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Reviews: Nintendo Wii U

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Assassin's Creed 3

Action Adventure

03.01.2013

Autor: Matthias Küpper

 

 

Erstmals auf Nintendos Konsole

 

Assassin's Creed ist inzwischen eine sehr beliebte Serie. Seit dem ersten Teil hat Ubisoft einiges verbessert. Der zweite Teil war ein großer Sprung im Vergleich zum ersten, der doch recht monoton war, da er nur wenig Abwechslung bot. Danach folgten Brotherhood und Revelations, die noch mehr von Ezio Auditores Leben zeigten und einen Multiplayer einführten. Diese vier Teile der beliebten Serie waren allerdings nicht auf einer Nintendo Konsole zu bestaunen. Zum Erfolg trägt vermutlich unter anderem das Setting bei, welches eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy ist. So spielt der Spieler Desmond Miles, der in einer futuristischen angehauchten Gegenwart mit dem Animus in die Vergangenheit reist um das zu erleben, was seine Vorfahren einst durchlebten. Dabei dreht es sich am Anfang nur um den Kampf Assassinen gegen die Templer, die beide ihre eigene Sichtweise haben. Desmond selbst zählt zu den Assassinen und so ist es nicht verwunderlich, dass auch seine Vorfahren Assassinen waren. Doch im zweiten Teil wird eine zweite Bedrohung angekündigt, die von der Sonne kommt. Über Ezio Auditore, der in Italien zur Zeit der Borgias und in Revelations in Konstantinopel gegen die Templer kämpfte, erhält er weitere Botschaften, die ihm helfen sollen. All diese Geschehnisse werden am Anfang des Spiels nur ganz kurz zusammengefasst. Im dritten Teil geht es nun darum, diese Bedrohung abzuwenden, die zufällig am 21.12.2012 stattfinden soll.

 

Kein Winnetou, keine Apachen

 

Wer ein Freund von den Büchern oder den Filmen von Karl Mays Geschichten ist, der kann sich freuen, denn im dritten Teil von Assassin's Creed kommen Indianer vor und man spielt sogar einen. Der Teil spielt vor und während des Unabhängigkeitskriegs, der von 1775 bis 1783 stattfand. Man selbst nimmt zum Beispiel an der Bostoner Tea Party teil.

So trifft man auf George Washington, der auch hier und dort ein Wörtchen mitzureden hat. Doch das Spiel beginnt nicht in Amerika, sondern wir schlüpfen in die Haut von Haytham, der erst später nach Amerika kommt und sich in einer Oper ein Amulett beschaffen muss. Bei dieser Mission werden alle Grundlagen und die Steuerung erklärt. Ich dachte auch zu erst, warum man nicht in die Haut von Connor schlüpft, um den es doch eigentlich gehen sollte. Doch der Spieler begleitet Haytham die ersten vier von zwölf Sequenzen, bis zu einer Wendung, die ich hier nicht erwähnen möchte.

Es wird wieder fleißig geklettert und die versteckten Klingen dürfen nicht fehlen, die immer noch so wie bei Ezio Auditore funktionieren und an beiden Händen angebracht sind.

Schon in den Teilen davor gab es gewisse Bedingungen, die nicht benötigt wurden, um eine Mission abzuschließen, sondern lediglich dafür, um eine volle Synchronisation, also 100%, zu erreichen. Diese Synchronisation erklärt sich dadurch, dass Desmond durch den Animus nur miterlebt, was seine Vorfahren bereits erlebt haben. Da er sich aber frei bewegen kann, ist es gut möglich, dass er nicht alles so macht, wie seine Vorfahren. Dies kann im schlimmsten Fall zu Desynchronisation führen, die es gibt, wenn alle Energiebalken verloren gehen. Diese Optionalen Ziele führen beim Scheitern aber nicht zum Neuladen beim letzten Checkpoint, sondern sind lediglich für ein vollständig beendetes Spiel notwendig. Ab Teil zwei gab es immer nur eine Bedingung, die erfüllt werden mussten, doch in Assassins Creed 3 sind es mehrere. Das macht das Erreichen aber nicht unbedingt schwerer.

 

Es dauert nicht lange, bis man auf ein Schiff kommt, auf dem einem der Kampf ohne Waffen und später auch mit erklärt wird. Man selbst ist aber nur Passagier, da man erst mit Connor ein Schiff selbst steuern darf.

Irgendwann erreicht Haytham dann das junge Boston, in dem wir neue Männer aufsuchen müssen, die ihm bei der Suche nach dem Tempel helfen sollen, den das Amulett öffnen soll. Die Aufträge verlaufen dabei wie üblich in Assassin's Creed: Entweder wir müssen ein Ziel beseitigen, Leuten unbemerkt lauschen oder sich ungesehen in die Festung des Gegners schleichen. Sowohl Haytham als auch Connor, den wir erst später spielen, verwenden Schusswaffen, die auch des Öfteren zum Einsatz kommen müssen, um ein Ziel zu erfüllen. Allerdings feuern auch die Gegner jetzt öfters mehrere Salven, aber wozu gibt es menschliche Schilde? Die Gegner müssen ja so oder so sterben. So haben sie wenigstens eine gute Tat in ihrem Leben verbracht. Neben den normalen Aufträgen, gibt es auch Nebenmissionen: Ein Schatz wartet darauf, entdeckt zu werden, mit dem Schiff müssen Seeschlachten gewonnen werden und die Städte New York und Boston sollen von den Templern befreit werden. Dazu kann eine Siedlung aufgebaut werden, auf welche Sachen hergestellt werden können, die dann später verkauft werden.

 

Assassin's Creed 3 bietet also neben der Hauptstory wieder einige Sachen, die den Umfang deutlich erweitern. Diese Neuerungen sind auch alle ganz nett und es macht Spaß, die Siedlung aufzubauen. Doch man hätte es auch ähnlich machen können wie im zweiten Teil, in dem man die Kleinstadt aufbauen muss und Gold ausgibt, um die Wirtschaft zu erhöhen. Da nach Haytham das Halbblut Connor gespielt wird, der den Tod seiner Mutter rächen will, kann der Spieler auf die Jagd gehen. Dazu ist es erstmals möglich, über Bäume zu klettern und Geschicklichkeitspassagen auch im Wald zu meistern. Das Jagen ist verdammt spaßig und hat mir sehr gut gefallen. Dazu kann man Fallen benutzen oder Pfeil und Bogen. Mit dem Messer oder dem Tomahawk könnt ihr natürlich auch zuschlagen. Neue Waffen gibt es in diesem Teil aber nicht mehr. Selbiges gilt auch für Rüstungen, weshalb das Leben nicht erhöht werden kann. Das ist schade, aber man darf auch nicht vergessen, zu welcher Zeit das Spiel spielt. Außerdem spielt man ein Halbblut, der anders erzogen wurde als ein Ezio Auditore im alten Italien.

 

 

Mit Gamepad zum Erfolg

 

Gesteuert werden kann das Spiel über das Gamepad mit den beiden Sticks. Bei der Seeschlacht werden die Schultertasten ZL und ZR zum Schießen der unterschiedlichen Kanonen verwendet. Weiterhin wird das Schiff mit dem linken Stick gesteuert und über die Tasten wird der Befehl gerufen, wie wenig oder viel Segel gehisst ist. Hierbei hat man die Wahl zwischen kein Segel, halbes Segel und volles Segel. Je mehr Segel gesetzt ist, desto schwieriger lässt sich das Schiff steuern. Dafür ist es aber auch deutlich schneller.

Mit dem Steuerkreuz lassen sich die Waffen sowohl auf dem Schiff, als auch an Land auswählen. Über R lassen sich die Waffen, Fallen und andere nützliche Gegenstände auf das eine Richtung des Steuerkreuzes zuweisen.

An Land wird B zum durchbrechen der Verteidigung genutzt. Mit Y und X greift man an und A wird zum Kontern benutzt. Das Kontern funktioniert aber leider nicht so gut wie in den Vorgängern. Dort war ich immer sehr gut darin gewesen, doch in Teil 3 hatte ich damit echte Probleme und bin öfters gestorben, weil ich nie den wirklichen Dreh herausbekommen habe. Auf dem Touchscreen ist eine Übersichtskarte zu sehen. An Land kann man darüber auch ein Pferd rufen. Weiterhin lässt sich das Spiel auch mit ausgeschaltetem Fernseher spielen. Dann sieht man das Spielgeschehen nur auf dem Gamepad. Neben dem Gamepad lässt sich das Spiel aber auch über den Classic Controller Pro spielen.

 

Dazu hat das Spiel wieder dieselben Macken wie auch die Vorgänger. Es passiert einfach öfters, dass der Charakter nicht dorthin springt, wohin er eigentlich sollte. So kann dann auch mal schnell die volle Synchronisation scheitern, da man dadurch ins Feuer oder Wasser gerät oder sogar herunterfällt und stirbt. Wer also die volle Synchronisation haben möchte, kann sich bei diesen Leveln wieder auf mehrere Versuche einstellen, ohne selbst etwas dafür zu können. Da hilft es auch nicht, wenn Desmond außerhalb des Animus von seinen Gefährten eine E-Mail kommt, in der geschrieben wird, dass die Sachen jetzt besser laufen sollten. Denn es wird einfach nicht besser. Manchmal ist das extrem ärgerlich, besonders wenn 100% erreicht werden sollen. Ansonsten funktioniert die Steuerung aber gut. Auf dem Schiff steuert sich alles wunderbar. Man hat eine gute Kontrolle, die aber davon abhängt, wie viel des Segels gehisst ist. Das ist aber auch in echt so. Je schneller das Schiff ist, desto schwerer lässt es sich lenken.

 

 

Endlich HD

 

Endlich können wir auch mit Nintendo-Konsolen Spiele bestaunen, die eine wunderschöne Grafik haben. Schon in Revelations war ich von der Grafik angetan. Der dritte Teil ist etwa genauso gut. Die Landschaften sind schön gestaltet, nur bieten Boston und New York zu der Zeit einfach keine Bauten, die imponieren könnten. So etwas wie die Hagia Sophia oder die ganzen Türme in Florenz und Venedig, darf man dort nicht erwarten. Stattdessen gibt es viele Holzhütten und im Grenzland viele kleine Siedlungen. Das ist ein wenig schade, da gerade das Hochklettern bei diesen Sehenswürdigkeiten so viel Spaß gemacht hat, vor allem wenn man die Städte schon einmal besucht hat. Viel von dem alten New York und dem alten Boston wird aber in der heutigen modernen Zeit nicht mehr übrig geblieben sein. Doch ein bisschen stören immer noch diese Science Fiction Effekte, die durch den Animus hervorgerufen werden. So sind um Federn und Truhen glitzernde Animationen, die einfach nicht in die Zeit hineinpassen. Außerdem gibt es gewisse Bereiche, die zu der Erinnerung nicht gehören, wo einfach eine weiße leicht durchsichtige Wand ist, hinter der man desynchronisiert wird. So konnte ich leider nie gänzlich in die wunderschöne Welt eintauchen. Ich hoffe, dass es bald Titel gibt, die Grafisch aber noch mehr aus der Konsole herausholen.

 

Weiterhin hat das Spiel eine gute Sprachausgabe, die aber leider oft zu leise ist. So muss man den Fernseher lauter stellen, aber im nächsten Moment wird man von der Musik erschlagen. Das war auch schon in Revelations so und ich hoffe, dass Ubisoft dort bald etwas gegen macht. Besonders wenn man noch Nebengeräusche hat, wie es im Wohnzimmer der Fall sein könnte, braucht man unbedingt Untertitel. Die Musik des Spiels ist in Ordnung. Allerdings ist sie oft im Hintergrund, was eigentlich schade ist. Im Grenzland hatte ich eigentlich auch mehr erwartet als nur ein paar Trommeln.

 

 

Mehrspieler

 

Neben der Story gibt es auch einen Mehrspieler unter dem die Länge des Spiels eventuell ein bisschen leidet. In diesem bekommt ihr zuerst ein Tutorial, in dem gezeigt wird, wie das Match abläuft. Ihr bekommt einen gewissen Charakter zugewiesen, den ihr dann töten müsst. Allerdings jagt euch auch einen Spieler, den ihr aber nur betäuben könnt, um dann zu entkommen. Es braucht es ein bisschen Übung, bis man wirklich dahinter gekommen ist, wie das ganze im richtigen Spiel so abläuft. Es gibt drei verschiedene Modi: Einmal gibt es das Deathmatch, in dem es gilt, die meisten Punkte zu sammeln. Weiterhin gibt es den Dominanzmodus, in dem gewisse Gebiete von zwei Teams erobert werden müssen. Jedes eroberte Gebiet kann aber auch zurückerobert werden, wodurch die Gebiete auch verteidigt werden müssen.

 

Neu dabei ist auch der Spielmodus Wolfsrudel, bei dem die Spieler zusammen gegen die KI spielen und vor Ablauf der Zeit alle Ziele töten müssen. Allerdings muss man hier auch taktieren. Jedes Attentat könnte den Assassinen, der auf einen selbst angesetzt ist, auf dich aufmerksam machen. Deshalb sollte die Umgebung in diesem Spielmodus genau benutzt werden. Dazu muss man sich erst einmal daran gewöhnen, dass die Zivilisten den Assassinen gleichen. Also heißt es viel beobachteten. Das macht auf Dauer definitiv Spaß, macht den Einstieg aber nicht unbedingt einfach. Durch das Erreichen von gewissen Achievements werden Videos freigeschaltet, die angeschaut werden können und nette Einblicke in die Arbeit am Spiel bieten.

 

 

Kritik

 

Assassin's Creed 3 leidet an denselben Probleme wie auch schon die Vorgänger. Es ist einfach nichts Neues mehr. Die meisten Leute bringt man immer noch auf dieselbe Weise um die Ecke. Die Missionen sind daher oft etwas langweilig. Zwar ist die Story wieder gut gelungen, aber beim normalen Gameplay hat sich wenig getan. Neu ist aber das Spielgefühl bei den Marinemissionen, die mir aber auch am besten gefallen haben. Es ist einfach kein guter Weg, jedes Jahr einen neuen Titel herauszubringen. Darunter leider irgendwann nicht nur das Gameplay, sondern auch die Story. Vom ersten Teil zum zweiten Teil hat sich einiges gebessert, aber vom zweiten zum dritten gibt es keinen wirklichen Sprung.

 

Es fehlt die Frische und dazu gibt es immer noch alte Macken. Manchmal macht der Charakter immer noch nicht das, was er tun soll. Die Sprachausgabe ist oft zu leise und die Desmond-Szenen, die für etwas Abwechslung sorgen, kommen leider auch viel zu selten vor. Dazu ist die Story für alle Neueinsteiger nur minimalistisch erzählt. Zwar hat Connor eine komplett neue Geschichte zu erzählen, aber Desmond gibt es seit dem ersten Teil. Dazu sind die Ladezeiten immer noch viel zu lange. Teilweise wartet man bis zu einer Minute, bis man mal wieder spielen kann.


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Fazit

Assassin's Creed 3 ist ein wirklich gutes Spiel. Es ist schön, dass ein Teil der Serie endlich für eine Nintendo-Konsole erschienen ist. Die Umsetzung ist gut und die meisten Mängel, die der Titel aufweist, sind auch in den anderen Versionen vorzufinden. Spielerisch neu ist lediglich das Schiff, welches vom Spieler gesteuert werden kann. Ansonsten ist das Spielsystem größtenteils gleich geblieben. Die verschiedenen Waffen und Bomben auf den Vorgängern werden beispielsweise nicht mehr verwendet. Landschaftlich hat sich einiges geändert, da es jetzt deutlich ländlicher geworden ist. Die Umsetzung auf die Wii U ist gut gelungen und es finden sich relativ schnell Spieler für ein Multiplayermatch. Solltet ihr beim dritten Teil der Serie einsteigen, wäre es gut, erst einmal eine Zusammenfassung der vorherigen Spiele zu lesen oder sich anzuschauen. Wer Fan des Genres ist, sollte auf jeden Fall zuschlagen. Es ist definitiv eins der besten Launch Spiele, das aber leider auch kleine Mängel aufweist, die in vorherigen Spielen auch schon zu finden waren.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

80%

Singleplayer

78%

Multiplayer

Release

30.11.2012

Developer

Ubisoft

Publisher

Ubisoft

USK Freigabe

16+

Anzahl Spieler (Lokal)

1

Anzahl Spieler (Wi-Fi)

2-8



Neue Wertungsskala nun auch für Wii U-Spiele

Um gegen den stetig weiter ansteigenden Höhenflug der Noten anzugehen, haben wir uns für eine fixe Notenskala entschieden, die wir ab sofort nicht mehr nur beim 3DS, sondern auch bei Wii U-Spielen verwenden. Hier könnt ihr also nachlesen, was eine Note in Worten ungefähr bedeutet. Andere Konsolen bleiben außen vor, damit dort weiter Vergleichbarkeit gewährleistet ist, das folgende gilt also nur für den 3DS und die Wii U:

 

90-100 Prozent

Absoluter Ausnahmetitel, nahe an der Perfektion. Diese Wertung bekommen nur die wenigsten Spiele, die das Medium vorantreiben, neue Elemente etablieren oder einfach nur an der Perfektion kratzen.

 

80-89 Prozent

Sehr gute Spiele, die man gespielt haben sollte.

 

70-79 Prozent

Gute Spiele, die man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte.

 

60-69 Prozent

Ebenfalls gute Spiele, die aber mit größeren Mängeln zu kämpfen haben.

 

50-59 Prozent

Durchschnittliche Spiele, die höchstens für Fans interessant sind.

 

30-49 Prozent

08/15-Kost, starke Mängel

 

10-29 Prozent

Katastrophale Spiele, die in allen Aspekten den Ansprüchen nicht gerecht werden.

 

0-9 Prozent

Unspielbar.


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