Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Reviews: Nintendo Wii U

Award für Multiplayer Award für Optionsvielfalt

< zurück

Sonic & All-Stars Racing Transformed

Rennspiel

18.12.2012

Autor: Sascha Zhivkov

 

 

Sonic & All-Stars Racing Transformed bereitet mir ein großes Problem: Ich vergesse ständig den etwas umständlichen Titels des Spieles. Ich nenne es dann nur noch Sonic Racing. Das ist aber tatsächlich eines der größten meiner Probleme mit dem Spiel. Was das heißt? So viel zu meckern habe ich gar nicht. Der Titel ist, vielleicht überraschenderweise, ziemlich gut geworden!

 

Versetzen wir uns in vergangene Nintendo-Konsolenzeiten zurück, so ist für viele unter den glücklichsten Spielerinnerungen sicherlich auch irgendein Teil des Funracers Mario Kart. Ob alleine oder ob mit Freunden, ob in Cups oder ob im Battle Mode, die Reihe hat schon so manchen Abend versüßt. Für die Wii U ist bislang kein Ableger angekündigt, weshalb Sonic & All-Stars Racing Transformed in eine tolle Lücke stößt.

 

 

Warum eigentlich Transformed?

 

Auch wenn ich mir den Spieltitel nicht merken kann, so verrät er doch gleich einen ganz wesentlichen Bestandteil des Spiels: Das ständige Wechseln des Fahrzeuges. Dabei nimmt Sega Anleihen an Diddy Kong Racing. In dem N64-Hit konnte man mit Auto, Flugzeug und Hovercraft durch die Oberwelt rasen und Rennen bestreiten, die sich dann auch jeweils sehr unterschiedlich spielten. Sonic Racing führt dieses Prinzip noch weiter: Die Fahrer tauschen an bestimmten Punkten im Rennen (durch Kreise sichtbar) ständig ihren Untersatz. Hinzu kommt, dass manche Strecken sich während des Wettkampfes selbst stark verändern und zum Beispiel bei Skies of Arcadia auseinanderbrechen. Somit werden in drei Runden häufig unterschiedliche Streckenführungen möglich – das wirkt sehr frisch und lebendig.

 

Die einzelnen Charaktere steuern sich dabei immer mit ihren Eigenheiten und anderen Stärken und Schwächen. Sie sind in ihrem Balancing gut gelungen. Neben aus dem Sonic-Universum bekannten Charakteren wie Sonic, Tails und Dr. Eggman sind beispielswiese Beat (Jet Set Radio), Amigo (Samba de Amigo) oder Vyse (Skies of Arcadia) dabei. Wii U-Besitzer dürfen außerdem mit ihrem Mii antreten. Benutzt man einen Fahrer, so gewinnt er Punkte, die irgendwann zum Level-Up führen und neue sogenannte „Kits“ freischalten. Kits verändern die Werte der Fahrer in fünf Kategorien, sodass sie sich wieder anders steuern. Gelingen bestimmte Herausforderungen, zum Beispiel das Abschießen von Gegnern aus langer Distanz, kann man auch Sticker freischalten. Überhaupt belohnt das Spiel häufig und in gut dosierten Abschnitten.

 

 

Motivierende Karriere

 

Sega schickt uns in einer Vielzahl verschiedener Modi durch Strecken und Herausforderungen des gesamten Sonic-Universums. Die Karriere bildet den Kernmodus. Neben klassischen Rennen muss man hier auch in anderen Herausforderungen antreten und zum Beispiel unter Zeitlimit driften, durch Ringe fliegen, dem Verkehr ausweichen oder Panzer abschießen. Erfreulich ist, dass die Anzahl klassischer Rennen mit zunehmender Dauer abnimmt und durch die anderen, teils schweren Herausforderungen ersetzt werden. Alle Aufgaben sind in drei Schwierigkeitsgraden zu meistern, wobei man entsprechend einen bis drei Sterne bekommt. Die Sterne braucht man, um in der Karriere neue Wege freizuschalten und in die nächsten Welten zu kommen. Auch viele Charaktere können hier freigeschaltet werden und Strecken werden in den anderen Menüs jetzt auch einzeln anwählbar.

 

Gegen Ende braucht man verdammt viele Sterne, um alles Verästelungen der Welten zu erreichen und alles freizuschalten. Das ist gar nicht so leicht, da der Schwierigkeitsgrad knackig ausfällt: Bereits das Meistern „normaler“ Aufgaben erfordert einiges an fahrerischem Geschick, während „schwere“ Aufgaben tatsächlich bockschwer sind. Man sollte das Spiel wegen der kunterbunten Präsentation also keinesfalls unterschätzen. Die KI ist dennoch niemals unfair, da sie nicht nur auf mich zielt, sondern auch die anderen Teilnehmer genauso attackiert. Selbst im schweren Modus kann man mit 1-2 Fehlern pro Rennen noch gewinnen. Für jüngere Spieler könnte manche Herausforderung dann vielleicht aber doch frustrierend werden.

 

Die einsetzbaren Items in den klassischen Rennen würde ich „zweckgemäß“ nennen. Allerdings kommt man nicht umhin, sich einen geistigen Gegenpart in Mario Kart vorzustellen. Zumindest ging es mir so. Die Drohne erinnert an die zielsuchende Schildkröte, der Handschuh an die festgehaltene Banane und die Eisklumpen an den grünen Panzer. Trotzdem sind einige innovativere Items dabei, so beschleunigt der Hotrod die Pferdestärken des Motors massiv, muss aber rechtzeitig „gesprengt“ werden, damit man selbst keinen Schaden erleidet. Glücklicherweise werden auch Gegner in der Nähe von dieser Explosion erfasst.

 

 

Die heimlichen Stars: Die Strecken

 

Sonic Racing bietet insgesamt zwanzig Kurse, die sich wie eine Hommage an die große Vergangenheit von Arcade- bis zu Wii/Xbox 360/PS 3-Titeln der eigenen Reihen spielen. Mit dabei sind unter anderem neben den bereits erwähnten fliegenden Inseln von Skies of Arcadia (mit passendem Luftkrieg!) ein Super Monkey Ball-Track, die Ruinen eines Panzer Dragoon und die Hügel und Slot-Machines diverser Sonic-Spiele. Toll! Wie bereits erwähnt, verändern sie sich alle im Laufe eines Rennens. Auf eigentlich keinem Kurs ist man die ganze Zeit nur mit einem Fahrzeugtyp unterwegs. Mein absoluter Favorit übrigens ist „Race of Ages“, die man erst recht spät freischalten kann. Eine Mischung aus Rainbowroad in rot mit dem Kart und dann Hovercraft- und Flugeinlagen (je nach Runde), bei denen man ständig stromgeladenen Hindernissen und Kraftfeldern ausweichen muss.

 

 

Gelungene Einbindung des GamePads

 

Die Wii U-Edition bietet eine gelungene Einbindung des GamePads, wodurch man sich von den auf Xbox 360 und PS3 erschienenen Versionen abhebt. Dies gilt für den Multiplayer (siehe unten), aber auch solo: Während normaler Rennen ist eine Karte auf dem unteren Bildschirm zu sehen, die man jedoch in der Hektik des Geschehens eigentlich nie ansieht. Außerdem bietet sie exklusiv eine Rückspiegelfunktion, die allerdings ebenfalls meist nur kurz benutzt wird, um Kontrahenten nach hinten eins mit den Items einzuheizen.

 

Sehr erfreulich ist, dass das Spiel komplett auf dem GamePad bei ausgeschaltetem TV spielbar ist. Jedoch musste ich erst mal herausfinden, dass dies durch einfaches „hochziehen“ mit dem Finger auf dem Tablet funktioniert. Das Spiel verlangt dann eine Bestätigung, was gut ist, aber wirklich erklärt hat man mir die Wechselfunktion vorher glaube ich nicht. Überhaupt muss man sich in viele Dinge selbst einarbeiten, so ist das Driften beispielsweise sehr wichtig, um aus Kurven mit einem Boost zu kommen und so Boden gutzumachen. Man hat den Bogen schnell raus, trotzdem macht nur Übung den Meister, was am schon erwähnten Schwierigkeitsgrad liegt.

 

Auch eine Steuerung mit Wiimote und Nunchuk ist theoretisch möglich, wurde von meinen Mitspielern aber als seltsam empfunden. Schon viel besser gelang ihnen dies mit dem Classic Controller der Wii, auch wenn man dort Beschleunigen und Bremsen/Driften seltsamerweise standardmäßig auf die kleineren inneren Schultertasten gelegt hat. Man kann zwar umstellen, aber eine freie Tastenbelegung ist nicht möglich. Mit dem GamePad fühlt es sich am besten an, auch wenn das ständige Gedrückthalten des Gaspedals (also Schulterbuttons) irgendwann etwas in den Händen ziehen kann.

