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Reviews: WiiWare

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World of Goo

Puzzle

23.03.2009

Autor: Mario Kablau

 

 

Eine Welt aus Schmiere!

 

Bei World of Goo handelt es sich im Wesentlichen um ein Puzzle-Spiel, dass auf realistischer Schwerkraftphysik basiert. Mit der Wiimote bewegt man die so genannten Goobälle an einen frei wählbaren Ort auf dem Spielfeld und baut damit nach und nach ein Konstrukt auf, mit dem schlussendlich das Ziel erreicht werden muss. Dabei handelt es sich um ein Rohr, in das die übrig gebliebenen Goobälle hineingesaugt werden. Wenn die erforderliche Anzahl erreicht ist, gilt der Level als geschafft. Was hier im ersten Moment wie ein ziemlich simples und vielleicht sogar langweiliges Spielziel klingt, offenbart sich schnell als das genaue Gegenteil.

 

Die (drei!) Entwickler haben den größten Wert darauf gelegt, dass das Schwerkraftverhalten realistisch abgebildet wird. Baut man also zum Beispiel einen immer höher werdenden Turn, dann muss man sehr genau darauf achten, dass alles gerade und stabil ist, denn sonst gerät das Konstrukt leicht ins Schwanken und fällt am Ende um, was in den meisten Fällen einen Neustart des Levels nach sich zieht. Da sich auf dem Konstrukt gleichzeitig auch noch die bisher nicht verwendeten Goobälle frei bewegen können, haben diese natürlich auch einen Einfluss auf die Stabilität des Ganzen. Als Spieler muss man eine ganze Menge Dinge im Auge behalten und sich so zum Ziel bauen. Doch natürlich ist das Ziel nicht immer leicht zu erreichen.

 

In insgesamt vier Kapiteln und dem Epilog gibt es knapp 50 Levels, die es zu meistern gilt. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei nicht nur durch die immer kompliziertere Umgebung an, sondern auch durch neue Baumöglichkeiten und verschiedene Arten von Goobällen. Während man die ersten nur einmal platzieren kann, kommen später auch Varianten dazu, die mehr Verbindungen eingehen können und solche, die sich im Nachhinein auch wieder entfernen lassen. Ebenso spielen Wind und Feuer eine große Rolle. Insgesamt ist die Abwechslung gigantisch, denn kein Level ähnelt einem anderen auch nur entfernt. So steht man wirklich jedes Mal wieder ganz am Anfang und muss sich überlegen, wie das Ziel am besten erreicht wird, ohne dass das Konstrukt kollabiert oder in Flammen aufgeht.

 

Die Entwickler haben sich dazu auch noch eine lustige Geschichte einfallen lassen, die wirklich nett verpackt ist. Die Ideen sind sehr gut und es fördert zusätzlich die Motivation, da man schnell so neugierig wird, wie es wohl weiter geht und welches Geheimnis sich hinter der mysteriösen Welt verbirgt, dass man die Wiimote nur schwer wieder weglegen kann.

 

Dazu kommt noch, dass ein zweiter Spieler jederzeit einfach eine Wii-Fernbedienung in die Hand nehmen und dann mit einsteigen kann. Jeder Level lässt sich so auch zu zweit lösen, was den Spaß noch mal etwas vergrößert. Hat der zweite Spieler keine Lust mehr, dann kann er ebenso schnell einfach wieder aussteigen.

 

Etwas schade, und mein einziger Kritikpunkt, ist es, dass es keinen Leveleditor gibt, obwohl er sich wirklich anbieten würde. Wenigstens haben sich die Entwickler bereits dazu geäußert und angekündigt, dass es wahrscheinlich neue Levelpakete zum Download geben wird. Warum es keinen Editor gibt, ist mir ein Rätsel, das leider dafür sorgt, dass ich ein paar Punkte abziehen muss.

 

 

Die technische Seite!

