Autor: Mario Kablau
Vom 3DS auf die Wii U!
Wie reagiere ich wohl, wenn das von uns am besten bewertete Spiel im eShop des Nintendo 3DS auf einmal im eShop auf der Wii U auftaucht? Ich bin natürlich sehr interessiert und klicke direkt auf den „Erwerben“ Button. Also habe ich mir die Hyper Drive Edition sofort heruntergeladen und mich erst nachher damit auseinander gesetzt, was ich da eigentlich gerade getan habe. War das ein Fehler?
Im ersten Moment dachte ich, dass es einer war, denn abseits von der offensichtlich deutlich überarbeiteten Grafik, die nun in schickem HD daher kommt, ist das Spiel eine 1:1 Kopie der 3DS-Version.
Anfangs brechen ein paar hübsche Knast-Schwestern aus und die Mighty Switch Force, in Person von Patricia Wagon, muss diese wieder einfangen. Dazu läuft man durch 16 Levels, in denen man die Positionen der jeweils fünf Verbrecherinnen erreichen muss, um sie wieder einzusacken. Aber das Spiel ist kein klassisches Jump 'n Run, sondern das "Switch" im Namen hat tatsächlich einen Sinn. Per Schultertaste schaltet man nämlich Blöcke von vorne nach hinten und umgekehrt.
Es gibt dabei immer ein paar Blöcke, die hinten sind und ein paar die vorne sind, Drückt man auf die Schultertaste, dann kommen die die hinten sind nach vorne und die die vorne sind verschwinden in den Hintergrund. Stehen kann man logischerweise nur auf denen, die vorne sind, also muss man sich durch geschicktes Kombinieren von springen, laufen und umschalten durch die Umgebung arbeiten und die fünf Gaunerinnen einsacken und dann zum Ziel gehen.
Aber das ist natürlich nicht alles, es gibt noch weitere Arten von Umschaltblöcken. Manche kann man "festhalten", in dem man umschaltet, während man drauf steht und so Hindernisse aus dem Weg räumen. Andere schießt Patricia ab, wenn man sie im richtigen Moment auslöst. So werden die Rätsel im Laufe der Zeit immer komplexer und man muss immer mehr nachdenken, bevor man das Ziel vor Augen auch erreicht.
Dabei kommt es nicht nur darauf an, das zu schaffen, sondern auch auf die Zeit, die man dazu braucht. Um einen Level wirklich perfekt zu beenden muss man die vorgegebene Zeit unterbieten. In den ersten vier Levels ist das noch relativ leicht machbar, danach wird es aber einfach nur bockschwer. Ein Beispiel: Ein Level hat als Zeitvorgabe 3:20 Minuten und ich habe im ersten Versuch fast 10 Minuten gebraucht. Und da die Vorgabe wirklich so eng ist, dass dazu alles perfekt klappen muss, muss man selbst ein so großes Level in und auswendig kennen, um überhaupt eine Chance zu haben, es zu schaffen.
Genau daher kommt also der Umfang des Spiels, denn an sich kann man die 16 Levels in ca. zwei Stunden geschafft haben. Aber da ich das schon auf dem 3DS getan hatte, fiel mir das gar nicht so schwer und ich war viel schneller durch. Aber ist das wirklich schon alles?
Hyper Drive = HD?
Nein, zum Glück nicht, denn der Untertitel steht nicht nur mit seinen Anfangsbuchstaben dafür, dass wir das Spiel nun hochauflösen genießen dürfen, sondern auch für einen höheren Gang. Aber zunächst bekommt man, wenn man die 16 Levels geschafft hat, Zugang zu den fünf Bonuslevels, die es schon auf dem 3DS gratis als Update gab.
Meistert man auch diese (wirklich nicht leichte) Aufgabe, dann geht es erst so richtig los. Alle 21 Levels haben nämlich noch eine überarbeitete Variante zu bieten, die es wirklich in sich hat. Dabei ändert sich nicht nur der Aufbau des Levels mal mehr und mal weniger und natürlich sind auch die Bösen an anderen Stellen versteckt, es gibt auch neue Grafikelemente sowie überarbeitete Musik. Man bekommt also tatsächlich einiges mehr geboten als auf dem Nintendo 3DS.
Jedoch muss ich an dieser Stelle gleich dazu sagen, dass dieser zusätzliche Content die 4 Euro Aufpreis gegenüber der Version auf dem 3DS nur dann rechtfertig, wenn man das Spiel noch nicht gespielt hat. 10 Euro für etwas zu bezahlen, das man zur Hälfte bereits kennt und wovon die andere Hälfte nichts wirklich bahnbrechend Neues bietet, finde ich zu heftig. Hat man die 3DS-Version jedoch nicht gespielt und steht nun vor der Wahl, rate ich jedem zur Hyper Drive Edition, weil sie einfach eine größere Herausforderung und mehr Inhalt bietet.
Technik, Sound und Steuerung!
Grafisch ist das Spiel schon auf dem 3DS wirklich gut gewesen. Vor allem profitierte das Spielprinzip dort vom 3D-Effekt, der dafür gesorgt hat, dass die Blöcke im Vorder- und Hintergrund sich wirklich voneinander abheben. Auf der Wii U hat man das zwar nicht mehr, dafür aber wirklich tolle Grafik und einen 2D Comic-Stil, der kaum besser sein könnte. Wirklich toll.
Akustisch ist das Spiel auf einer vernünftigen Soundanlage gleich auch noch mal zwei Stufen besser als auf den kleinen Lautsprechern des 3DS. Allerdings hat mich dieses Mal der Wechselsound von Anfang an genervt und nicht erst nach einigen Levels.
Bei der Steuerung hat sich leider auch nichts geändert, ich finde die Belegung der Tasten nach wie vor unglücklich. Statt dem Spieler die Wahl zu geben, die Tasten frei zu belegen, hat man einige Funktionen auf mehrere Tasten gepackt, wodurch ich immer und immer wieder Fehler mache. Ständig will ich schießen, schalte aber um und sterbe. Ich verstehe einfach nicht, warum es so schwer ist, bei so einem Spiel die freie Tastenwahl zu ermöglichen.
Gut finde ich jedoch, dass man das Spiel komplett auf dem GamePad spielen kann. Dann geht zwar das Radar verloren, das sonst auf dem zweiten Bildschirm die Richtung anzeigt, in der sich die nächste Entflohene befindet, aber das ist zu verschmerzen.