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Reviews: WiiWare

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FAST - Racing League

Rennspiel

02.06.2011

Zum Video-Review

Autor: Mario Kablau

 

 

Schnell, schneller, FAST!

 

Wenn es ein Genre gibt, dass auf der Wii in ihrem schon fast fünfjährigen Leben zu kurz gekommen ist, dann ist es das der futuristischen Rennspiele. Und dass, obwohl Nintendo es mit F-Zero auf dem SNES erfunden hat. Blöderweise waren die Japaner mit dem aus Fansicht extrem gelungenen F-Zero GX für den GameCube nicht so zufrieden, so dass die Reihe seitdem vergeblich auf einen Nachfolger wartet. Dieser Lücke schafft nun Shin'en mit FAST - Racing League für WiiWare eine Füllung. Aber kann ein Download-Spiel wirklich in die Fußstapfen von F-Zero treten? Will es das überhaupt?

 

Auf den ersten Blick könnte man das meinen, je genauer man hinsieht, desto deutlicher erkennt man jedoch, dass die Entwickler in eine andere Richtung gedacht haben. Während es bei F-Zero darum geht, sich gegen Massen von Gegnern in hart umkämpften Rennen durchzusetzen, geht es bei FAST extrem taktisch zu. Warum? Das Fahrzeug kann quasi jederzeit zwischen zwei Phasen hin und her geschaltet werden: schwarz und weiß. Auf der Strecke verteilt befinden sich diverse schwarze und weiße Elemente, die das Fahrzeug beeinflussen. So gibt es zum Beispiel schwarze und weiße Felder, die den Gleiter stark beschleunigen, wenn man in der richtigen Farbe darüber fährt und stark abbremsen, wenn man die falsche Wahl getroffen hat. Ebenso gibt es Sprungfelder, die manchmal für zusätzliche Energie sorgen, hin und wieder aber auch vor einem Sturz in den Abgrund bewahren. Zuletzt sind noch Magnetfelder unter der Decke erwähnenswert, die das richtig eingefärbte Fahrzeug nach oben ziehen und beschleunigen.

 

Doch die benötigte Taktik geht noch einen Schritt weiter. Um die Phase zu wechseln muss man Energie-Items einsammeln, ist keine Energie vorhanden, dann hängt man in der gewählten Farbe fest, was schnell zum Absturz führen kann. Man muss also echt aufpassen, immer genug Energie zu haben. Zusätzlich lässt sich die Energie auch für einen Nachbrenner einsetzen, dafür sind allerdings ganze fünf Energie-Items vonnöten. Nachdem man diese Elemente in der Qualifikation gelernt hat, kann man sich ins wahre Getümmel stürzen und zunächst heulen...

 

 

Schwer, schwerer, FAST?

 

Wie man sich denken kann, erfordert das Element der Farben sehr viel Voraussicht vom Fahrer. Kennt man die Strecke nicht, setzt seine letzte Energie für den Nachbrenner ein und trifft dann weiß eingefärbt auf ein schwarzes Sprungfeld, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes groß. Und da das im eng umkämpften, acht Fahrzeuge umfassenden Teilnehmerfeld ziemlich viel Zeit kostet, muss man sich dann meistens ganz hinten anstellen. Gerade zu Beginn hat das bei mir für sehr viel Frust gesorgt, da ich schon den ersten Cup in der niedrigsten Stufe drei Mal versuchen musste, bevor ich mit Ach und Krach Dritter geworden bin. Erst dann wird der zweite Cup verfügbar.

 

Dieser Frust wird jedoch recht bald immer weniger, da man sich nach und nach daran gewöhnt, immer mit einem Auge direkt vor das Fahrzeug zu blicken und mit dem anderen so weit wie möglich nach vorne. Außerdem lernt man natürlich die Strecken immer besser kennen und kann so vorausschauender fahren. Wenn man einen Cup als mindestens Dritter beendet, dann schaltet man dadurch auch neue Fahrzeuge mit unterschiedlichen Eigenschaften frei. Je nach Stärke in den drei Klassen Geschwindigkeit, Gewicht und Beschleunigung eignet sich ein Fahrzeug unterschiedlich gut für die verschiedenen Strecken.

 

Vor allem merkt man das abseits der 12 Rennstrecken in den drei Cups bei den Herausforderungen. Hier gibt es 21 Aufgaben in drei Stufen, bei denen man entweder drei Runden einer eigens für diese Aufgabe erschaffenen Strecke in einer vorgegebenen Zeit fahren oder das Ziel in einer bestimmten Anzahl Sekunden erreichen muss. Andere Aufgaben erfordern zum Beispiel, Gegenstände einzusammeln, wofür ein schweres Fahrzeug sehr gut geeignet ist, da es auf dem rutschigen Untergrund eine höhere Stabilität zu bietet hat.

 

Daneben kann man die Strecken auch noch einzeln fahren, um sie zu trainieren oder um einfach nur sein Ergebnis zu verbessern. Auch erwähnenswert ist der Mehrspieler-Modus im Splitscreen für bis zu vier Spieler. Bei nur zwei menschlichen Spielern kann man dabei nicht nur die Teilung des Bildschirmes festlegen, sondern auch die Framerate. Während FAST im Singleplayer bei 60 FPS eingeloggt ist, darf man sich hier entscheiden, ob man die Bildwiederholung auf 30 Bilder pro Sekunde festsetzen oder sie variabel halten möchte. Das ist vorbildlich, da es in diesem Feld durchaus unterschiedliche Geschmäcker gibt. Zur viert hat man keine dieser Optionen.

 

Da man jedoch immer mit acht Gleitern am Rennen teilnimmt, wird es mit menschlichen Mitspielern nicht leerer auf den Pisten, allerdings auch nicht leichter, da man sich kaum gegenseitig unterstützen kann. Der Multiplayer ist jedoch gut gelungen, da er voll in das Hauptspiel integriert ist, flüssig läuft bei großen Bildschirmen auch eine ausreichende Übersicht bietet. Blöd finde ich nur, dass es keinen Online-Modus gibt, der gehört heute einfach dazu. Gerade, wenn man keine menschlichen Mitspieler hat, wäre das eine wirklich willkommene Abwechslung.

 

 

Hübsch, hübscher, FAST?!

 

Grafisch mach FAST einen wirklich gelungenen Eindruck, aber dass Shin'en hübsche Spiele programmieren kann, wissen wir ja schon länger. Viel mehr verwundert, wie sie es schaffen, bei den engen Grenzen von WiiWare so viel auf die Beine zu stellen. Hut ab! Ich wage sogar zu sagen, dass da aktuell kein anderer Entwickler mithalten kann. Bei diesem Spiel macht sich das zum einen durch die tollen Texturen und die sehr gute Beleuchtung bemerkbar, aber auch dank abwechslungsreicher Strecken, verschiedener Umgebungen und gelungener Effekte. Nicht zuletzt kommt auch noch die Geschwindigkeit gut rüber, so dass es an der Grafik eigentlich nichts zu meckern gibt, für WiiWare ist das absolut top.

 

Ein wenig beklagen möchte ich mich aber über die Musik. Klar, elektronische Sounds passen im Prinzip gut zu einem solchen Spiel, ich hätte mir aber mehr Abwechslung gewünscht. Bei F-Zero gibt es ja auch nicht nur Techno, sondern daneben etwas rockigere Sounds. Insgesamt ist die Musik aber keinesfalls schlecht und auch für einen Download-Titel qualitativ und quantitativ ausreichend, sich sticht aber leider nicht so aus der Masse hervor wie die Optik. Dazu kommt ein manchmal nerviger Sprecher, der ansagt, ob man zwei oder fünf Sekunden vor dem Zweiten oder hinter dem Siebten liegt. Ist man also Erster oder Achter wird man davon andauernd belästigt.