 

Für einen WiiWare-Titel, der von nur drei Personen entwickelt wurde, ist World of Goo absolute Spitze. Alles wirkt wie aus einem Guss, es gibt keine Bugs und alles funktioniert wie es funktionieren soll. Die Grafik ist zwar nichts weltbewegendes, aber die dahinterstehende Physikengine ist einfach unglaublich. Alles verhält sich genau so, wie man es in der echten Welt erwarten würde, was den Titel extrem eingänglich macht. Es ist dennoch gleichzeitig auch eines der optisch besten WiiWare-Spiele. Die Hintergründe sind wunderschön, die Animation der Figuren stimmig, es läuft ohne Ausnahme flüssig und die Zwischensequenzen sind stilistisch eine Augenweide.

 

Die Musik legt da noch eine ganze Schippe oben drauf, ich würde sogar soweit gehen, den Soundtrack als einen der besten auf der Konsole zu bezeichnen. Er kann zwar nicht mit der Vielfalt von Super Smash Bros. Brawl oder den Orchesterklängen von Super Mario Galaxy mithalten, aber für einen Download-Titel kann man sich kaum etwas Besseres wünschen. Die Melodien sind ausnahmslos Ohrwürmer, die einen so schnell nicht mehr loslassen. Ein bisschen wie ein Mix aus Herr der Ringe und Star Trek. Auch wenn es keine Sprachausgabe gibt, bekommt der Download-Titel in diesem Bereich ohne Frage die Höchstnote.

 

Die Steuerung ist auch perfekt programmiert. Das Ziehen und Ablegen der Goobälle ist kinderleicht, so dass man sich voll und ganz auf das Lösen der Levels konzentrieren kann. Lediglich das Scrollen kann manchmal etwas nervig sein, weil der Randbereich, also der Bereich, in dem der Bildschirm sich anfängt zu bewegen, wenn man den Pointer dahin bewegt, für meinen Geschmack etwas zu groß ist. Daran gewöhnt man sich aber auch schnell.

 

 

Ein Levelbeispiel!

 

Um das Spielprinzip vorzustellen, habe ich mir ein Level ausgesucht, dass ich euch detailliert vorstellen will. In diesem spielen Luftballon-Goos eine ganz große Rolle, denn gemeinsam mit diesen muss man eine lange Strecke waagerecht überqueren, wobei der Boden stachelig ist und Goobälle bei Berührung zerstört werden. Den Ablauf seht ihr auf den folgenden Bildern:

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn ihr jetzt denkt „Das ist ja einfach“, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, denn erstens muss man auf die Lösung auch erst einmal selbst kommen und zweitens ist das ein Level aus dem ersten Kapitel, also eine der Einsteigeraufgaben. Außerdem sind, wie bereits gesagt, alle Levels komplett unterschiedlich, so dass man sich kaum über mangelnde Gehirnbelastung beschweren kann. Für die 50 Levels wird man in etwa 5-10 Stunden benötigen, hat dann aber noch einen Anreiz, seine Strategie in jedem Level zu optimieren, denn es gibt lohnenswertes Bonusmaterial und sogar ein nettes, wenn auch kleines, Online-Feature, das ich hier aber nicht spoilern will. Es gibt also absolut keinen Grund zur Klage. Das Spiel ist jeden Cent der 15 Euro locker wert!


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Fazit

World of Goo ist für mich schon jetzt das Download-Spiel des Jahres 2009 und ich kann mir sogar nur schwer vorstellen, dass es in diesem Genre auf WiiWare überhaupt jemals getoppt werden könnte, denn es gibt einfach nichts, was nicht absolut perfekt und fehlerfrei funktioniert. Dazu ist das Spielprinzip sehr frisch und fordernd und es macht einfach riesig viel Spaß. Zuletzt sind Grafik und Musik erste Sahne, so dass es wirklich keinen Grund gibt, das Spiel nicht herunterzuladen. Außer vielleicht, wenn man Puzzlespiele auf den Tot nicht ausstehen kann. Wer aber nur entfernt etwas mit dem Genre anfangen kann, der MUSS diesen Titel einfach haben. Ein Nachfolger wird es eher nicht geben, aber die Chancen für weitere Levels sehen nicht allzu schlecht. Ein paar Wertungspunkte kostet die Tatsache, dass es keinen Leveleditor gibt.

Grafik

gut

Sound

super

Steuerung

super

Spielspaß

super

95%

Singleplayer

-

Multiplayer

Developer

2D Boy

Publisher

2D Boy

Nintendo Points

1.500

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


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