt Jett mal auf einem Jet Ski Platz und meistert einen kleinen Parcours, schwebt mit einem Paraglider von Anhöhe zu Anhöhe oder gleitet mit einem Hover-Skateboard über eine Schneepiste. Alle Aktionen gehen gut von der Hand, da bei der Steuerung an sich nichts falsch gemacht wurde.

 

 

Ein visueller Leckerbissen

 

Der absolute Wahnsinn ist allerdings die technische Umsetzung. Dazu muss man wissen, dass Nintendo eine Größenbegrenzung für WiiWare Spiele vorgibt. Diese liegt bei 40MB – im Vergleich: ein Spiel aus dem Laden nimmt bis zu 4,7 GB an Daten ein -, so dass es natürlich sehr schwierig ist ein überzeugendes Ergebnis zu liefern. Doch Shin'en hat es geschafft, die meisten Vollpreistitel alt aussehen zu lassen. Das Spiel protzt mit tollen, plastischen Texturen, mit jeder Menge Glanz- und Spiegeleffekten. Auch hier galt Super Mario Galaxy ganz klar als Vorlage. Wenn ihr also das Abenteuer des Klempners kennt, könnt ihr euch in etwa ausmalen, wie gut Jett Rocket aussieht. Natürlich kann auch das Münchner Studio nicht zaubern und die Datenbegrenzung komplett aushebeln. Das zeigt sich vor allem an sehr wenigen Gegnertypen, wiederkehrenden Objekten und Texturen. Aber auf WiiWare ist Jett Rocket von der Technik her absolut konkurrenzlos.

 

 

Die Meckerecke

 

Auch wenn es Spaß macht und audiovisuell beeindruckend ist, haben wir dennoch auch abseits der wenig frischen Spielideen ein paar weitere Dinge zu meckern. So zickt die Kamera hier und da und fängt das Geschehen nicht optimal ein. Man kann diese zwar zum Glück mit dem Steuerkreuz nachjustieren, aber auch das will manchmal nicht so optimal funktionieren. Darüber hinaus ist der Titel für erfahrene Videospieler etwas zu einfach, hier wären unterschiedliche Schwierigkeitsgrade sinnvoll gewesen.

 

Der geringen Anforderung wird ab der zweiten Welt versucht entgegenzuwirken, indem man einfach keine Rücksetzpunkte bietet. Das wiederum ist immer die schlechteste Wahl, um die Herausforderung zu erhöhen. Denn schließlich gibt es nichts nervigeres als am Ende eines größeren Levels zu sterben und dann alles neu machen zu müssen. Vor allem, wenn man sich zuvor die Mühe gemacht und nach sämtlichen Items Ausschau gehalten hat.

 

 

Zweitmeinung von Mario:

 

Im Prinzip kann ich Gunnar nur beipflichten: Jett Rocket ist unterm Strich ein wirklich gelungenes Spiel. Für 10 Euro bekommt man eine unglaublich gute Grafik, relativ abwechslungsreiches Gameplay und ausreichend Umfang. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass mancher Vollpreistitel nach fünf Stunden schon vorbei ist. Außerdem werden wir wohl bald schon mehr vom Planeten-Inspektor Jett zu spielen bekommen, denn ein Nachfolger ist bereits angekündigt. Ich freue mich schon sehr darauf; und nun übergebe ich das Wort an Martin.

 

 

Drittmeinung von Martin:

 

Jett Rocket ist das „kleine Mario Galaxy“ für WiiWare. Sicher, es kommt nicht an Marios Abenteuer ran (gerade in puncto Innovation und Umfang), aber Jett Rocket schafft es dennoch, einen ähnlichen Charme zu entwickeln. Für einen WiiWare-Titel zum Preis von 10 Euro ist das mehr als beeindruckend! Mir hat das Spiel von Anfang bis Ende sehr viel Spaß gemacht und ich rate jedem, sich den Titel zu laden!

 

 

Wir danken Shin'en für die Bereitstellung des Testmusters!

Fazit

Jett Rocket ist ein grafisch beeindruckendes und spielerisch solides Hüpfspiel, was ganz klar Parallelen zu Super Mario Galaxy, aber relativ wenig frische und eigene Ideen bietet. Wer aber nach oder neben Marios aktuellem Abenteuer einen weiteren Vertreter des Genres sucht, der kann blind zugreifen. Denn Jett Rocket zeigt eindrucksvoll, was auf WiiWare alles möglich ist. Die umgerechnet 10 Euro sind jedenfalls bestens investiert.

Grafik

super

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

84%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

02.07.2010

Developer

Shin'en

Publisher

Shin'en

Nintendo Points

1.000

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1



Legende

Für die Spiele, die mit einem Link hinterlegt sind, existiert ein Testbericht. Der Link aus dieser Preview-Liste führt direkt zum Review.

 

Nintendo Points

Hiermit sind die Punkte gemeint, die man zum Erwerb von Software für die Virtual Console benötigt. Man kann diese Online per Kreditkarte oder im Geschäft als Punktekarten erwerben und 100 Wii-Punkte stehen für einen Gegenwert von 1,- €. Außerdem kann man Punkte im Tausch gegen VIP-Sterne erhalten, die man bei Kauf von Nintendo-Produkten erhält. Für einen Nintendo Point benötigt man vier VIP-Sterne.


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