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N-Zyklopädie

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Erlebnisbericht NCON XI

20.11.2012

Autor: Michael Lehmenkühler

 

 

Seit mehr als einem Jahrzehnt begeistert die Nintendo Convention, kurz NCON, mittlerweile Nintendo-Fans aus dem deutschsprachigen Raum. So stand in diesem Jahr vom 28. bis zum 30. September schon die elfte Ausgabe des Fantreffens an. Der Veranstaltungsort war diesmal aus persönlichen Gründen der Organisatoren nicht mehr das kultige Hallenbad in Wolfsburg, sondern die Schützenhalle im sauerländischen Meschede-Calle. Diese hatte sich bereits auf den letzten Ausgaben der ähnlichen NWarp-Convention als geeignet erwiesen, man ging also kein Risiko ein. So bekamen die geschätzten 80 Teilnehmer aus Deutschland, Luxemberg, der Schweiz und auch Frankreich einmal mehr ein sehr gelungenes und spaßiges Wochenende unter Gleichgesinnten geboten.

 

Die NCON eignet sich im Prinzip für jeden nerdig angehauchten Menschen mit Interesse an Videospielen, da das Rahmenprogramm sehr vielseitig ist. Zwar gab es diesmal leider keine lustige Live-Auktion, aber dafür wurde es wieder einmal sehr musikalisch. Neben dem obligatorischen Musikquiz, bei welchem es darum geht, Songschnippsel aus den unterschiedlichsten Nintendo-Spielen zu erraten, bot der Pianist Philippe Labutin aus Paris wieder ein wunderbares Klavierkonzert mit Liedern aus verschiedenen Videospielen an, welches jedes Nerdherz höher schlagen ließ. Als am Ende diverse Dragonball-Titelsongs gespielt wurden und die ganze Halle aus vollster Kehle mitsang, hätten sich Außenstehende sicher fragen müssen, auf welchem Planeten sie denn hier gelandet waren .

 

Ein weiteres außergewöhnliches Highlight war das Familienduell, eine beliebte Gameshow aus den 90er-Jahren, welche hier in einer Nintendo-Variante mit charmanter Moderation gespielt wurde – Allgemeinwissen war von den Fünfer-Teams aber auch gefragt, was für allerlei kuriose und lustige Antworten sorgte. Im Vorprogramm zum großen Familienduell-Finale wurde ein sehr interessanter Speedrun zu Zelda – Ocarina of Time auf dem N64 geboten, welcher für offene Münder unter den Zuschauern sorgte. Schon irre, ich frage mich immer wieder, wer solche Glitches herausfindet, ich kann mir das nicht ansatzweise vorstellen wie man das macht .

 

Turniere durften jedoch natürlich auch nicht fehlen, so standen diesmal Mario Kart Double Dash im 16er-LAN, Mario Kart Wii mit WLAN, der WiiWare-Geheimtipp Driift Mania sowie Mario Bros. im Versus-Mode auf dem Plan. Der Turnierplan wurde also ein wenig abgespeckt, aber aufgrund der anderen Programmpunkte war auch wirklich nicht mehr Zeit für zusätzliche Turniere vorhanden, im Gegenteil – Verzögerungen ließen sich auch diesmal nicht vermeiden. Bei den Turnieren entpuppte sich gerade Driift Mania wieder als ein absolut perfektes Turnierspiel, da es sehr eingängig und mit acht Personen an einem Bildschirm spielbar ist und somit einen kaum nennenswerten Aufbau-Aufwand mit sich bringt. Erste Sahne! Mario Kart Wii hat im Gegenteil zum immer noch fantastischen Mario Kart Double Dash mittlerweile allerdings wirklich kaum noch eine Daseinsberechtigung, da es dem GameCube-Pendant in nahezu jeder Hinsicht unterlegen ist und hauptsächlich nur noch Clanspieler hinter dem Ofen hervor lockt. Zwei Mario Kart-Turniere sind zudem eins zu viel, es sei denn, man ist bei DSDSMKS zu Gast.

 

Wer gar keine Lust auf Turniere oder dergleichen hat, findet aber auch genug Gleichgesinnte, da viele der Anwesenden auch einfach ein Bierchen trinken, Karten- oder Gesellschaftsspiele spielen, herumblödeln oder Fußball gucken.

 

Abgerundet wurde das Wochenende durch eine abschließende Tombola, bei denen ein Nintendo 3DS als Hauptpreis vergeben wurde. Mit leeren Händen musste jedoch niemand nach Hause gehen, da Samstags jedem Anwesenden eine kultige Sonic-Kappe geschenkt wurde, welche dann direkt für ein selbst gedrehtes Promovideo zum neuen Sonic Funracer genutzt wurde. Ob Sega auf das Video noch zurückgreifen wird, ist die Frage, lustig war es allemal.

 

Für Verpflegung sorgte der örtliche Pizzadienst, was jedoch immer für etwas Chaos sorgte. Das Frühstück war wie immer im Gesamtpreis von ca. 25 € enthalten und sehr gut – man merkt einfach, dass einer der Teilnehmer eine Ausbildung zum Koch abgeschlossen hat. Auf die Nachtruhe wurde diesmal verstärkt geachtet, was die Freunde nächtlicher Karaoke-Action zwar verärgerte, aber aus demokratischer Sicht natürlich akzeptiert werden musste. Im Vergleich zur NWarp wurde aufgrund der höheren Teilnehmerzahl übrigens ein zusätzlicher Schlafraum bereit gestellt.

 

Generell ist die lockere, fröhliche Atmosphäre auf dieser Veranstaltung ihr größter Pluspunkt. Ohne die Leute wäre die NCON logischerweise nicht möglich, sodass auch neue Gesichter immer gern gesehen sind. Eine gewisse Grüppchenbildung lässt sich bei einer so hohen Anzahl an Teilnehmern natürlich nicht vermeiden, jedoch dürfte man hier immer jemanden zum Zocken oder Quatschen finden. Bemerkenswert ist jedoch, dass mittlerweile fast mehr Xbox-Konsolen von den Gamern mitgebracht werden, als Nintendo-Produkte. Die Wii U wird dies jedoch vermutlich wieder ändern.

 

Die nächste NCON wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 wieder in Wolfsburg stattfinden – dies ist auch gut so, da das spezielle NCON-Flair in dieser Halle ein Stück weit verloren ging und es sich eher wie eine größere NWarp anfühlte. Dennoch war es unter dem Strich eine absolut großartige Veranstaltung, unzufrieden ging praktisch niemand nach Hause. Mein Bericht mag hier etwas nach Werbetext klingen, das liegt aber einfach daran, dass ich auf diesem Event immer wieder eine riesige Menge Spaß habe.


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