Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: WiiWare

< zurück

Cocoto Fishing Master

Simulation

26.06.2008

Autor: Philipp Bress

 

 

Fischers Fritze...

 

Cocoto Fishing Master ist also der nächste neue Titel, welchen man über Nintendos Wii-Ware Service herunter laden kann. Bei Cocoto handelt es sich um ein "Franchise", welches noch nicht allzu viel Beachtung in der Videospiel-Welt erfahren hat und bisher sind dabei auch nur seltsame und durchwachsene Spiele bei raus gekommen, wie z.B. Kart Racer, Tennis Master und Platform Jumper und halt eben auch Cocoto Fishing Master. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um eine echte Neuentwicklung, sondern eher um den Port eines PS2-Games in den WiiWare-Service.

 

Als eine echte Angel-Simulation würde ich Cocoto Fishing Master nicht bezeichnen, eher als ein Minispiel mit einem kleinen Adventure-Anteil, denn mehr hat es leider nicht zu bieten. Die Geschichte im Spiel wird kurz und knapp in einem kleinen Intro erzählt und lässt eigentlich mehr Fragen offen, als es sein sollte. Kernpunkt der Story ist ein magischer Kessel, welcher von dem großen Fischkönig Asal erschaffen wurde. Asal beauftragte vier Teufelchen damit, diesen Kessel zu beschützen und wie kann es auch anders sein, ist Cocoto einer dieser Wächter. Nun, wofür dieser Kessel letztendlich gut ist, weiß man nicht so genau, aber er hat nun plötzlich angefangen über zu kochen und die austretende Lava ist anscheinend eine Gefahr für die Welt. Jetzt liegt es an Cocoto den Fischkönig zu wecken, der zwischenzeitig in einen tiefen Schlaf gefallen ist. Machen soll man dies in dem man fünf 1.000jährige Fische fängt. Wo da der Sinn hinter steckt bleibt fraglich. Unterstützung bekommt man von einer Fee, die auch die hässliche Stiefschwester von Tinkerbell sein könnte.

 

 

... fischt frische Fische!

 

Nachdem die Story erzählt ist, wird man auch gleich ins kalte Wasser geworfen. Naja, ok! Nicht direkt ins Wasser, aber auf ein Boot, welches im kalten Wasser treibt. Und was nun? Die Erklärungen, die man von der pummeligen Fee bekommt, sind recht schwammig, man erfährt nur grob, wie man die Angel auswirft und den Fisch anschließend einholt und es wird eine ominöse Einsiedler-Schildkröte erwähnt, die über einige Geheimnisse Bescheid weiß. Nach dieser dürftigen Einführung lasse ich erst mal meinen Blick übers Areal schweifen und was ich sehe ist in erster Linie Wasser, Wasser und noch mehr Wasser! In unmittelbarer Nähe schwimmen zwei Hütten und auf einem kleinen Floß sitzt die seltsame Schildkröte. Also hab ich erst mal einen kleinen Plausch mit der Kröte abgehalten, dabei kam dann rum, dass ich ihr einen bestimmten Fisch bringen soll, damit sie mehr Geheimnisse erzählt. Auf der Suche nach dem bestimmten Fisch untersuchte ich auch die beiden schwimmenden Hütten. Bei einer handelte es sich um einen Laden, in dem ich neue Köder und Angeln kaufen kann und in der anderen bot sich mir die Möglichkeit, meine gefangenen Fische zu verkaufen.

 

Genug erkundet, jetzt geht es ans Eingemachte! Zur Auswahl stehen einem drei verschieden Köder, mit denen man in drei unterschiedlichen Tiefen Fische anlocken kann: eine Fliege für die Wasseroberfläche, ein Seepferdchen für die mittlere Abteilung und ein fetter Tintenfisch für die tiefsten Tiefen. Weiterhin kann man sich im Verlauf des Spieles unterschiedliche Angeln zulegen, die sich in Festigkeit und Reichweite unterscheiden. Bestens gerüstet ging es also los! Angel raus, Köder auswerfen und warten. Den Köder wirft man mittels der typischen Angel-Geste aus, also A-Knopf drücken und schön ausholen mit der Wiimote und den Knopf los lassen. Je nachdem wie feste man die Angelrute schwingt, umso weiter fliegt auch der Köder. Warten musste ich dann doch gar nicht so lange, bis der erste kuriose Fisch mit Tentakeln die Witterung meines Seepferdchens aufgenommen hat, erste Probleme ergaben sich allerdings etwas später.

 

Sobald der Fisch hinter dem Köder her ist, muss man mit Hilfe des Control-Sticks den Köder vor den Fisch führen, bis er anbeißt. Die Schwimmbahnen der Meeresbewohner werden mit der Zeit auch immer verzwickter, so dass es auch immer fordernd bleibt. Das eigentliche Problem ergab sich dann, wenn der Fisch endlich angebissen hatte, denn dann muss man ihn im richtigen Moment durch Aufrichten der Wiimote festhaken. Und das klingt leichter als es eigentlich ist! Nach gefühlten 100 Versuchen hatte ich dann endlich so langsam den Dreh raus und der Fisch war an der Angel. Darauf ging es dann ans Einholen der Schnur, was durch Kurbeln des Nunchuks erledigt wird. Nach diesen Strapazen durfte ich dann endlich den ersten stinkigen Fisch mein eigenen nennen! War schon eine leicht frustrierende Erfahrung.

 

Aber voller Stolz, dass ich den Fisch gefangen habe, machte ich mich auf zur weisen Schildkröte, die mir dann aber nur prompt sagte, dass ich von jeder Art ein Viech in diesem Gewässer fangen und ihr bringen soll, damit sie mir einen speziellen Köder anfertigen kann, mit dem ich dann den uralten Fisch beschwören und fangen kann. Joa, gesagt getan! Ist das Werk vollbracht, gelangt man in die nächste Welt mit neuen Fischvariationen! Insgesamt erhält man Zutritt zu fünf Welten, von Abyss bis zum Himmel ist alles dabei und in jeder Welt findet man auch wieder das Panzertier und die zwei Hütten. Und natürlich darf man in allen fünf Gewässern dieselben Aufgaben erledigen, sprich alles fangen, der Kröte bringen und den Boss-Fisch zu Sushi verarbeiten. Aber Obacht! Beim Angeln muss man auch aufpassen, dass einem nicht der Piranha in die Quere kommt, der gerne mal die Angelroute in ihre Bestandteile zerlegt.

 

 

Die Technik

 

Die Steuerung funktioniert eigentlich ganz gut, sobald man den Dreh raus hat. Sowohl beim Auswerfen der Leine, als auch beim Einholen der Schnur bedarf es etwas Feingefühl, um ein Erfolgserlebnis genießen zu dürfen, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Teilweise war es sogar wirklich ein Kampf, den fest gehakten Fisch einzuholen, da einige Exemplare doch einiges an Kraft haben. Dass ging richtig auf den Arm, den ich dann auch am nächsten morgen gespürt habe! Sonst gibt es auch nicht allzu viel zu berichten oder zu bemängeln an der Steuerung, da man abgesehen vom Angeln nicht viel machen muss.

 

Die Grafik konnte mich doch ganz gut überzeugen! Ich mag einfach diesen Stil, der an Cartoons aus den 90ern erinnert. Cocoto sieht in seinem Cell-Shading-Look knuffig doof aus und war mir von Anfang an sympathisch. Auch die Gestaltung der Meeresbewohner ist Neko Entertainment gut gelungen, mit ihren vielen Variationen und dem verrückten Aussehen, das gerne mal an den 3-äugigen Fisch aus den Simpsons erinnert. Nur an der Oberfläche sieht alles etwas mager aus, abgesehen von den Hütten und ein paar Felsen sieht man nichts außer dem weiten Meer. Enttäuscht bin ich vom Sound des Spieles. Die Musik, die im Hintergrund läuft ist zwar ganz angenehm, aber nicht abwechslungsreich genug und nach meinen 100 Fehlversuchen beim Angeln ging mir das demotivierende Rumgestöhne von Cocoto ziemlich auf den Keks.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Für 700 Wii Points kann man sich Cocoto Fishing Master durchaus zulegen, wenn man Spaß am angeln hat. Eine ernst zunehmende Angel-Simulation darf man hier zwar nicht erwarten, aber das Spiel wird ganz gut präsentiert und es macht auch schon Spaß, die kuriosen Fische zu fangen, wenn man endlich mal den Dreh raus hat. Vielleicht war ich aber auch einfach zu dämlich für die Steuerung ;). Sollte Neko Entertainment beabsichtigen, einen weiteren Titel heraus zu bringen, sollten sie sich aber unbedingt einen neuen Story-Schreiber suchen, der es fertig bringt, eine Geschichte zu entwickeln, die mehr Fragen beantwortet, anstatt sie bis zum Ende hin offen zu lassen!

Grafik

ok

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

ok

60%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

20.06.2008

Developer

Neko Entertainment

Publisher

Nintendo

Nintendo Points

700

USK Freigabe

ohne Altersbeschränkung

Anzahl Spieler (Lokal)

1


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes