Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo 3DS

< zurück

Ralph Reichts

Jump 'n Run

19.12.2012

Autor: Christian Kohls

 

 

Eines gleich vorneweg: ich habe bis zum Erscheinen dieses Tests den Kinofilm Ralph Reichts noch nicht gesehen, allerdings sollte dieser Test dennoch eine Aussage über die Qualität des Spiels welches für sich selbst steht treffen können.

Die Voraussetzungen hätten für ein Videospielumsetzung eines Kinofilmes nicht besser sein können. Wann hat ein Studio schon einmal die Möglichkeit ein im Spieleuniversum angesiedelten Film zu versoften. Man könnte so viele tolle Anspielungen auf die gesamte Videospielszene machen, so viele Cameos einbauen, die Rechte hat der Film schließlich auch und generell ein richtig tolles Spiel schaffen. Wie gesagt, man könnte...

 

Invasion der Roboterkäfer

 

Da ich den Kinofilm noch nicht gesehen habe fällt mir die Einordnung der Story des Spieles ein wenig schwer. So sind am Anfang des Spiels Ralph und sein vermeintlicher Gegenspieler Fix it, Felix die besten Freunde. Eines Tages kommt es zu einer Invasion durch Roboterkäfer, die sogenannten Cybugs, welche drei Welten befallen. Unser Gespann macht sich also auf die Käfer wieder aus den besetzten Gebieten zu vertreiben. Damit ist auch schon alles zur Story gesagt, wer einige Wendungen erwartet wird bitter enttäuscht. Aber da Ralph Reichts ja ein Jump & Run ist kann man über eine schwache Story noch hinweg sehen.

Worüber man allerdings weniger hinweg sehen kann ist das dröge Gameplay.

 

Jumper ohne Tiefgang

 

Ralph Reichts ist ein Jump & Run und erfindet in dieser Hinsicht das Rad nicht neu. Eure Aufgabe ist es die Helden durch ein Level zu steuern in dem es auf gezielte Sprünge ankommt und sich auch einige Gegner in Form der Cybugs in den Weg stellen. Das besondere ist das ihr wie bei Trine euren Charakter jederzeit wechseln könnt, was auch Notwendig ist weil beide Charaktere individuelle Fähigkeiten besitzen. Ralph ist eher fürs Grobe geeignet, denn er kann kraftvoll zuschlagen und damit Kisten und Gegner zerstören. Außerdem beherrscht er eine Art Rempelattacke mit der er alle Gegner vor sich überwältigt. Seltsamerweise ist er auch der einzige Charakter der Leitern hoch klettern kann. Felix ist hingegen eher geschickt. Mit seinem magischen Hammer kann er kaputte Terminals reparieren welche euch Tore öffnen. Zwar ist Felix nicht so stark wie Ralph, aber dafür kann er seinen Hammer werfen und beherrscht damit einen Fernkampfangriff. Das was Felix aber in meinen Augen weit wichtiger und besser als Ralph macht ist die Fähigkeit des Doppelsprungs. Ich habe ungefähr 80 % der Zeit mit Felix gespielt und nur dann zu Ralph gewechselt wenn es notwendig war.

Das Spiel ist um einiges leichter mit Felix, aber das Spiel ist generell ziemlich einfach. Beide Charaktere haben einen Lebensbalken welcher sich äußerst langsam leert. Bevor ihr ernsthaft in Schwierigkeiten kommt habt ihr schon wieder ein Item gefunden welches eure Lebensenergie wieder auffüllt.

Wären das jetzt alle Mängel gewesen könnte man das vielleicht noch verkraften, aber nein es gibt noch mehr zu meckern. Das Spiel ist nämlich meistens schnarchlangweilig. Es passiert einfach nicht genug und das Spiel hat einfach keine Innovationen. Oft ertappte ich mich dabei wie ich mir wünschte, dass das aktuelle Level endlich vorüber sein sollte.

Als ich nach einer ersten Session auf meinen Statistik Bildschirm schaute war ich schon etwas verwundert das ich nach 30 Minuten schon 26% des Spiels geschafft hatte. Der anfängliche Eindruck bestätigte sich nach 2 Stunden die Credits über den Bildschirm flackerten. Ralph reichts ist also ein sehr kurzes Spiel. Das merkt man natürlich auch an der Anzahl der Level. Die drei Welten beinhalten jeweils vier Level, das sind gerade mal 12 Stück, und einen Boss. Übrigens Bosskämpfe: das Spiel beinhaltet so etwas wie einen Bossrush. Dies allerdings nicht als einen zusätzlichen Spielmodus sondern ihr müsst erst alle 12 Level durchspielen bevor ihr den Boss jeder Welt zum Duell fordern könnt. Wieso um alles in der Welt kann ich den Boss einer Welt nicht anwählen sondern muss erst die Level der anderen Welten beenden? Vielleicht liegt es daran das die Bosskämpfe das Highlight des Spiels sind. Aber auch wenn sie die Höhepunkte sind verlieren sie einen Vergleich zu anderen Genrekollegen doch sehr deutlich.

 

Präsentation

 

Leider bleibt es nicht nur bei schlechtem Gameplay. Die Präsentation des ganzen ist nämlich höchstens als Durchschnittlich zu bezeichnen. Als einzige Ausnahme seinen die Sprecher der Charaktere zu nennen. Diese machen ihren Job ganz gut, allerdings dürfen sie nur belanglose und uninteressante Unterhaltungen führen. Die Grafik ist in schlichten 2D mit einem obligatorischen 3D Effekt gehalten. Überhaupt wirkt die Kulisse sehr steril und manchmal nicht wie aus einem Guss. Auch die teils hölzernen Animationen der Hauptcharaktere und Cybugs tragen nicht zu einem positiven Gesamteindruck bei. Die Musik plätschert im Hintergrund vor sich hin und keines der wenigen Musikstücke besitzt Ohrwurmcharakter.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Activision hats verbockt! Aus der Ralph Reichts Lizenz hätte man etwas Großartiges schaffen können was jedes Zockerhetz höher schlagen lässt. Stattdessen wurde ein 08/15 Jump & Run entwickelt welches zu keiner Zeit auch nur Ansatzweise die Raffinesse, den Ideenreichtum und die Abwechslung von anderen Jump & Runs erreicht. Auch in Zeiten des Super Mario Overkills solltet ihr lieber noch zum X-ten Mario Ableger greifen als euch Ralph Reichts für den 3DS anzutun.

Grafik

sch...

Sound

sch...

Steuerung

schwach

Spielspaß

sch...

21%

Singleplayer

-

Multiplayer

Release

30 November 2012

Developer

Pipeworks

Publisher

Activision

USK Freigabe

6+



Neue Wertungsskala für 3DS-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort bei 3DS-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Juni-Ausgabe: E3 2014

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes