Login

Passwort vergessen?

Konto erstellen


Angespielt: Nintendo Switch

< zurück

Sonic Mania

Jump 'n Run

04.09.2017

Zum Video-Test

 

Autor: Mario Kablau

 

 

Made Sonic great again?

 

Man mag es aus heutiger Sicht kaum glauben, aber tatsächlich war meine erste eigene Konsole nicht von Nintendo sondern vom damaligen Konkurrenten Nummer 1: Sega. Das Master System II hatte ich damals an einen alten schwarz/weiß Fernseher meiner Eltern angeschlossen und konnte Spiele wie Alex Kidd und Sonic the Hedgehog genießen.

 

Da diese beiden auch lange Zeit meine einzigen Spiele waren, war ich irgendwann richtig gut darin. Vor allem Sonic habe ich geliebt und dutzende Male durchgespielt, am Ende kannte ich jeden Winkel des Spiels nahezu auswendig. Denn damals hat Sonic noch richtig Spaß gemacht, eine Eigenschaft, die Sega in den letzten Jahren mit der Serie oft vergeblich gesucht hat. Aber ich möchte hier nicht allzu sehr auf die Vergangenheit oder die vielen misslungenen – jedoch teilweise auch ganz guten – Versuche eingehen, Sonic modern zu machen.

 

Denn mit Sonic Mania ist nun ein Spiel unter anderem im eShop der Nintendo Switch erschienen, das den Sonic von 1991 nimmt, ein paar Figuren und Spielmodi ergänzt und sonst genau das bietet, was ich damals geliebt habe. Aber es ist nicht einfach nur eine Art Remake, sondern ein neues Spiel mit einem für Sonic-Verhältnisse richtig langen Story-Modus mit richtig vielen Levels, die vor Abwechslung und Ideen nur so strotzen. Es ist kaum zu glauben, was die Entwickler hier alles für Ideen aus ihren Köpfen in die Tat umgesetzt haben.

 

Und damit herzlich willkommen zu meinem Test zu Sonic Mania, der nun endlich online ist. Wieso endlich? Dazu komme ich später noch. Den Video-Test findet ihr übrigens hier bei 10doTV.

 

 

Zurück im Jahre 1991!

 

Sonic Mania fängt total klassisch an, natürlich ist der erste Level die allseits bekannte Green Hill Zone, aber danach wird es teilweise echt abgefahren, mit auch ganz neuen Ideen für Umgebungen, die es so noch nicht gab. Mit dabei sind ein Chemiewerk, ein Filmstudio, ein Saloon, ein Ozean aus Öl oder auch ein Lava Riff. Aber es sind nicht nur die Umgebungen, die das Spiel kreativ machen, es sind auch die Ideen innerhalb der verschiedenen Akte. Die meisten Levels haben zwei davon und jeder Akt wird durch einen Bosskampf beendet.

 

Aber bevor ich auf die eingehe, möchte ich herausheben, was die Levels auszeichnet: Abwechslung und jede Menge zu entdecken. Es gibt in jedem Level diverse alternative Wege zu finden und jede Menge innovative Elemente, die Sonic auf seinem Weg ans Ziel nutzen kann. Dabei sind Popcorn-Maschinen, Satelliten-Teleporter, Lotto-Ziehungen, Kräne, Fahrstühle, Schächte, Magnetpassagen, Revolver, Flugzeuge, Raketen und so weiter.

 

Hat man einen Akt geschafft, dann wartet am Ende wie schon gesagt ein Endgegner. Auch die haben es echt in sich. Von ganz klassischen Kämpfen gegen die Maschinen des Dr. Robotn…, verzeiht, Dr. Eggman bis hin zu einem Klon von Dr. Mario ist nahezu alles dabei, was ich mir nicht mal vorstellen könnte. Ein paar Beispiele: Ein Magier, der sich in andere Charaktere verwandelt, eine Müllpresse, die aus Müll Gegner macht und Sonic langsam einquetscht und eine metallene Spinne, die am nicht ganz so seidenen Faden hängt.

 

Doch nicht nur das Leveldesign ist ausgezeichnet, auch das Gameplay – sonst häufig die größte Schwachstelle der Sonic-Spiele der neueren Zeit – ist gut durchdacht, bzw. wenig verändert zu Sonic the Hedgehog von damals. Sonic kann laufen und springen, Ende.

 

Je länger er läuft, desto schneller wird er und genau das zeichnet Sonic Mania endlich wieder aus. Es geht in High Speed durch die Levels und je besser man die Levels und Wege kennt, umso weniger wird man durch die Hindernisse verlangsamt und demzufolge umso schneller kann man ans Ziel rasen. Bleibt man doch mal hängen, kann man eine Art Sprintstart machen, um schnell wieder auf Tempo zu kommen. Daneben kann Sonic noch springen, dann kugelt sich der blaue Igel ein und kann so Gegner besiegen. Berührt man einen Gegner im normalen Zustand, dann verliert Sonic alle bisher eingesammelten Ringe, passiert ihm das ohne Ringe in der Tasche, dann ist der Speedrun beendet und man setzt am letzten Checkpoint wieder ein.

 

 

Hart, härter, Sonic!

 

Zumindest sofern man noch genug Leben hat, sonst heißt es „Game Over“ und man muss das aktuell gespielte Level von vorne anfangen. Egal ob man am Anfang von Akt 1 oder kurz vor dem letzten Treffer beim Endgegner von Akt 2 draufgegangen ist. Das ist auch wie damals aber teilweise extrem frustrierend. Und da man jedes Mal wieder mit nur drei Leben startet, geht es auch schnell, dass alle davon verbraucht sind und man wieder zurück zum Anfang muss. Für die ganz Harten gibt es übrigens auch die Möglichkeit, die Story zu spielen ohne zu speichern, dann muss man am Ende der Leben ganz von vorne auf dem grünen Berg wieder anfangen.

 

Und jetzt sind wir endlich beim Grund angekommen, wieso ich am Anfang „endlich“ geschrieben habe. Die 25 Jahre, seitdem ich ein echter Pro in Sonic the Hedgehog war, sind einfach zu lange her. Ich habe schon im dritten Level an mir und meinen aktuellen Fähigkeiten gezweifelt und bin so unglaublich oft gestorben, dass es teilweise keinen Spaß mehr gemacht hat.

 

Vor allem, wenn ich mal wieder beim Endgegner des zweiten Aktes das Zeitliche gesegnet hatte und den ganzen Level noch mal spielen musste. Es war für mich daher ein hartes Stück Arbeit, bis ans Ende des Spiels zu kommen – wobei ich das echte Ende noch nicht erreicht habe – dazu brauche ich noch ein paar Sammelgegenstände, die aber gut versteckt sind und die ich zwar eigentlich schon alle gefunden habe, nur eben leider nicht in jeweils dem Lauf, der dann am Ende zum Erfolg geführt hat.

 

Lange Rede kurzer Sinn: Auch wenn Sonic Mania fast alles richtig macht und ich tatsächlich beim Zocken das Gefühl habe, wieder 11 Jahre alt zu sein, zeigen mir doch meine fast drei Jahrzehnte langsameren Reflexe, dass ich viel verlernt habe und deutlich weniger Frust ertragen kann. Ich würde mal sagen, dass ich etwa 75% der Zeit richtig fett Spaß hatte und die restliche Zeit mit dem Nerven am Ende war. Das Spiel ist also nichts für schlaffe Socken.

 

Aber: Es lohnt sich, sich durchzukämpfen, denn nur so bekommt man alle genialen Ideen der Entwickler zu sehen und kann erleben, wie sich Kreativität in einem eigentlich schon nahezu komplett ausgelutschten Genre anfühlen kann.

 

Ich möchte auch die anderen Modi noch erwähnen: In „Gegen die Zeit“ tritt man in einem bereits freigeschaltetem Level gegen die Uhr an und im „Wettkampf“ kann man sich gegen einen anderen Spieler lokal messen. Nette Ideen, aber für mich keine Kaufgründe. Gegen die Zeit ist aber auf jeden Fall etwas, das für die absoluten Pros von heute ein Anreiz ist, das Spiel perfekt zu beherrschen. Ich bin froh und stolz auf mich, dass ich es geschafft habe und irgendwie bin ich auch froh, dass ich jetzt erst mal wieder etwas langsamere Spiele spielen darf, die mich nicht so stark an meine Grenzen bringen.

 

 

Technik und Steuerung

 

Grafisch ist es tatsächlich auch eine Rückkehr in die frühen 90er-Jahre. Durch diverse Filter im Optionsmenü kann man darüber hinaus noch Feinheiten einstellen. So kommt man noch näher an das Erlebnis von damals ran. Sogar in schwarz/weiß sieht es gut aus, das habe ich aus alter Tradition natürlich auch ausprobiert, indem ich bei meinem Fernseher einfach mal umgeschaltet habe.

 

Akustisch bin ich auch sehr zufrieden. Die Musik passt zu den jeweiligen Levels und untermalt das Geschehen stets gut. Die Sounds sind quasi dieselben wie beim ersten Spiel mit dem blauen Igel. Auch hier also alles richtig gemacht.

 

Die Steuerung ist knackig und geht gut von der Hand. Sprünge laufen so wie sie laufen sollen und alles reagiert direkt und flüssig. Durch die Rücksetzer bei Sprüngen bergauf mit zu wenig Speed ist wohl wirklich auch noch das letzte Detail von damals im Spiel dabei.

 

 

Vielen Dank an SEGA für das Testmuster.


Wenn euch das Review gefällt, dann unterstützt uns via:

Fazit

Sonic Mania ist ein atemberaubendes Spiel, im positiven wie im negativen Sinne. Die Entwickler zeigen, dass Sonic auch heute noch verdammt gut sein kann und großen Spaß bringt. Aber es ist auch durch das hohe Tempo und die hohe Schwierigkeit nichts für schwache Nerven. Man muss bereit sein, sich durchzubeißen, die Steuerung in Fleisch und Blut übergehen zu lassen und darf keine Frustausbrüche zulassen. Umfallen, aufstehen, Krone richten, weiter laufen. Nur so klappt es bei Sonic Mania.

Grafik

gut

Sound

gut

Steuerung

gut

Spielspaß

gut

79%

Singleplayer

79%

Multiplayer

Developer

SEGA

Publisher

SEGA

USK Freigabe

6+

Anzahl Spieler (Lokal)

1-2


Aktuell auf 10doTV

10do Show

Oktober-Ausgabe: Die Metroid-Reihe

RSS-FeedDie 10do Show in iTunes