 

Die Steuerung ist dagegen sehr gelungen, besonders durch die gebotenen Optionen ist für jeden etwas dabei. So kann man per quer gehaltener Wiimote bzw. mit dem Wii Wheel steuern oder Wiimote und Nunchuk bzw. den Classic Controller einsetzen. Ich persönlich halte zwar generell nichts vom Classic Controller und auch die Steuerung durch Lenkbewegungen ist bei einem schnellen Rennspiel in meinen Augen eher suboptimal, aber da es die Controller nun man auf dem Markt gibt, kann man sie natürlich auch alle einbinden. Jedem das Seine. ;-)

 

 

Meckerecke!

 

Auch wenn die bisher geschrieben Zeilen fast ausschließlich positiv klingen, hat das Spiel leider auch seine Macken, die dafür sorgen, dass es nicht in hohe Wertungsränge vorstoßen kann. Zum einen ist da der schon erwähnte viel zu harte Einstieg. Warum man den Anfang nicht etwas weicher gemacht hat, kann ich nicht wirklich verstehen. Das gibt sich zwar, sorgt aber nicht gerade für Spielspaß wenn man mit FAST loslegt.

 

Darüber hinaus sind die Rennen meist nicht besonders spannend, da man keine Möglichkeit hat, die Gegner zu attackieren. So kann es vorkommen, dass man zum Beispiel an vierter Stelle liegt und einfach keine - bzw. nicht genug - Energie-Items einsammeln kann, weil die vor einem liegenden Fahrzeuge die Strecke leer fegen. Also fährt man vor sich hin und versucht, keinen Fehler zu machen, wirkliche Spannung kommt dabei aber nicht auf, sondern teilweise eher etwas Frust. Trotz der taktischen Elemente hat man einfach zu wenig Möglichkeiten und schon ein kleiner Fehler in einem Cup kann einem das gesamte Ergebnis versauen.

 

Auch über die Anzahl der Strecken könnte man meckern, ich finde 12 für ein WiiWare-Spiel zu dem Preis jedoch in Ordnung. Da es jedoch nicht belohnt wird, wenn man die Cups gewinnt - Dritter zu werden reicht immer aus - bleibt die Motivation auch nicht wirklich lange hoch. Lediglich der Mehrspieler-Modus kann, entsprechende Mitspieler vorausgesetzt, für längeren Spielspaß sorgen. Ein Online-Modus wäre jedoch eine absolute Wonne gewesen und ist für mich in der heutigen Zeit einfach Pflicht, auch bei Download-Spielen!

 

 

Vielen Dank an Shin'en für das Testmuster.


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Fazit

FAST - Racing League ist ein gutes Spiel, das jedoch nicht gänzlich überzeugen kann. Während die Optik das Beste ist, was wir auf WiiWare zu Gesicht bekommen und auch die Steuerung gut gelungen ist, hapert es leider an einigen anderen Ecken. So sind die Rennen trotz der taktischen Komponente teilweise sehr langweilig, da es quasi egal ist, ob man alleine auf der Strecke unterwegs ist oder mit Gegnern. Der Umfang ist in Ordnung, jedoch mangelt es dem Multiplayer an einem Online-Modus. Dennoch macht es zu viert vor einem ausreichend großen Fernseher Spaß, gemeinsam zu zocken, auch wenn die Langeweile hier teilweise ebenso einzieht. In einem Satz: Hohes Potential, leider aber einiges davon verschenkt. Schade. Freunde von futuristischen Rennspielen kann ich den Download aber dennoch ans Herz legen, alle anderen werden eh einen Bogen um den Titel machen.

Grafik

super

Sound

ok

Steuerung

gut

Spielspaß

ok

69%

Singleplayer

70%

Multiplayer

Release

27.05.2011

Developer

Shin'en Multimedia

Publisher

Shin'en Multimedia

Nintendo Points

1.000

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-4


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