 

 

Was gibt es sonst noch so? Einen tollen Multiplayer, einige coole Modi und exklusive Minispiele

 

Das war aber bei weitem noch nicht alles. Das Spiel bietet noch weitere Modi. Im Grand Prix kann man Cups ganz im Stile Mario Karts fahren, und dabei in den drei Schwierigkeitsgraden antreten. Weiterhin gibt es Zeitherausforderungen, deren schwerere Stufen wirklich ultrahart sind (schon in der Welttour fand ich die Zeitrennen schwierig) oder einzelne Rennen. Im Multiplayer können neben allen genannten Karierre-Modi viele weitere gespielt werden: sowohl lokal als auch online freie Rennen oder zum Beispiel der Arenamodus (also Battle Mode) gespielt werden. Mit Abstand am meisten Spaß macht „Fang den Chao“, bei dem man ganz im Stil von Capture the Flag den besagten Chao aufsammeln und ins Ziel tragen muss. Aber natürlich werden die Freunde versuchen, einem den Chao durch Rammen oder Items abzujagen – kurzum: ein Heidenspaß! Nur auf der Wii U dürfen dank GamePad übrigens fünf Fahrer lokal zusammen spielen - ein klarer Pluspunkt. Versionsexklusiv sind die Minispiele, die ich aber recht langweilig fand.

 

Leider war online bislang wenig los, oft fuhr man grade mal zu zweit oder dritt ein Rennen. Nur durch Absprache konnten wir mit mehr Leuten gemeinsam fahren – immerhin kann man aber mit Freunden eigene Channels aufmachen. Insgesamt liefen die Partien meistens stabil und ohne Lags, allerdings hat es mich auch schon ein, zwei Mal aus unserer Gruppe von zehn Fahrern rausgehauen.

 

Etwas chaotisch, und das fällt besonders bei mehreren Spielern auf, ist die Menuführung geraten. Es kommt häufig vor, dass man durch den Druck eines falschen Knopfes plötzlich einen der bereits fertig registrierten Spieler wieder raushaut und dann nochmals ganz neu auswählen muss. Das geschieht vor allem deshalb, weil derselbe Auswahlbildschirm sowohl vor der Wahl des Charakters als auch nochmal vor Start des Rennens erscheint. Das ist leider etwas nervig. Schön hingegen ist, dass man bestimmte Dinge im Spiel umstellen kann, wie zum Beispiel den nervigen Sprecher abstellen.

 

 

Technik und Sound akzeptabel

 

Technisch kann Sonic & All Stars Racing Transformed ziemlich überzeugen. Die Animation der Fahrzeuge ist gut gelungen, die Strecken sind detailreich und verändern sich laufend im Hintergrund. Die Melodien erinnern in teilweise veränderten Kompositionen an frühere Sega-Spiele. Die Farbgestaltung ist natürlich knallig und satt und steht auf der Wii U den anderen Versionen in nichts nach. Auf dem GamePad sieht das Spiel natürlich schlechter aus, trotzdem habe ich es immer wieder gerne nur darauf gespielt. Deutlich runter geht die Framerate jedoch bisweilen im Multiplayer, und auch sonstige Details wirken gleich weniger imposant als alleine vor dem großen HD-Fernseher. Extrem leidet der Spielspaß darunter aber eigentlich nie.

 

 

Vielen Dank an Sega für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Sonic & All-Stars Racing Transformed ist mehr als nur ein Mario Kart-Clon, denn das Spiel schafft es anders als bei der Riege rund um den Klempner im Singleplayer zu begeistern. Das liegt vor allem an der motivierenden Welttour mit seinen ständig anderen Herausforderungen und dem knackigen Schweirigkeitsgrad. Man kommt auch mit leicht und mittel in die späteren Touren, kann aber alles nur mit vielen Sternen freischalten. So etwas fehlt beim großen Vorbild. Der Multiplayer ist ebenfalls ein großer Spaß und hat bei uns für einige nette Runden bei Parties gesorgt. Kleinere technische Schwächen, eine suboptimale Menuführung und die relativ hohe Lernkurve am Anfang, bei der man zudem nicht wirklich vom Spiel an die Hand genommen wird, trüben den Gesamteindruck. Dennoch: Mario Kart wird sich durchaus anstrengen müssen, um Sonic zu überholen!

Grafik

gut

Sound

ok

Steuerung

ok

Spielspaß

super

80%

Singleplayer

85%

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Sumo Digital

Publisher

Sega

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-5

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-10



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


Aktuell auf 10doTV

10do Show

März-Ausgabe: Unsere Zelda-Wünsche

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes
[Spielegrotte.de]